Wir, die Schülergruppe Bildungsverlierer, fordern:

Die Qualität der sächsischen Bildung, die deutschlandweit ein gutes Ansehen genießt, zu erhalten. Dies erreicht man nur mit einer Gleichbehandlung ALLER LehrerInnen! Klar formuliert heißt das:

  • finanzielle Zulagen in angemessener Höhe für alle LehrerInnen, die nicht verbeamtet werden
  • konkrete Arbeitserleichterungen wie z.B. die Herabsetzung der Pflichtstundenzahl und des Klassenteilers
  • Vergütung von Mehrarbeit.

Die Schülerschaft sollte nicht unter den Verfehlungen der letzten 10 Jahre Bildungspolitik leiden.

Bezug: Von der sächsischen Staatsregierung am 09. März 2018 verabschiedetes Handlungsprogramm „Nachhaltige Sicherung der Bildungsqualität im Freistaat Sachsen“ (www.bildung.sachsen.de/blog/index.php/2018/03/09/handlungsprogramm/)

Begründung

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete des sächsischen Landtages, sehr geehrte Mitglieder des Petitionsausschusses,

wir, die Schülergruppe Bildungsverlierer, kritisieren das verabschiedete Handlungsprogramm der sächsischen Staatsregierung sehr stark in Bezug auf die vorgesehene Verbeamtung von Lehrern unter 42 Jahren. Aufmerksam auf das Problem wurden wir nicht nur durch persönliche Erfahrungen mit Lehrern und deren Meinungen, sondern auch durch spürbare Verschlechterungen im Schulalltag wie z. B. Wegfall außerschulischer Zusatzangebote, Ausfall und häufige Lehrerwechsel innerhalb eines Schuljahres.

Unser Kultusminister Christian Piwarz schreibt zu Recht in seinem Brief an die Schulleiterinnen und Schulleiter der öffentlichen Schulen im Freistaat Sachsen: Die Situation sei ernst. Unter dem von ihm deutlich gemachten Lehrermangel für das zweite Schulhalbjahr 2017/18 leiden wir schon seit mehreren Jahren. Dies hängt nachvollziehbar auch mit der mangelnden Entgeltung der Lehrkräfte zusammen. Die anderen Bundesländer haben die Zeichen der Zeit erkannt und gehandelt, d. h. entweder verbeamtet oder den Angestellten einen finanziellen Ausgleich gezahlt. Wir begrüßen es, dass Sachsen nun nachzieht und die jungen Lehrer durch dieses vorliegendes Handlungsprogramm bessere Löhne erhalten sollen.

Allerdings leiden darunter die Lehrer über 42 Jahre, denen, Herr Piwarz, ihr „ganz persönlicher Dank“ nicht ausreicht, als Lohn für ihre jahrelange harte Arbeit. Die Qualität unserer Bildung liegt doch gerade in der Hand dieser erfahrenen Lehrer. Nicht nur wir Schüler, sondern vor allem auch die jungen Lehrer können nur weiterhin von den Erfahrungen der bewanderten Lehrer profitieren, wenn sie entsprechend entgeltet werden.

Sollte es, Herr Piwarz, Ihrerseits keine Lösung für dieses Problem geben, könnte sich die neue Regelung wie ein Keil zwischen das junge und ältere Kollegium treiben. Diese Atmosphäre würde das Miteinander zwischen Lehrern und Schülern ebenfalls beeinflussen und immens verschlechtern. Die zunehmend ansteigende Lustlosigkeit der Lehrer - aufgrund einer miserablen Schulpolitik - führt dazu, dass die Schule als „Lebensort“ nicht mehr erhalten werden kann, da mit Sicherheit Exkursionen und Klassenfahrten wegfallen werden.

Generell würden wir es daher befürworten, wenn Lehrer über 42 Jahren besser für ihre Arbeit bezahlt werden. Die im Übrigen dafür vorgesehenen Leistungsprämien reichen dafür nicht ansatzweise aus, denn diese sind, laut Herrn Piwarz, ja nur für „besondere Leistungen“ vorgesehen. Aus den sogenannten Leistungsprämien resultiert ein Ungleichgewicht, da nicht jeder Lehrer eine gerechte Prämie erhalten kann. Die Belohnung erfolgt stets subjektiv, da man nie mit Sicherheit festlegen kann, welcher Lehrer mehr Engagement zeigt als der andere.

Gegner dieses Schreibens, werden anmerken, dass es die Möglichkeit gibt, als Lehrkraft von der Entgeltgruppe E13 in die Entgeltgruppe E14 aufzusteigen. Allerdings ist diese Maßnahme ungenügend, da erstens: nur 20 Prozent der Lehrer diese Höhergruppierung erreichen können, zweitens: sich die Lehrer einem mühsamen Beurteilungsverfahren stellen müssen, drittens: man in der E14 in die Erfahrungsstufe 1 geschoben wird, um sich dann dort wieder hochzuarbeiten und viertens: trotz allem ein großer Unterschied im Nettogehalt zu den verbeamteten Lehrern bestehen bleibt.

Ein weiterer Kritikpunkt, welcher uns sehr am Herzen liegt, ist die Einstellung von Seiteneinsteigern. Sie dienen als Lückenfüller für die nicht vorhandenen Lehrkräfte. Wir stehen dieser Regelung kritisch gegenüber, auch wenn wir wissen, dass Seiteneinsteiger durchaus gute Arbeit leisten. Dies hat folgenden Grund: Seiteneinsteiger müssen sich berufsbegleitend weiterbilden, somit fehlen ihnen u. a. die nötigen pädagogischen Grundlagen. Beispielsweise wirkt sich das fehlende Referendariat besonders in der Anfangszeit auf die sozialen Kompetenzen und somit auch auf die Wertigkeit des Unterrichts aus.

Mit dieser Petition rufen wir zu einer landesweiten Protestwelle seitens der Schüler und aller an Bildungspolitik interessierten Bürger auf.

Die Schülergruppe Bildungsverlierer

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Schülergruppe Bildungsverlierer aus Bautzen
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Pro

Zahlen, Fakten und Fragen: 1. In Sachsen gibt es ca. 30.625 Lehrer, davon werden 6.000 verbeamtet (das sind ca. 20 %). Warum? Lehrermagel! Konnte die sächsische Staatsregierung nicht rechnen? (Die Geburtenrate stieg an. Lehrer gehen auch in Rente. ups) 2. Rechnen wir weiter: Es soll eine Höhergruppierung für 20% der Lehrer geben, die nicht verbeamtet werden. E 13 Erfahrungsstufe 5 = nicht gleich E 14 Erfahrungsstufe 1, (dahin kommt man), macht 190€ netto. 20 % von 24.626 macht ca. 4.800 Lehrer von 24.625? 3.Kant: Aufklärung = Herausgehen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit.

Contra

Was sind Klassenteiler?