Es besteht die akute Gefahr, das Rote Vorwerk, ein Bauwerk mit einer über 700jährigen Geschichte im Zentrum der Stadt Oschatz zu verlieren. Es hat in den letzten Jahrzehnten seine Bestimmung nicht wiedergefunden, eine geringe Lobby erfahren und dämmert nun dem Abriss entgegen. Für das Ziel, einen Schulcampus mit einer Turnhalle zu errichten und Parkplätze zu schaffen, gibt es schlüssige Alternativen. Wir möchten innerhalb von 10 Jahren die historische Bedeutung des Areals einer so breiten Öffentlichkeit bekannt machen und wetten, dass wir in der Zeit einen geeigneten Investor finden, weshalb wir um diese Gnadenfrist und für den Erhalt des Denkmals ein Umdenken ersuchen. Von der behördlichen Abrissgenehmigung darf kein Gebrauch gemacht werden!

Begründung

Das denkmalgeschützte Rote Vorwerk youtu.be/_10e2pmir9s www.facebook.com/rotesvorwerk/ Ist nach Aussagen des Stadtchronisten Magister Hoffmann eines der ältesten Vorwerke der Stadt. Er vermutet dessen Entstehung im 12. Jahrhundert. Als ältester Besitzer ist der Bürgermeister Hans Langnau bis 1394 bekannt. Lehns- und Verkaufsurkunden aus den Jahren 1413, 1416, 1439, 1455 belegen die Größe und die Bedeutung der Anlage für die Stadt Oschatz. Im Karteneintrag des sogenannten Ur-Oeder 1586 ist das "Rote Vorwerk vor dem Brüdertore" markant vermerkt. Schäferei, Wiesen- und Ackerflächen, Armenschule, Frauenhospital, "Frauenkloster", Krankenanstalt, Pferdestall und die Wagenschuppen des Ulanenregiments überstanden Brände und Kriege, erfuhren behutsame Erneuerung und blieben im Stadtgedächtnis. 2004 erfolgte bereits ein Teilabriss der Nebengebäude.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Vogtshaus Oschatz e.V. aus Oschatz
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  • Offener Brief

    am 15.11.2017

    Petition: Stoppt den Abriss des Denkmals Rotes Vorwerk Oschatz
    Sehr geehrter Herr Kretschmar,
    Sehr geehrte Stadträte und Aufsichtsräte der Wohnstätten GmbH,
    wir sehen uns in der Tradition der Menschen, die es bislang über 650 Jahre lang geschafft haben, das Rote Vorwerk als Standort, als Fundament, als Gebäude zu erhalten, trotz knapper Kassen, Kriege, Brände oder anderer Unbill. Wir haben im Vergleich zu all den Jahrhunderten heute die günstigsten Umstände.
    Die Entscheidung, für die weitere Stadtentwicklung das Rote Vorwerk zu opfern, bitten wir zu überdenken und von der Abrissgenehmigung keinen Gebrauch zu machen!
    Wir haben alle nicht das Recht, das Stellvertreterbauwerk aus den Geschichtsbüchern der Stadt zu tilgen.
    Es gibt im Stadtarchiv Oschatz bis zur Jahrtausendwende 1500 nur 88 erhaltene Urkunden auf Pergament. Acht davon bezeichnen die Besitz-und Lehnverhältnisse des Roten Vorwerkes Praschwitz. Für diesen Zeitraum gibt es keine einzige Urkunde für das prominente Vogtshaus.
    Auf den wenigen Kartenwerken des Mittelalters, insbesondere auf dem sogenannten „Ur-Oeder“ aus dem Jahre 1586 und späteren Landkarten ist das Rote Vorwerk nicht nur eingezeichnet, sondern auch bezeichnet und in den Legenden enthalten, wie auch das Siegelhaus der Tuchmacherinnung. Das zeugt von einem sehr prominenten Areal.
    Es ist in den Schriftquellen, im Lehnbuch Friedrich des Strengen erstmals im Jahr 1362 erwähnt, obgleich es älter sein dürfte, wie auch der Stadtchronist Hoffmann dessen Entstehung im 12. Jahrhundert vermutete.
    Es hat nach der landwirtschaftlichen Nutzung als klassisches Vorwerk bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts das Frauenhospital, ein Armenhaus, das sogenannte „Frauenkloster“ beherbergt und hatte im 17. Jahrhundert, als es als sogenanntes „Geistliches Areal“ an die Kirche verpachtet war, ebenfalls Hospitalfunktion neben und nach den anderen drei Spitälern (Zum fernen Siechen, Elisabethhospital und Hospital St. Georgen). Es gehört zur Sozialversicherungsgeschichte bis zur Einführung der Sozialversicherungsgesetze.
    Das verbliebene Gebäude steht stellvertretend für ein Areal, welches zwar noch wenig erforscht ist, obgleich in mehreren Aufsätzen, Zeitungsartikeln und Büchern dessen Bedeutung herausgehoben wurde.
    Es gehört zum Motivschatz auf den alten Postkarten.
    Das Rote Vorwerk hat landesgeschichtliche Bedeutung, dessen Tilgung würde manifestierte Landesgeschichte vernichten, nicht nur die Stadtgeschichte einiger naiver oder im antiquierten Denken verhafteter Oschatzer.
    Künftige Forscher werden uns die Abrissentscheidung um die Ohren hauen! Zur Zukunft
    Parkplätze werden schon in sehr absehbarer Zeit nicht mehr gebraucht!
    Kinder und Lehrer werden sich ihr selbstfahrendes Elektroauto mit dem Smartphone vom Solarfeld bestellen, um zur Schule zu fahren. Die Menschen werden keinen Wert auf Wurzelholzausstattung legen und Autos zum Rumstehen anschaffen.
    Die jungen Leute, die zur Arbeit nach Leipzig und Dresden pendeln, werden kein Kampahaus auf dem Hutberg bauen und keine Einbauküche anschaffen. Auch das Wohnen wird sich verändern.
    Die jungen Leute sind auf Ökologie gepeilt, stehen auf Nachhaltigkeit, werden in Kommunen leben mit geteilter Kinderbetreuung, geteilter Küche, brauchen keine Supermärkte mehr, sondern ein Stück Grün zum Anbau frischen Gemüses. Sie werden kein Laminat mehr in die Häuser bauen und keine Pressspanmöbel kaufen. Sie essen heute schon vegan und werden sich weder von der Pharmaindustrie noch von irgendeinem Besitzdenken beeindrucken lassen. ( Es ist sogar zu befürchten, dass diese den Sport im Freien bevorzugen.) Die jungen Leute werden sich in Kürze um die alten Hütten reißen, sie zu verändern und wieder gesunden Lehmputz an die Wände bringen und bei aller Digitalisierung die Natur genießen. Dieses Haus könnte ein zukunftsweisendes Haus für diese Wohnform werden, von wem auch immer initiiert.
    Die nachfolgenden Generationen werden uns die Entscheidung, eine Bausubstanz wegzuklopfen, die noch weitestgehend aus natürlichen Baumaterialien bestand, um die Ohren hauen. Wir werden uns dem stellen müssen!
    Wir müssen alle, mit Bedacht auf diese Verantwortung, die Demut haben, getroffene Entscheidungen, neu zu überdenken, im Hinblick auf die Zukunft und im Rückblick auf unser kulturelles Erbe, neu zu überdenken.
    Wir müssen jetzt über den Oschatzer Tellerrand schauen. Wir müssen zugeben, dass das Nachdenken über Abriss und Neubau in zu engen Gleisen erfolgt ist, dass der Nachdenkerkreis nicht groß genug war, dass das Wort „Campus“ nur das Moderne verheißt, uns aber nicht aus der Verantwortung für die Zukunft und Vergangenheit entlässt.
    Lasst das Rote Vorwerk ein Vorzeigeobjekt für neue Wohnformen und für junge Leute werden, die eine Gemeinschaftsküche und Gemeinschaftsräume bevorzugen, die es nicht weit zur Schule und zum Bahnhof haben, die das Leben in Oschatz schätzen werden.
    Wenn die Oschatzer Wohnstätten GmbH diese Vision nicht teilen kann, gilt unsere Wette, dass wir in 10 Jahren einen Investor habe

Pro

Die gewachsene Physiognomie unserer Städte sagt viel darüber aus, wie ehrlich wir es mit ihnen meinen. Manche Stadtplanung ist wie Schönheitschirurgie, sie ist ge-dankenlos, eitel und teuer. Mehr noch, sie verletzt eigennützig Gesetze.- hier die des Denkmalschutzes. Oberbürgermeister, Bürgermeister und Stadträte sind schlecht beraten, sich darauf einzulassen.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.

Warum Menschen unterscheiben

  • am 29.11.2017

    Die Erhaltung von historischen Bauwerken und deren sinnvolle Nutzung sollte Vorrang vor Abriss haben.

  • am 19.11.2017

    Es ist wichtig, dass solche alten Baudenkmäler erhalten werden.

  • Henry Meyer Liebschützberg

    am 16.11.2017

    Historisches Denkmal!!! Zu viele solcher Denkmäler wurden in Oschatz schon abgerissen, z.B. Ulanenkaserne.

  • am 15.11.2017

    Abriss = Einfallslosigkeit = Einfalt

  • am 14.11.2017

    Baudenkmale sind Zeitzeugen unserer Geschichte.

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