Die Philharmonische Gesellschaft Rostock e.V. protestiert gegen die Zielvereinbarung zwischen der Hansestadt Rostock und dem Land Mecklenburg-Vorpommern. Wir fordern die unverzügliche Änderung und Neufassung.

Es kann nicht akzeptiert werden, dass die Zuschüsse von Land und Stadt für das Theater und die Norddeutsche Philharmonie über Jahre festgeschrieben sind, eine Dynamisierung nicht vorgesehen ist. Angesichts steigender Kosten (Betriebs- und Personalkosten) bedeutet dies einen schleichenden Abbau an Leistungskraft des Vier-Sparten-Theaters und seines Orchesters.

Derzeit verweigern die Volkstheater Rostock GmbH und deren Gesellschafter, die Hansestadt Rostock, vertreten durch Herrn Oberbürgermeister Roland Methling, der Norddeutschen Philharmonie Rostock die dringend notwendigen Nachbesetzungen unverzichtbarer vakanter Musikerstellen. Zudem wurde der Haustarifvertrag gekündigt, der bei Gehaltsverzicht 73 Musikerstellen festschrieb. Jetzt planen Stadt und Intendant eine weitere Kürzung auf 59 Musiker.

Im Jahr 1997 zu seinem 100. Jubiläum zählte das Orchester 90 Musiker, eine Zahl, die einem A-Orchester angemessen ist.

Wir protestieren gegen die bewusste Demontage der Norddeutschen Philharmonie Rostock, welche neben ihren Aufgaben im Musiktheater und Ballett allein mit Philharmonischen Konzerten und Gastspielen jährlich über 400.000 Euro Einnahmen erzielt und ökonomisch das wichtigste Standbein des Rostocker Volkstheaters darstellt.

Die ehrenamtlichen Bemühungen der Philharmonischen Gesellschaft, die die Gründung einer Stiftung und einer Akademie für das Orchester initiierte, um junge Musiker nach Rostock zu holen und zu unterstützen, werden durch die Sparpolitik konterkariert.

Die aktuelle Verweigerung der Einstellung junger leistungsstarker Führungskräfte besiegelt das künstlerische Absterben des derzeit noch bedeutsamsten philharmonischen Klangkörpers Mecklenburg-Vorpommerns.

Wir fordern die Dynamisierung des Zuschusses von Land und Stadt für das Theater und die Norddeutschen Philharmonie Rostock, um unsere lebendige Musikkultur in der Hansestadt Rostock zu erhalten!

Raison

Das Orchester hat in Rostock eine 120-jährige Tradition und ist der renommierteste Klangkörper des Landes Mecklenburg-Vorpommern. International herausragende Dirigenten und Solisten sind jedes Jahr zu Gast in Rostock und bewirken jahrein, jahraus nahezu durchgehend voll besuchte Konzerte, sowohl in Sonderkonzerten wie auch in den Philharmonischen Anrechtskonzerten.

Darüber hinaus leistet das Orchester wertvolle humanistische Arbeit in Jugend- und Bildungseinrichtungen, kooperiert mit der Hochschule für Musik und Theater Rostock und den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern.

Die Kürzungen und offenen Stellen bedeuten einen Verlust von Klangfülle und Qualität. Werke wie die 9. Sinfonie von Beethoven, Bruckner, Schostakowitsch und Maler würden aus dem Spielplan fallen.

Ohne Neubesetzungen durch junge Musiker blutet ein Orchester aus, verliert es seine Leistungskraft und Wettbewerbsfähigkeit.

Mit der Attraktivität, die ohne Zweifel verloren geht, werden sich neben den leistungsstärksten Akteuren auch die Sponsoren, Freunde und Unterstützer für das Orchester zurückziehen. Das kann nicht im Interesse des Landes sein, das sich rühmt, im Jahr 2016 einen Haushaltsüberschuss von 254 Mio. € herbeigeführt zu haben. Es erscheint einem nahezu sittenwidrig, wenn das Land in der Zielvereinbarung einerseits die Förderung begrenzt und andererseits der Hansestadt mit Finanzkürzungen droht, falls diese die dringend benötigten Mittel für das künstlerische Überleben des Orchesters möglich macht.

Sollten die Kürzungen wie derzeit geplant umgesetzt werden, entsteht ein irreparabler Schaden an der Norddeutschen Philharmonie Rostock.

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Pour

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Contre

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