• Von: Stefan Merkl mehr
  • An: Landtag und Kultusministerium
  • Region: Baden-Württemberg mehr
    Kategorie: Bildung mehr
  • Status: Die Petition ist bereit zur Übergabe
  • Zeichnung beendet
  • 1.207 Unterstützer
    950 in Baden-Württemberg
    Sammlung abgeschlossen

G8 zerstört die Musiklandschaft des Landes. Stoppt den Verfall der Arbeitsgemeinschaften!

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Wir Musiklehrer möchten nicht länger die seit mehreren Jahren stattfindende Verschlechterung der Arbeitsbedingungen in den außerunterrichtlichen Arbeitsgemeinschaften hinnehmen.
Der in vielen Schulen Baden-Württembergs schleichende Verfall von Arbeitsgemeinschaften wie Chor, Orchester und Big Band muss gestoppt werden!

Das außerunterrichtliche Engagement der Schüler in musikalischen Arbeitsgemeinschaften ist in den letzten Jahren an allen Gymnasien aus folgenden Gründen stark zurückgegangen:

1. Auf Grund der Erhöhung der täglichen Pflichtstunden sind die Schüler nicht mehr in der Lage bzw. fehlt den Schülern die Bereitschaft, für Musik-Arbeitsgemeinschaften (z. B. Chor, Orchester, Bands) zusätzlich Zeit in der Schule zu verbringen.
2. Durch die Erhöhung der Pflichtstundenzahl pro Tag wird es den Schulen erschwert, attraktive AG-Zeiten im Stundenplan einzurichten.
3. Die grundsätzliche Erhöhung der Leistungsanforderungen, der steigende Leistungsdruck und Schulstress macht es den Schülern weitgehend nicht mehr möglich, schulische und außerschulische musikalische Angebote oder Instrumentalunterricht wahrzunehmen.
4. Diese Situation wird leider mittlerweile von vielen Lehrern als auch Eltern mitgetragen und führen dazu, dass kontinuierliche AG-Arbeit schlichtweg unmöglich geworden ist.
5. Dieser Punkt betrifft gleichermaßen das umfangreiche Angebot außerschulischer Bildungsträger: VdM- und private Musikschulen, private Musikerzieher, Chöre und andere Ensembles, Kirchen und Sportvereine.

(Nach: Verband Deutscher Schulmusiker vom 6.April 2013
www.landesmusikrat-niedersachsen.de/attachments/article/99/VDS-Erklaerung-G9.pdf)

Dies steht im Widerspruch zum Stellenwert der Musikausbildung im Bericht der Kultusministerkonferenz vom 10.03.1998:

Neben dem Musikunterricht im Klassenverband ist den Schulen in Baden-Württemberg
ein besonderer musikalischer Schwerpunkt im Bereich der Schulchöre und Schulorchester
(…) zugeordnet.
Alle diese Musizierformen erfordern Disziplin und Genauigkeit und verlangen Geduld und
persönliche Opferbereitschaft. Die erworbenen Fertigkeiten sind auch Grundlage für eine
musikbetonte Freizeitgestaltung.
Zur Gestaltung des schulischen Lebensraums gehören als wichtige kulturelle Beiträge z.B.
Schulfeiern, Tage der offenen Tür, Ausstellungen, Adventsandachten, Weihnachtsfeiern,
Musiktheateraufführungen, Chor- und Orchesterkonzerte.
www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/1998/1998_03_10_Bericht_Musikunterricht.pdf

Wir fordern:
1. Reduzierung der Leistungsanforderungen unserer Schüler, um innerschulisch und in der Freizeitgestaltung wieder musikbetont handeln zu können.
ZB. durch bessere Verteilung der Lerninhalte auf eine längere Schulzeit, durch Entlastung in der Stundentafel oder durch den Versuch exemplarischer Stoffvermittlung im Gegensatz zur vorhandenen Stauchung des Lernstoffs von von G9 auf G8 (weiter Vorschläge willkommen!).
2. Stärkung der Musik-Arbeitsgemeinschaften durch die Sicherstellung kontinuierlicher Arbeit.
3. Einen „runden Tisch“ aller an der kulturellen Ausbildung Jugendlicher Beteiligten mit dem Kultusministerium, um Lösungsansätze zu entwickeln.

Begründung:

Kinder brauchen Musik zur Persönlichkeitsbildung.
Musik stärkt soziale Kompetenzen wie Toleranz, selbstbewusstes Handeln und Kommunikationsfähigkeit.
Dies braucht Zeit, Geduld und ein Umfeld, dass frei ist von Leistungsdruck.
Dem steht das G8 in seiner gegenwärtigen Form diametral gegenüber.
Handeln wir jetzt!

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

78050, 17.11.2015 (aktiv bis 16.05.2016)


Neuigkeiten

Liebe Unterstützer! Die Petition ist bereit zur Übergabe. Am kommenden Donnerstag wird sie an die neue Kultusministerin Frau Dr Eisenmann übergeben. Die Übergabe findet vor dem Plenarsaal des Landtags zwischen 10-11 statt. Unterstrichen wird der Wunsch ...

>>> Zu den Neuigkeiten


Debatte zur Petition

PRO: Mein Torben kann die Trommel schlagen UND rechnen! Er hat auch an der größten angelegten Vergleichsstudie zu musikbetontem Unterricht in Europa teilgenommen. Da wurde ihm nach deren Beendigung bescheinigt: "Die vorteilhafte Entwicklung ist also eindeutig ...

PRO: Die gegenwärtige Alzheimer Forschung belegt: “Kommunikationsfähigkeit: Diese ist bei Dementen oft gestört, bedingt durch fort-schreitenden Gedächtnisverlust und die begleitende Aphasie. Vor allem zu Beginn der Krankheit leiden manche Patienten sehr darunter, ...

CONTRA: "Reduzierung der Leistungsanforderungen unserer Schüler, um innerschulisch und in der Freizeitgestaltung wieder musikbetont handeln zu können" - Na Prima, dann sollte eure Zeugnisse aber auch besonders gekennzeichnet sein. Denn der Torben kann nicht rechnen, ...

CONTRA: Für Arbeit z.B. in der Pflege, Verkauf, Logistik ist Musikunterricht überflüssig. Die Lehrer sollten sich einen anderen Laujob suchen.

>>> Zur Debatte



Petitionsverlauf

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