Ein vorgeschaltetes Bürgerbeteiligungsverfahren wurde in der Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich abgelehnt. Deshalb werden wir aktiv.

Das vorgesehene Industrie- und Gewerbegebiet soll in drei Bauabschnitten nördlich der Landesstraße L3451 (siehe Bild) entstehen. Der erste, nun aktuelle, Bauabschnitt reicht von der A45 bis zum geteerten Feldweg, der in Richtung Dorlar führt. Der dritte Bauabschnitt berührt die Gemarkung Dutenhofen und ist bis kurz vor die Wohnbebauung geplant. Im Regionalplan ist das betroffene Gebiet als Vorranggebiet "Industrie und Gewerbe" ausgewiesen. Die Stadt Wetzlar hat mit einigen Grundstückseignern bereits Kaufverträge abgeschlossen.

Begründung

Warum sind wir gegen die Errichtung des Industrie- und Gewerbegebietes? Hier sind unsere wichtigsten Gründe (Kurzfassung) :

  • Münchholzhausen und Dutenhofen verlieren ein wichtiges Naherholungsgebiet und müssen den Verlust von Wohn- und Lebensqualität hinnehmen: Eingrenzung bereits durch A45, B49, Flugplatz Lützellinden, Gewerbegebiet Dutenhofen, Müllberg Allendorf.

  • Das geplante Industrie- und Gewerbegebiet verträgt sich schlecht mit dem Wohnbaugebiet „Schattenlänge“: Verminderung der Lebensqualität der Anwohner und eventueller Wertverlust der Grundstücke und Häuser.

  • Wir bezweifeln die Notwendigkeit des geplanten Industrie- und Gewerbegebietes; in Nachbargemeinden wie Rechtenbach und Lützellinden mit gleicher Autobahnanbindung stehen seit langem etliche Flächen leer.

  • Nicht genutzte und frei gewordene Flächen in Wetzlar müssen vorrangig neu bebaut werden bevor neue Industrie- und Gewerbegebiete auf der „grünen Wiese“ entstehen. (s. auch den ‚Agenda-Beschluss‘ der Stadtverordneten aus dem Jahr 2002)

  • Durch das Industrie- und Gewerbegebiet wird die Landschaft in unverantwortlicher Weise weiter zersiedelt. Ferner: Verschwendung von Bodenflächen durch opulente, breite Bauten und übertrieben große Grundstücksgestaltung.

  • Das Verkehrsaufkommen wird sich erhöhen. Damit sind zusätzliche Lärm- und Abgasbelastungen verbunden, plus stärkere Staugefahr.

  • Die Stadt Wetzlar muss viel Geld für die Erschließung des Industrie- und Gewerbegebiets ausgeben, welches später nur schwer zurückzuholen ist: Ausbau des Straßennetzes, Erweiterung der Autobahnanbindung, Erweiterung des Entwässerungsnetzes, des Stromnetzes, der Wasserversorgung etc. Damit steigt die Gefahr der Grundsteuererhöhung für alle Grundstückseigentümer der Stadt Wetzlar und kann somit ebenfalls zur Erhöhung der Mieten führen.

  • Große Flächen werden versiegelt und damit verbundene Abwasserprobleme erzeugt, eventuelle Absenkung des Grundwasserspiegels, Veränderung des Mikroklimas in Münchholzhausen und Dutenhofen, weitere Freisetzung des Klimagases CO2. Private Grundstückseigentümer werden für jeden Quadratmeter versiegelte oder überbaute Fläche finanziell bestraft. Bei der Ausweisung von Industrie- und Gewerbegebieten ist die Versiegelung des Bodens offenbar kein Problempunkt.

  • Es gibt keine Garantie für mehr Arbeitsplätze. Durch verbesserte Technologien oder
    Zusammenlegung von Firmenstandorten können sogar Arbeitsplätze verloren gehen oder lediglich verschoben werden. Durch Ansiedlung international aufgestellter Firmen können regional etablierte Firmen verdrängt werden. Bestehende Arbeitsplätze bei heimischen Firmen können somit verloren gehen. Des Weiteren wird von international aufgestellten Firmen z.B. IKEA häufig keine oder nur in geringem Maße Gewerbesteuer gezahlt. Folglich gibt es keine Garantie für Gewerbesteuer-Mehreinnahmen.

  • Neue Gewerbeflächen bedeuten nicht gleichzeitig neue Gewerbesteuereinnahmen. Durch IKEA gehen Wetzlar sogar Steuereinnahmen unterm Strich verloren. IKEA zahlt kaum Steuern und alleine der Parkplatz hätte 3 mittelständigen Firmen Platz geboten.

  • Wichtige Naturflächen gehen verloren: Verlust des Lebensraums für zum Teil streng geschützte Tiere wie Rotmilan, Rebhuhn, Zauneidechse, diverse Fledermausarten etc. und Pflanzen.

  • Erhaltung der Artenvielfalt. Siehe aktuelle Veröffentlichung über den dramatischen Rückgang der Insekten und die damit verbundene reduzierte Bestäubung von Pflanzen sowie ein starker Rückgang der Vogelpopulation.

  • Wir verlieren wichtige landwirtschaftlich genutzte Flächen, die für den Anbau von Nahrungsmitteln und die Tierhaltung benötigt werden.

Wenn Sie Interesse an der ausführlichen Darstellung unserer Argumente haben, können Sie diese unter naturschutz-wz-muen@gmx.de oder telefonisch bei Klaus Schäfer (06441/73659) anfordern.

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Neuigkeiten

  • Hallo zusammen,

    es gibt bei manchen Petitionsteilnehmern die Sorge, dass sie mit Ihrer Unterschrift
    gleichzeitig mit Werbung der WNZ zugespamt werden. Ich habe Frau Freudenmann von der WNZ angeschrieben und gefragt, ob die Unterschrift unbedingt nötigt ist.
    Hier die Antwort :
    "Am liebsten natürlich mit Unterschrift, diese spielt aber für die Berichterstattung keine Rolle!!! Es braucht also keiner Angst oder Bedenken haben. Es geht um eine Grafik, die darstellt so und soviel haben dafür oder dagegen gestimmt. Nur wer explizit noch eine Ergänzung hat, kann, muss aber nicht namentlich genannt werden."

    Bitte denkt daran. Hier sind nur Einwohner aus Münchholzhausen gefragt. Andere Stadtteile, wie z.B. Dutenhofen, werden zu einem späteren Zeitpunkt separat befragt.

    Viele Grüße
    Alexander Koller
    für die Bürgerinitiative STOPP ! Gewerbegebiet Münchholzhausen / Dutenhofen

  • Liebe Petitionsteilnehmer,

    die WNZ wird in den nächsten Wochen über den Stadtteil Münchholzhausen berichten.
    Alle Münchholzhäuser haben die Gelegenheit den beiliegenden Fragebogen auszufüllen und bis spätestens 30.10.2018 an die WNZ zu schicken.
    Hier wird u.a gefragt wie ihr zu dem Gewerbegebiet Münchholzhausen Nord und zu den Straßenbaubeiträgen etc. steht, die beiden Themen, die Münchholzhausen in der letzten Zeit am meisten bewegen.
    Für Dutenhofen wird es in naher Zukunft einen separaten Bericht geben.
    Bitte beteiligt euch rege - es geht uns alle an.
    Ihr könnt die ausgefüllten und unterschriebenen Bögen gerne bei mir bis 29.10.2018
    abgeben. Ich bringe sie am 30.10.2018 zur WNZ.

    Viele Grüße
    Alexander Koller
    Hohe Straße 24
    Münchholzhausen

    Für die Bürgerinitiative STOPP ! Industrie- und Gewerbegebiet Münchholzhause/Dutenhofen

  • Liebe Petitionsteilnehmer,

    die WNZ hat es leider aus Zeitgründen nicht geschafft das Demonstrationsbild unserer Informationsveranstaltung am letzten Samstag, welches von einer Drohne aus aufggenommen wurde, zu veröffentlichen. (siehe Anlage)
    Wir finden, dass es ein sehr gelungener Nachmittag war; sehr informativ und auch sehr gemütlich, bei Bratwurst, kühlen Getränken und bestem Wetter.
    Wie ihr sicher gehört habt, haben wir uns mit sechs anderen Bürgerinitiaven verbündet,
    da alle Bürgerinitiativen dasselbe Problem haben. Wir werden vom Magistrat der Stadt Wetzlar und großen Teilen der Wetzlarer Stadtverordnetenversammlung nicht gehört.
    So hat auch Andreas Rönnig von der BI "Strabs Wetzlarer Str./Rechtenbacher Str. Münchholzhausen" gesprochen. Die anderen Bürgerinitiativen wurden ebenfalls mit ihren Inhalten erwähnt.
    Einen sehr schönen Artikel hat Ursula Wöll in den Landboten geschrieben, den ihr über
    nachstehenden Link nachlesen könnt .

    www.landbote.info/gewerbegebiet-wetzlar/#more-11770

    Ihr hört von uns !

    Viele Grüße
    Alexander Koller
    für die Bürgerinitiative "STOPP ! Industrie- und Gewerbegebiet Münchholzhausen/Dutenhofen"

Pro

Der Wahnsinn des flächenverbrauchs muss aufhören. Wir müssen auch an unsere Kinder und Enkel denken, ob wir denen nur noch Betonwüsten hinterlassen wollen.

Contra

Die Bäume in der freien Natur wachsen mit der Nahrung aus der Erde und mit dem Licht der Sonne von selbst.Die freie Wirtschaft wächst mit Geld, das man nicht essen kann, wenn dann der letzte Baum gerodet ist (oder so ähnlich hat's mal ein 'Indianer' gesagt).