openPetition wird europäisch. Wenn Sie uns bei der Übersetzung der Plattform von Deutsch nach Deutsch helfen wollen, schreiben Sie uns.
close
Bild zur Petition mit dem Thema: Helft Anja - gegen die Willkür von MDK-Gutachtern! Helft Anja - gegen die Willkür von MDK-Gutachtern!
Erfolg
  • Von: Bernd Sieberichs mehr
  • An: Bundesgesundheitsminister Gröhe
  • Region: Deutschland mehr
    Kategorie: Soziales mehr
  • Status: Petition hat zum Erfolg beigetragen
    Sprache: Deutsch
  • Erfolg
  • 1.950 Unterstützende
    1.925 in Deutschland
    Sammlung abgeschlossen

Helft Anja - gegen die Willkür von MDK-Gutachtern!

-

“Verbunden werden auch die Schwachen mächtig!” Friedrich Schiller

MENSCHLICHKEIT MIT AUGENMASS STATT PHANTASIE-GUTACHTEN DES MDK Der MDK (Medizinische Dienst der Krankenkassen) begutachtet im Auftrag derselben Krankenkassen, die später die Pflege für ihre pflegebedürftigen Mitglieder zahlen muss, ob und welche Qualität der Pflege die Pflegebedürftigen verdient haben. Dafür haben die meisten Gutachter 30 bis 60 Minuten Zeit. Bezahlt werden sie von ihrem Auftraggeber, der Krankenkasse. Hier wurde der Bock zum Gärtner gemacht und der Willkür, der Ignoranz und der Abhängigkeit zum Nachteil des Pflegebedürftigen Tür und Tor geöffnet. Wir fordern daher:

  1. Von Pflegekassen unabhängige Gutachter, die ihren Namen verdienen. Was die Sozialgerichte mit ihren Gutachtern leisten, das sollte Standard werden. Das bedeutet, mit Güte und Achtung den Menschen und seine Gesamtpflegesituation zu beurteilen, ohne den Brötchengeber "Krankenkasse" und das eigene Portemonnaie im Hinterkopf zu haben.

  2. Begutachtungs- und Widerspruchsverfahren dürfen maximal drei Monate dauern. Mehr sind einem Pflegebedürftigen und seinen Angehörigen nicht zuzumuten. Krankheit und Pflegesituation belasten schon genug.

  3. Eine Neuausrichtung des Gutachterwesens mit einer stärkeren Berücksichtigung und Gewichtung der hausärztlichen Begutachtung/Atteste/Diagnosen. Die gängige Begutachtungspraxis des MDK durch einen vollkommen Fremden, der zudem in nur wenigen Minuten zu einem gerechten Urteil über einen Menschen kommen soll, der meist seit Wochen oder gar Monaten chronisch krank und in Behandlung durch wirkliche Fachleute ist, macht wenig Sinn und vergeudet Zeit und kostbare Ressourcen. Hausärzte und behandelnde Fachärzte kennen ihre Patienten wesentlich länger als 30 - 60 Minuten.

Oder vertrauen die Kassen etwa ihren eigenen Vertragsärzten nicht?

Begründung:

Bis zum April 2016 war Anja eine erfolgreiche Therapeutin, die in beinahe 10 Jahren Hunderten ihrer Patienten helfen konnte, wieder gesund zu werden. Über Nacht erkrankte Anja schwer. Binnen weniger Wochen wurde sie so schwach, dass sie ihr Bett nicht mehr aus eigener Kraft verlassen konnte. Schon bald waren selbst die intimsten Handgriffe nicht mehr ohne fremde Hilfe möglich. Dazu kamen auch über Nacht diverse Lebensmittelallergien. Als häusliche Pflegeperson investierte ich als Partner ca. 40 Stunden pro Woche in Einkäufe, Kochen, Putzen, Waschen, Körperpflege, Einreibungen, Massagen und vieles mehr. Trotzdem war Anja im September 2016 durch die Krankheit gezwungen, ihre Praxis zu schließen und ihren Beruf aufzugeben. Es begann eine Odyssee der ärztlichen (Fehl-) Behandlungen und (Fehl-) Diagnosen. Von heute auf morgen 2/3 des Familieneinkommens weg. Laut Diagnose der Uniklinik Kiel hatte Anja nur noch wenige Monate Lebenserwartung. Die ursprüngliche Erkrankung wurde durch Folgeerkrankungen verstärkt. Anja verweigerte die weitere Behandlung durch das UKSH und hat die Fehldiagnose vom Oktober 2016 um viele Monate überlebt – und lebt immer noch. :-)  Wir begannen mit alternativer Behandlung. Gleichzeitig stagnierte die häusliche Pflegesituation mit einem hohen Aufwand von ca. 40 Stunden pro Woche. Im Januar 2017 wurde ich von Freunden auf die Möglichkeit eines Pflegeantrags aufmerksam gemacht. Die Informationen über Pflegekasse, häusliche Pflege, Wohngeld, Krankenkasse und vor allem die wahre Erkrankung von Anja konnte ich nur nachts einholen, weil der Tag mit Existenzsicherung, häuslicher Pflege, alternativer Weiterbehandlung und dem Kampf gegen die Willkür der Behörden ausgelastet war. In dieser Zeit gingen unsere Finanzreserven zu Ende. Die alternative Behandlung zeigte Teilerfolge, war aber kostenintensiv. Die Krankenkasse brauchte fünf Monate, um Anja über mich krankenzuversichern. Im März beantragte ich die Begutachtung durch den MDK. Anjas Symptome verschlimmerten sich wieder. Im Mai erfolgte dann nach beinahe 11 Wochen und einer schriftlichen wie einer telefonischen Beschwerde über die lange Wartezeit endlich die Begutachtung. In einer guten halben Stunde stellte die Dame jede Menge Fragen, wollte aber unsere zusammengefassten Informationen über Anjas Leidensweg mit den Diagnosen und den Daten von bis dato 27 Ärzten, 5 Heilpraktikern und 2 Krankenhäusern nichts wissen: „Die brauche ich nicht!“ Das Ergebnis dieser mangelnden Sorgfalt ereilte uns 12 Tage später in Form von verweigerter, häuslicher Pflege: Pflegegrad 1! Unsere eigenen Antworten auf den Original-Fragebogen des MDK ergaben dreimal im Abstand von drei Monaten Pflegegrad 3. Aus 40 Stunden wöchentlicher Pflege wurde im Gutachten 14 Stunden – eine glatte Lüge! Aus kompletter Hilflosigkeit und Unselbstständigkeit wurde im Gutachten eine Frau, die Behördengänge und finanzielle Angelegenheiten selbstständig regeln könne – eine weitere, dreiste Lüge. Insgesamt ist dieses sogenannte Pflegegutachten mit 34 (!) Fehlern gespickt. Da das Ergebnis mit 26,5 Punkten nur einen halben Punkt unter dem Pflegegrad 2 mit einem monatlichen Geld für häusliche Pflege liegt, kann man nur von wissentlicher und willentlicher Manipulation ausgehen. Was sonst könnte die „Gutachterin“ zu solch einem krassen Fehlurteil verleitet haben? Ist es vielleicht die Abhängigkeit von ihrem Geldgeber? Wie viele Millionen oder gar Milliarden (=> Überschuss der Krankenkassen 2016 = 16 Milliarden) spült die „gute Arbeit“ eines „Gutachters“ in Form von schlechterer Einstufung eines vermeintlich nicht Pflegebedürftigen in die Kassen der Kassen? Für die Hilfsbedürftigen geht es um Würde, um ein erträglicheres Krankendasein und um eine Wertschätzung ihrer Gesamtsituation, wie der Gesetzgeber sie im Interesse, zum Wohl von uns allen und in unserem Namen beschlossen hat. Für die Pflegekassen und für die Krankenkassen geht es in erster Linie um Wirtschaftlichkeit. Weshalb sonst wehren sie sich so vehement gegen Gutachter, die ihrem Namen Ehre machen, indem sie ehrliche, unabhängige Gutachten über die schwächsten Mitglieder unserer Solidargemeinschaft erstellen? Krankenkassen machen den Bock zum Gärtner und sparen so Multimillionen. Es wundert Anja nicht, dass Sterbenden keine häusliche Pflege zusteht; dass aus 40 wöchentlichen Pflegestunden im Gutachten mal eben 14 Stunden werden; dass ein Beinamputierter mit Bettpfanne und Katheter im Gutachter-Jargon "überwiegend selbstständig" seinen Alltag managt; oder dass eine schwer demente, alte Dame ihren Haushalt "selbstständig" bewältigt, obwohl sie in Wahrheit nicht einmal den Kühlschrank von der Waschmaschine unterscheiden kann. Es wundert Anja auch nicht, dass nur 7% der Begutachteten Einspruch erheben. Pflegebedürftigen fehlt meist die Kraft dazu. Deshalb brauchen wir Ihre und Eure Stimmen. Schaffen Sie dieses ungerechte System ab, Herr Gröhe! Hausärztliche Expertise statt MDK-Willkür - häusliche Pflege spart

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Flensburg, 24.07.2017 (aktiv bis 23.01.2018)


Neuigkeiten

Liebe Freunde und Unterstützer! Seit der letzten Neuigkeit sind viele Wochen vergangen. Das Wichtigste vorweg: Wir haben jetzt zumindest Klarheit, dass die Todesdiagnosen vom Oktober 2016 und vom Juni 2017 falsch waren. Es gibt außerdem zahlreiche Hinweise ...

>>> Zu den Neuigkeiten


Debatte zur Petition

PRO: Ein Ziel der Gesundheitsreform war es u.a. durch die Positionierung des Hausarztes als zentrale Anlauf- und Inforamtionsstelle eine qualifizierte Person zu "generieren", die aus ärztlicher Sicht einen vollständigen Überblick über einen Menschen hat. Erheblicher ...

CONTRA: Ich kann nichts zum Inhalt der Petition sagen, aber ich finde es als Frechheit mit E-Mails von Frau Sonja Walter aus Freiburg zu dem Thema vollgespamt zu werden. Ich kenne Frau Sonja Walter nicht, habe nicht mit Ihr oder Ihren wirren Themen und Theorien ...

CONTRA: 1. Ich kenne die Petenten nicht und weiß nicht, ob sie nicht vielleicht völlig übertriebene Vorstellungen davon haben, was ihnen zusteht. Das kann man aber auch in so einer Form nicht ermitteln, d.h. die Petition ist schlichtweg ein ungeeignetes Mittel, ...

>>> Zur Debatte



Petitionsverlauf

Unterstützer Betroffenheit