Eltern, Lehrer und Schüler setzen sich gemeinsam für den Erhalt von Qualität am Gymnasium Burgdorf ein. Sie alle sind der Meinung, dass eine Entscheidung des Landtages zur Erhöhung der Pflichtstundenzahl der Lehrer zu Lasten des gesamten Schullebens, der Qualität der Betreuung der Schüler durch die Lehrer sowie aller sozialen und kulturellen Aktivitäten der Schule geht.

SIe appellieren deshalb eindringlich an die Abgeordneten des Landtages, fraktionsübergreifend gegen die Mehrarbeit zu stimmen. Dies ist eine Gelegenheit, den vielen Sonntagsreden Taten folgen zu lassen, dass Bildung tatsächlich eine hohe Priorität im Land genießt.

Begründung

Auswirkungen der Arbeitszeitverlängerung und Streichung der geplanten Altersermäßigung

Die Erhöhung der Pflichtstundenzahl bedeutet für Lehrkräfte, dass ein größerer Zeitaufwand für den Unterricht aufgewendet werden muss. Dieser ergibt sich aus entsprechenden Vor- und Nachbereitungen, Korrekturen und Konferenzen. Die zusätzliche Zeit – eine Unterrichtsstunde mehr bedeutet etwa zwei Zeitstunden Mehraufwand jede Woche – wird zwangsläufig in anderen Bereichen fehlen. Ganz unmittelbar wird dies bei der individuellen Betreuung von Schülerinnen und Schülern der Fall sein. Bereits bei der aktuellen Unterrichtsverpflichtung betreut jede Lehrkraft (abhängig von den Fächern und dem Unterrichtseinsatz in der Mittel- oder Oberstufe) zwischen 180 und 300 Schülerinnen und Schüler gleichzeitig. Diese Betreuungsrelation wird sich weiter verschlechtern. Darüber hinaus wird weniger Zeit für diverse andere Aufgaben zu Verfügung stehen: hierzu zählen etwa die Beratung (auch der Eltern z.B. bei Elternsprechtagen), die individuelle Förder- und Forderung von Schülerinnen und Schülern (beispielsweise bei der Ausgestaltung der Forder- und Förderpläne, die sich aus den pädagogischen Dienstbesprechungen ergeben) und das Engagement als Klassenlehrer und Tutor. Zwangsläufig werden die außerunterrichtlichen Aktivitäten durch die Stundenerhöhungen reduziert oder wegfallen. So etwa Klassen-, Studien-, Austausch- und Kennlernfahrten, Exkursionen, Projekte, Theater- und Musikaufführungen, Konzerte, Wettbewerbe sowie weiteres mehr. Dies alles steht den Anforderungen, welche die Gesellschaft und die Lehrkräfte selber an den Beruf des Lehrers stellen, diametral entgegen. Die geplanten Maßnahmen bedeuten speziell am Gymnasium Burgdorf die Einsparung von etwa drei vollen Lehrerstellen. Der gesamte Unterricht sowie unser umfassendes Schulleben werden demnach auf weniger Schultern verteilt. Jedes Fehlen einer Lehrkraft (beispielsweise durch Fortbildung, Krankheit, Klassenfahrt, Exkursion o.ä.) wird sich in der Folge noch deutlicher als bisher für alle Beteiligten negativ auswirken. Das bedeutet konkret, dass es zu mehr Stundenausfällen für die Schülerinnen und Schüler und zu mehr Vertretungsstunden für die Lehrkräfte kommen wird. Darüber hinaus wird es durch die Einsparung von Stellen insgesamt weniger Neueinstellungen geben. Das heißt neue Kolleginnen und Kollegen, die hoch motiviert sowie mit neuen Ideen und Konzepten aus dem Referendariat und von der Universität kommen, werden ausbleiben. Damit werden auch wichtige neue Impulse insbesondere für den Unterricht, seine Inhalte und seine Methoden, fehlen. Insgesamt wird sich folglich für ALLE Beteiligten – Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrkräfte – die Qualität des Schullebens spürbar verschlechtern!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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Pro

Ich unterstütze das Anliegen des Schulelternrates! Bereits jetzt zeigen unabhängige Untersuchungen zur Arbeitszeit von Gymnasiallehrkräften (unter Berücksichtigung eines Jahresurlaubs von 30 Tagen), dass die wöchentliche Arbeitszeit bei 46 Stunden oder mehr liegt. Darüber hinaus unterrichten sie bis zu 300 Schülerinnen und Schüler zeitgleich - wie soll es da noch möglich sein, individuell auf jede/n einzelne/n einzugehen?! Dieses Betreuungsverhältnis nun noch weiter zu verschlechtern, ist nicht vertretbar!!

Contra

Es ist interessant, dass ein Schulelternrat jetzt aktiv wird. Die psychische Belastung des Lehrers wird z.B. in der bereits 2005 veröffentlichte Studie von Prof. Dr. Schaarschmidt ("Potsdamer Lehrerstudie") auf den Grund gegangen. Forderungen u.a. zu einem Eignungstest für zukünftige Lehrer, Qualifizierungen der Schulleiter hinsichtlich Teammanagement, kommunikativere Schulformen mit z.B. kleineren Klassen und Supervision der Lehrer sind meiner Ansicht nach für die Elternschaft wichtigere Forderungen als sich vor den Karren der Lehrer zu spannen und deren Interessen zu vertreten.