Der Verein „Förderer der Stadtbibliothek Chemnitz“ fordert im Namen seiner Mitglieder und im Interesse der über 635.400 Benutzer der Stadtbibliothek die Oberbürgermeisterin und den Stadtrat der Stadt Chemnitz auf, den Sparwahn an der Kultur- und Bildungseinrichtung zu beenden.

Die für 2014 wirksam gewordenen Streichungen müssen zurückgenommen werden: - der Wegfall des E-Learning als modernes Lernangebot, - die erhebliche Senkung des Medienetats sowie - die Einsparungen von Personalkosten, die zur wiederholten Reduzierung der Öffnungszeiten in den Stadtteilbibliotheken führten und die Zugänglichkeit erschweren.

Dem Zwang zu permanenten Gebührenerhöhungen, die einkommensschwache Menschen ausschließen, muss ein Ende gesetzt werden. Der Konflikt zwischen den politischen Bekenntnissen zu öffentlichen Bibliotheken und den dramatischen Eingriffen durch die Sparauflagen muss in Chemnitz aufgelöst werden. Wir fordern zudem langfristig, dass die als freiwillige Aufgabe der Kommune zählenden Finanzmittelzuweisungen in Chemnitz zur „freiwilligen“ Pflichtaufgabe für die Stadtbibliothek erklärt wird.

Link: www.facebook.com/sbcfoerderer?fref=ts

Begründung

Wir wollen, dass den Chemnitzer Bürgerinnen und Bürgern, den Kindern und Jugendlichen, den Lernenden und Studierenden ein uneingeschränkter Zugang zu einer modernen und den Anforderungen an die heutige Zeit gerecht werdenden Bibliothek gesichert bleibt. Die Bevölkerung unserer Stadt hat ein Recht und den Anspruch auf diese leistungsfähige und das Bildungsniveau mitbestimmende Einrichtung, die Voraussetzung für demokratische Partizipation schafft.

Chemnitz, Großstadt mit überregionaler Bedeutung und Stadt der Moderne, verfügt über eine höchst potente Zentralbibliothek, die gemeinsam mit ihren Stadtteilbibliotheken als Einrichtung lebenslangen Lernens einzustufen ist, insofern die oktroyierten Sparmaßnahmen nicht zum Tragen kämen. Im Ranking öffentlicher Bibliotheken der Bundesrepublik belegte sie in den letzten Jahren 2. und 3. Plätze und erhielt 2012 den Sächsischen Bibliothekspreis sowie weitere Auszeichnungen.

Unsere Stadtbibliothek – die meistgenutzte Kultur- und Bildungseinrichtung – musste bis 2014 Kürzungen in Höhe von 768.480 EURO hinnehmen. Von 2015-2017 drohen ihr weitere 300.000 EURO Einsparungsauflagen. Somit beläuft sich die Kürzung seit 2010 einschließlich der Planung bis 2017 auf über eine Million EURO. Mit diesem exorbitanten Fehlbetrag ist die Bibliothek nicht mehr in der Lage, Menschen aller sozialen Schichten, aller Altersgruppen lebenslanges Lernen zu ermöglichen und mit aktuellsten Angeboten auf die Erfordernisse der Entwicklungen zu reagieren.

Noch ist die Stadtbibliothek ein wesentlicher Grundbaustein in der städtischen Bildungslandschaft. Mit ihrem niedrigschwelligen Angebot sichert sie Informationsfreiheit und Chancengleichheit, praktiziert als Begegnungsstätte aller Generationen tagtäglich Integration von Bürgern mit schwierigem sozialen Hintergrund, fördert in Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten und Schulen Informations- und Medienkompetenz, sichert jungen und älteren Bürgern ein kulturelles, förderndes Betätigungsfeld.

Die in den Vorjahren bestehende Qualität und Quantität in den Leistungsangeboten wurden durch die im EKKO (Entwicklungs- und Konsolidierungskonzept) festgelegten Maßnahmen kontinuierlich eingeschränkt. Mit ihnen geht ein Vernichtungsfeldzug gegen barrierefreie Bildung einher. Der Hauptgedanke des Artikels 5.1 unseres Grundgesetzes, welcher freie Meinungsbildung und freien Informationszugang für jedermann proklamiert, wird somit still und schleichend unterwandert. Der zu erwartende Ausschluss einkommensschwacher Nutzer steht den Rufen nach Inklusion und der Förderung Benachteiligter konträr gegenüber. Die Spitze der Stadtverwaltung und der Stadtrat lassen es zu, dass die Stadtbibliothek als Medien- und Informationszentrum zu einer provinziellen Bücherei verkommt.

Die Stadt Chemnitz würde entschieden an Bildungschancen einbüßen, verlöre an Attraktivität und verspielt selbst ihre Reputation, sollte die Verwaltungsspitze und das städtische Parlament nicht zur Besinnung kommen.

Investitionen in Bibliotheken sind Investitionen in die Köpfe der Menschen, die sich rechnen. Durch internationale Studien ist belegt: Jeder investierte EURO kommt fünffach zurück. Die Förderung der Stadtbibliothek ist kein Luxus, sondern vorausschauende Politik für die zur wichtigsten Ressource unseres Landes erklärten Bildung der Bürger.

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Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützer_innen unserer Petition, es gibt gute Nachrichten!
    In der Haushaltssitzung am 25.02.2015 hat der Chemnitzer Stadtrat auf Antrag der Linken, der SPD und der Grünen den Medien-Etat um mehr als ein Viertel (60.000 €) aufgestockt. Der Beschluss war fast einstimmig, nur Pro Chemnitz und die Fraktion Alternative für Deutschland (AfD) lehnten ab. Für neue Bücher, CD und DVD stehen nun rund 421.000 Euro zur Verfügung. In den letzten Jahren war dieses Budget wiederholt gekürzt worden.
    Damit sind die Stadträte einer unserer Forderungen aus o.g. Petition von 2014 nachgekommen, die erhebliche Senkung des Medienetats zurückzunehmen.
    Wir danken den verantwortlichen Stadträten auch im Namen der über 14.000 Bürger, die die Petition zeichneten!

  • Am 02.09.2014 wurde im Petitionsausschuss die Vorlage an den Chemnitzer Stadtrat über die Petition "Retten Sie die Stadtbibliothek vor dem Rotstift" vorberaten und soll in der kommenden Stadtratssitzung, am 24.09.2014 um 15.00 Uhr, im öffentlichen Teil unter dem Tagesordnungspunkt 7 abschließend behandelt werden.

    Wir bitten Sie herzlich sowie dringend um Unterstützung und um Teilnahme am stummen Protest vor Beginn der Stadtratssitzung (Einfinden 14:45 Uhr vor dem Stadtverordnetensaal, Rathaus Chemnitz).

    Da die Petition im öffentlichen Teil der Stadtratssitzung behandelt wird, können interessierte Mitglieder und Unterstützer auf der Zuschauertribüne daran teilnehmen.

  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    vielen Dank für Ihre Unterstützung unserer Petition! Wir sind beeindruckt von der großen Zustimmung zu unserem Begehren und möchten Sie hiermit über die anschließenden Aktivtäten des Fördervereins bezüglich der Petition unterrichten.

    Der Förderverein übergab am 21. Mai 2014 die gesammelten 14112 Stimmen öffentlich vor dem Stadtverordnetensaal im Vorfeld der Stadtratssitzung. Geplant war die Petition an Frau OB Barbara Ludwig zu übergeben. Sie verweigerte jedoch die Übergabe und schickte stattdessen Bürgermeister Philipp Rochold in Vertetung. Die Weigerung der Oberbürgermeisterin wertete der Verein als ungeheuerliches Zeichen von Ignoranz gegenüber dem Willen der Bürger.
    (www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/OB-laesst-Foerderverein-mit-14-000-Unterschriften-abblitzen-artikel8827792.php#)

    Anfang Juni erreichte uns dann die Nachricht vom Bürgermeisteramt, dass derzeit durch das Dezernat 5 - Bildung, Jugend, Soziales, Kultur und Sport - die Stellungnahme der Verwaltung zur Petition erstellt wird, welche dann zusammen mit der Petition dem Petitionsausschuss und Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt wird.
    Da die Sitzungstermine für das zweite Halbjahr erst durch den neuen Stadtrat in seiner konstituierenden Sitzung beschlossen werden, konnte uns noch kein verbindlicher Termin für die Behandlung der Petition benannt werden (wahrscheinlich Ende September).

    Um mit den neu gewählten Stadträten zeitnah ins Gespräch zu kommen und die Positionen der verschiedenen Fraktionen zum Anliegen des Fördervereins zu erfahren, findet am Montag, dem 30.06.2014 eine Podiumsdiskussion über die Entwicklung der Stadtbibliothek Chemnitz statt. Start ist 19.00 Uhr im Veranstaltungssaal der Bibliothek im TIETZ.
    Wir laden Sie dazu herzlich ein und bitten alle, diese Veranstaltung als Plattform zur Diskussion zu nutzen und die Positionen der Parteien zur Förderung der Stadtbibliothek Chemnitz zu hören und zu hinterfragen. Gerne darf jeder zu dieser Veranstaltung auch Freunde und Bekannte mitbringen!

Pro

Gewiss, es ist seit einiger Zeit nachgewiesen daß lesen bildet. Der Umkehrschluss: Nicht lesen dürfen hält die Leute na sagen wir mal stumm. Welch Schelmenstück über die immer weitere Beschränkung von Leistungen der Bibliothek viele von Bildung zu entfremden. Die Auswirkungen sind bereits auf der Contra Seite zu lesen.

Contra

635400 Mitglieder der Stadtbibliothek Chemnitz!? Da hat man wohl reichlich übertrieben und eine "0" zuviel hinten angefügt wie sooft in Medienberichten. Jedenfalls bekommt die Petition dadurch die Anrüchigkeit der Unglaubwürdigkeit. Man solte das schleunigst korrigieren und die tatsächliche Mitgliederzahl angeben und nicht w.u. schon beschrieben die Anzahl der Kundenkontakte pro Jahr.