Die Sparkasse in Groß Schönebeck darf nach über 100 Jahren Bankdienstleistungen nicht ersatzlos geschlossen werden! Über 500 alte und immobile Menschen in Groß Schönebeck (von über 1700 Einwohnern), die Bürger*innen von Schluft, Böhmerheide und Klandorf sowie die Geflüchteten (die keine EC- und Kreditkarten bekommen) sollen nach dem Beschluss des Verwaltungsrates der Sparkasse Barnim von der Bargeldversorgung und allen anderen Bankdienstleistungen zum 31. Juli 2017 abgeschnitten werden.

Der Rückzug verstärkt die ohnehin vorhandenen Infrastrukturdefizite zu einem Zeitpunkt, wo gerade hier junge Familien zuziehen und die Ortsteile von Schorfheide wegen der hier noch vorhandenen Infrastruktur neu beleben.

Mehr dazu auf www.grossschoenebeck.de

Razões

Brandenburg gehört zu den überalterten Bundesländern und das zeigt sich insbesondere in den ländlichen Bereichen. Anstatt darauf einzugehen und die Strukturdefizite z.B. im Nahverkehr und bei den Versorgungseinrichtungen auszugleichen, wirkt die Politik aktiv am Rückzug aus der Fläche mit und erhöht den Abwanderungsdruck.

Das lässt nichts Gutes erwarten hinsichtlich der Zusammenlegung von Landkreisen und zu befürchtenden immer weiteren Wegen zu den öffentlichen Stellen.

Anstatt kreative Lösungen, wie z.B. mindestens Serviceautomaten für Geldversorgung und Bankgeschäfte vor Ort zu installieren oder mobile Bankdienstleistungen mit Bankbussen - wie anderswo erprobt - einzusetzen, soll hier nur einfach geschlossen werden.

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Novidades

  • Mehr als ein Jahr später besteht wieder Hoffnung für die Bargeldversorgung in Groß Schönebeck und Umgebung:

    Am 13.06.2018 hat der Kreistag auf Antrag der CDU beschlossen:

    „Der Kreistag bittet den Vorstand der Sparkasse Barnim, noch einmal darüber nachzudenken, ob es möglich ist, eine Filiale mit Automaten in Groß Schönebeck einzurichten.“

    Der ursprüngliche Vorschlag wurde nach Bedenken des Ex-Sparkassenvorstandes Josef Keil (SPD) nicht zur Abstimmung gestellt:

    „Der Landrat wird beauftragt, sich als Vertreter des Verwaltungsrates der Sparkasse Barnim für das Wiederaufstellen eines Sparkassenautomaten in Groß Schönebeck einzusetzen. Folgende Selbstbedienungsleistungen sollen mindestens möglich sein: Bargeld abheben, Kontoauszüge drucken und Überweisungen durchführen.“

    Begründung:

    Der Rückzug der Sparkasse aus dem ländlichen Raum ist besonders für ältere Bürger eine Einschränkung des Dienstleistungsangebots vor Ort. Besonders betroffen ist nach Aussagen vieler Bürgerinnen und Bürger die Region Groß Schönebeck. Die für die Menschen erreichbaren Sparkassenfilialen liegen weit weg und sind schwer erreichbar. Daher stellen wir den Antrag diesen Fehler zu korrigieren. Hierzu soll die Sparkasse mit der Gemeinde in Kontakt treten, um möglichst eine kommunale Immobilie für einen entsprechenden Selbstbedienungsautomaten zu finden und diesen zeitnah aufstellen.


    Jetzt sind wir gespannt auf die Reaktion von noch Landrat Bodo Ihrke und Sparkassenvorstand Riediger.

  • Auch ein letztes Gespräch mit dem Sparkassenvorstand beim Schorfheider Bürgermeister auf Initiative unseres Ortsvorstehers Hans-Joachim Buhrs blieb letztlich ohne Ergebnis. Die Sparkasse zieht trotz aller Proteste mit Unterstützung des Landrats, CDU und SPD die ersatzlose Schließung der Sparkassenfiliale in Groß Schönebeck durch, obwohl, wie Sparkassenvorstand Riediger immer wieder betonte, augenblicklich keine finanzielle Not dazu besteht, sondern im Gegenteil, Landrat und Sparkasse (als kreiseigenes Unternehmen) erhebliche finanzielle Reserven angespart haben, die eigentlich dem Kreis zugute kommen müssten.

    Nach dem Gespräch schickte die Sparkasse den im Folgenden dokumentierten Brief, in dem einige Angebote an die Sparkassenkunden formuliert sind, die allerdings alle auf Kosten der Kunden gehen, selbst wenn es sich wie bei den Geldanlageberatungen um solche handelt, an denen die Sparkasse verdient. Nun muss jeder für sich entscheiden, ob er zu einer der viel günstigeren online-Banken wechselt - und damit günstiger fährt - oder automatisch nach Finowfurt umgeleitet wird - oder sich zur Sparkasse nach Klosterfelde oder Liebenwalde ummeldet, was ganz formlos möglich ist.

    Bei Bedarf bietet der Bürgerverein eine Schulung für online-Banking an.
    Dazu müssten Sie sich über info@grossschoenebeck.de anmelden.

    Der Kampf um die Sparkasse ist beendet, der Kampf um ein lebenswertes Leben auf dem Lande geht weiter.

  • Kein Sozialdemokrat, keine Linker, kein Freier Wähler, nein, ein Grüner Abgeordneter hielt am Mittwoch im Kreistag in Eberswalde eine flammende Rede für eine gerechte Bargeldversorgung auf dem Land im Westen der Gemeinde Schorfheide und in Lunow.

    Stefan Böhmer, Vorsitzender der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag fand deutliche Worte für das Verhalten der Landrats Bodo Ihrke.

    Zurecht kritisierte er deutlich die mangelnde Bereitschaft der Sparkassen und der verantwortlichen Politiker - Landrat Ihrke eingeschlossen, für eine ausreichende Versorgung der Menschen mit Bargeld zu sorgen.

    Mit seinen Fragen brachte er den Unmut und den Frust der Bürger auf den Punkt:

    „Wir wollen Wirtschaft in die Peripherie bringen? Wie soll das funktionieren ohne eine Bargeldversorgung? Wie wird eine alternde Bevölkerung an der Peripherie mit Geld versorgt, die nicht mobil sind? Wo bekommen die Senioren Ihre Rente her?“

    Formalrechtlich darf der Kreistag dem Landrat in seiner Rolle als Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse keine Aufgaben erteilen.

    Das hat sogar der ehemalige Sparkassenvorstand Josef Keil (SPD), ebenfalls Mitglied des Kreistages, erkannt. Seine Argumentation „Die Politik und der Kreistag darf sich nicht in das operative Geschäft der Sparkasse einmischen.“ geht allerdings meilenweit am Thema vorbei.

    Geht es doch hier um eine grundlegende, strategische Entscheidung von großer Reichweite für die Menschen im Barnim: Eine angemessene Grundversorgung mit Bargeld und Finanzdienstleistungen.

    Der Antrag der Grünen richtet sich deshalb auch explizit an den Landrat in seiner Rolle als Landrat:

    "Der Landrat wird beauftragt, sich als Vertreter des Trägers im Verwaltungsrat der Sparkasse für den Erhalt der Sparkassenfiliale in Groß Schönebeck einzusetzen."

    Der Kreisausschuss A4 aka Ausschuss für Territorialplanung, Bauen und Wohnen, Gewerbe und Wirtschaft brachte seine ganze juristische Expertise ein und formulierte der Antrag noch einmal so um, dass er mit Sicherheit nicht mehr vom Landrat kassiert werden kann:

    "Der Landrat wird gebeten, im Rahmen der nächsten Verwaltungsratssitzung erneuert die zum 01.07.2017 beabsichtigten Geschäftsstellenschließungen der Sparkasse Barnim zu thematisieren und die Auswirkungen für die betroffenen Kunden, besonders für den Bereich des Bargeldgeschäftes nochmals zu diskutieren."

    Der neue Antrag wurde mit großer Mehrheit vom Kreistag angenommen.

    Jetzt ist der Ball wieder beim Landrat und den Vorständen der Sparkasse.

    Sehr geehrter Herr Ihrke,

    Sie können als der Landrat in die Barnimer Geschichte eingehen, der tausenden Barnimern die Geldversorgung genommen hat.

    Oder Sie können als ein Landrat in Erinnerung bleiben, der einen fairen Kompromiss aushandeln kann, anstatt sich an seine einmal getroffene Entscheidung zu klammern.

    Wir in Groß Schönebeck warten noch immer auf ein Ersatz-Angebot der Barnimer Sparkasse für die West-Schorfheide.

Pro

Geldversorgung so wichtig wie Straßen, Wasser-, Strom- und Medienversorgung. Auch die rechnet sich in der Fläche nur begrenzt, wird aber aufrecht erhalten. Hier ist die Politik gefragt, ob sie unsere Dörfer aussterben lassen oder zu attraktiven alternativen Wohn- und Lebensorten entwickeln will.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.