Wir, der Landesheimrat Hessen und der „Verein Berater-Kinder- und Jugendvertretung Hessen“, starten hiermit eine Petition gegen die Heranziehungsrichtlinie in deutschen Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen.

Wir fordern ein einstellen beziehungsweise ein Minderung der Heranziehungsrichtlinie! Zum Beispiel mit einer Staffelung: Bis zu einem Verdienst von 450€ eine 60:40 Staffelung (60% an den Jugendlichen) Ab einem Verdienst von 450€ eine 50:50 Staffelung (50% an den Jugendlichen)

Die Jugendlichen wollen sich nicht an ihrem Geld bereichern, sondern wollen sich eine solide Grundbasis erarbeiten und gleichgestellt sein mit anderen Jugendlichen. (Veranstaltungen, Führerschein oder ähnliches selbst zusammensparen)

Der Landesheimrat ist ein sich selbst organisierendes und vom hessischen Ministerium für Soziales und Integration sowie dem Landesjugendamt anerkanntes, gefördertes Gremium, welches sich für die Grundrechte in hessischen Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen einsetzt. Er ist das Bindeglied zwischen den jungen Menschen und der Politik.

Der „Verein Berater-Kinder- und Jugendvertretung Hessen“ besteht aus Pädagoginnen und Pädagogen aus der hessischen Kinder- und Jugendhilfelandschaft. Wir wollen, dass sich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an der Gestaltung ihres Alltags und ihres Lebens beteiligen und einmischen. Junge Menschen sollen sich an den Entscheidungen, die ihr Leben maßgeblich beeinflussen, beteiligen (können). Das ist kein Großmut von Erwachsenen, sondern eines der Grundrechte junger Menschen.

Begründung

Die Heranziehungsrichtlinie beinhaltet ausschließlich Empfehlungen für die Beteiligung an den Kosten für stationäre und teilstationäre Leistungen und vorläufige Maßnahmen nach §§ 91 ff. SGB VIII. Sie berücksichtigt die durch das Kinder- und Jugendhilfeverwaltungsvereinfachungsgesetz (KJVVG) zum 03.12.2013 in Kraft getretenen Änderungen im Sozialgesetzbuch (SGB VIII) und die zum 04.12.2013 in Kraft getretenen Änderungen in der Kosten- beitragsverordnung (KostenbeitragsV).

Wir beziehen uns auf Artikel 3 des Grundgesetzes: "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden."

Kurz gesagt: warum müssen junge Menschen, welche in einer Jugendhilfsmaßnahme leben, ihr selbst verdientes Geld abgeben und junge Menschen, die in ihrer Familie leben, nicht? Durch die Abgabe entstehen grundlegende Nachteile. Zum Beispiel:

• können sie sich kein Eigenkapital aufbauen • verlieren sie durch die Abgabe die Motivation ihr eigenes Geld zu verdienen • haben sie es schwerer z.B. für einen Führerschein oder für die eigene Wohnung zu sparen • es kann kein Gesunder Umgang mit Geld erlernt werden • lernen das es sich lohnt zu arbeiten, um ein gleichgesteltes Mitglied der Gesellschaft zu sein

Bei Fragen stehen ihnen auch gern der Landesheimrat Hessen unter

www.Landesheimrat-Hessen.de

        Oder

Den Verein Berater Kinder- und Jugendvertretung Hessen unter:

`www.berater-kijuv-hessen.com`

zu Verfügung.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Kevin Engelter aus Alsfeld
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  • Hallo Leute,

    erst einmal: vielen lieben Danke für all eure Unterschriften! Heute ist der 18. Februar und wir haben mit unserer Onlinepetition bereits 431 Unterschriften gesammelt. Wie ihr euch sicherlich denken könnt zählt jede Einzelne. Je mehr Unterschriften wir haben, desto besser ist es. Aus diesem Grund haben wir auch eine Petition auf Papier mit welchem wir auf die Straße gehen wollen um noch mehr Leute damit zu erreichen. Dabei könnt ihr uns helfen!
    Nein, ihr müsst damit nicht auf die Straße gehen :)

    Aber: Ihr könnt (wenn ihr wollt) diese Petition von uns bekommen und all eure Freunde in der Schule, all eure Kollegen auf der Arbeit oder eure Mitbewohner / Familie auf dieser Liste unterschreiben lassen.

    Ihr habt mit euere Unterschrift schon riesig geholfen. Wer allerdings weitermachen und weiterhelfen möchte, der kann sich diese Petition zuschicken lassen.
    Schreibt uns einfach eine kurze Mail an:

    info@landesheimrat-hessen.de

    und wir schicken sie euch zu.

    Im Namen des Landesheimrat Hessen nochmals vielen Dank für eure Hilfe!

    Liebe Grüße
    Kevin Engelter

Pro

Ein geeigneter Kompromissvorschlag wäre, alles was über die Unterbringungs-, Betreuungs-, Verpflegungs-, und sonstige Kosten hinaus an Einkommen erzielt wird, können die Leute behalten und bis zu der Höhe müssen sämtliche Einnahmen mit den indiviuellen Kosten verrechnet werden: So ist das dann wie im wirklichen Leben da kann man sich schon mal dran gewöhnen. Nur: selbst dann kann man nicht alles behalten, ein Großteil geht nämlich noch für Steuern und Abgaben drauf! Ansonsten: Fehlanreize vermeiden, lieber zur Schule gehen und einen hohen Bildungsabschluss machen als im Schulalter zu jobben!

Contra

Ich bringe das mal in ein neues Argument, dass die Pro-Argumente zu meinem Contra nicht unübersichtlich werden: Jugendliche mit Einkommen, deren Eltern ALG II beziehen, müssen ebenfalls einen Teil abgeben (bzw. die Leistung an die Eltern wird gekürzt). Der Staat ist nicht die Wohlfahrt. Er hilft, aber jeder hat im Rahmen seiner Möglichkeiten einen (Eigen-)Beitrag zu leisten. Dass junge Menschen, die bei ihren Eltern wohnen, von den Eltern nichts abgenommen bekommen (wozu sie berechtigt wären!), ist vollkommen irrelevant.