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  • Der Petition wurde nicht entsprochen

    21-05-17 14:13 Uhr

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    Auch ein letztes Gespräch mit dem Sparkassenvorstand beim Schorfheider Bürgermeister auf Initiative unseres Ortsvorstehers Hans-Joachim Buhrs blieb letztlich ohne Ergebnis. Die Sparkasse zieht trotz aller Proteste mit Unterstützung des Landrats, CDU und SPD die ersatzlose Schließung der Sparkassenfiliale in Groß Schönebeck durch, obwohl, wie Sparkassenvorstand Riediger immer wieder betonte, augenblicklich keine finanzielle Not dazu besteht, sondern im Gegenteil, Landrat und Sparkasse (als kreiseigenes Unternehmen) erhebliche finanzielle Reserven angespart haben, die eigentlich dem Kreis zugute kommen müssten.

    Nach dem Gespräch schickte die Sparkasse den im Folgenden dokumentierten Brief, in dem einige Angebote an die Sparkassenkunden formuliert sind, die allerdings alle auf Kosten der Kunden gehen, selbst wenn es sich wie bei den Geldanlageberatungen um solche handelt, an denen die Sparkasse verdient. Nun muss jeder für sich entscheiden, ob er zu einer der viel günstigeren online-Banken wechselt - und damit günstiger fährt - oder automatisch nach Finowfurt umgeleitet wird - oder sich zur Sparkasse nach Klosterfelde oder Liebenwalde ummeldet, was ganz formlos möglich ist.

    Bei Bedarf bietet der Bürgerverein eine Schulung für online-Banking an.
    Dazu müssten Sie sich über info@grossschoenebeck.de anmelden.

    Der Kampf um die Sparkasse ist beendet, der Kampf um ein lebenswertes Leben auf dem Lande geht weiter.

  • Petent ist im Dialog mit dem Petitionsempfänger

    17-03-17 00:09 Uhr

    Kein Sozialdemokrat, keine Linker, kein Freier Wähler, nein, ein Grüner Abgeordneter hielt am Mittwoch im Kreistag in Eberswalde eine flammende Rede für eine gerechte Bargeldversorgung auf dem Land im Westen der Gemeinde Schorfheide und in Lunow.

    Stefan Böhmer, Vorsitzender der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag fand deutliche Worte für das Verhalten der Landrats Bodo Ihrke.

    Zurecht kritisierte er deutlich die mangelnde Bereitschaft der Sparkassen und der verantwortlichen Politiker - Landrat Ihrke eingeschlossen, für eine ausreichende Versorgung der Menschen mit Bargeld zu sorgen.

    Mit seinen Fragen brachte er den Unmut und den Frust der Bürger auf den Punkt:

    „Wir wollen Wirtschaft in die Peripherie bringen? Wie soll das funktionieren ohne eine Bargeldversorgung? Wie wird eine alternde Bevölkerung an der Peripherie mit Geld versorgt, die nicht mobil sind? Wo bekommen die Senioren Ihre Rente her?“

    Formalrechtlich darf der Kreistag dem Landrat in seiner Rolle als Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse keine Aufgaben erteilen.

    Das hat sogar der ehemalige Sparkassenvorstand Josef Keil (SPD), ebenfalls Mitglied des Kreistages, erkannt. Seine Argumentation „Die Politik und der Kreistag darf sich nicht in das operative Geschäft der Sparkasse einmischen.“ geht allerdings meilenweit am Thema vorbei.

    Geht es doch hier um eine grundlegende, strategische Entscheidung von großer Reichweite für die Menschen im Barnim: Eine angemessene Grundversorgung mit Bargeld und Finanzdienstleistungen.

    Der Antrag der Grünen richtet sich deshalb auch explizit an den Landrat in seiner Rolle als Landrat:

    "Der Landrat wird beauftragt, sich als Vertreter des Trägers im Verwaltungsrat der Sparkasse für den Erhalt der Sparkassenfiliale in Groß Schönebeck einzusetzen."

    Der Kreisausschuss A4 aka Ausschuss für Territorialplanung, Bauen und Wohnen, Gewerbe und Wirtschaft brachte seine ganze juristische Expertise ein und formulierte der Antrag noch einmal so um, dass er mit Sicherheit nicht mehr vom Landrat kassiert werden kann:

    "Der Landrat wird gebeten, im Rahmen der nächsten Verwaltungsratssitzung erneuert die zum 01.07.2017 beabsichtigten Geschäftsstellenschließungen der Sparkasse Barnim zu thematisieren und die Auswirkungen für die betroffenen Kunden, besonders für den Bereich des Bargeldgeschäftes nochmals zu diskutieren."

    Der neue Antrag wurde mit großer Mehrheit vom Kreistag angenommen.

    Jetzt ist der Ball wieder beim Landrat und den Vorständen der Sparkasse.

    Sehr geehrter Herr Ihrke,

    Sie können als der Landrat in die Barnimer Geschichte eingehen, der tausenden Barnimern die Geldversorgung genommen hat.

    Oder Sie können als ein Landrat in Erinnerung bleiben, der einen fairen Kompromiss aushandeln kann, anstatt sich an seine einmal getroffene Entscheidung zu klammern.

    Wir in Groß Schönebeck warten noch immer auf ein Ersatz-Angebot der Barnimer Sparkasse für die West-Schorfheide.

  • Petent ist im Dialog mit dem Petitionsempfänger

    08-03-17 18:36 Uhr

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    Nächste Woche Mittwoch, 15.03.2017 wird im Kreistag über einen Antrag der Grünen beraten der unsere Sparkasse in Groß Schönebeck retten soll.

    Das ist ein großer Erfolg für unsere Initiative. Die Politik muss jetzt reagieren.

    Wir sind alle eingeladen, die Sitzung des Kreistages von der Besuchertribüne aus zu verfolgen und damit zu zeigen, wie wichtig uns das Thema ist.

    TOP 17 - Sparkasse Barnim im ländlichen Raum
    faw-2.barnim.de/tops/?__=LfyIfvCWq8SpBQj0MkyHawGWr8Vo8Xi2Ne0GJ

    16:00 Uhr treffen wir uns am Lindenplatz, GS und fahren in Fahrgemeinschaften nach Eberswalde. 17:00 Uhr wird die Kreistagssitzung eröffnet.

    Es geht um unsere Bargeldversorgung auf dem Lande.

  • Jetzt ist das Parlament gefragt

    28-02-17 12:09 Uhr

    openPetition hat heute von den gewählten Vertretern im Parlament Kreistag eine persönliche Stellungnahme angefordert.

    Die Stellungnahmen veröffentlichen wir hier:
    www.openpetition.de/petition/stellungnahme/keine-ersatzlose-schliessung-der-sparkasse-in-gross-schoenebeck

    Warum fragen wir das Parlament?

    Jedem Mitglied des Parlaments wird hiermit die Möglichkeit gegeben, sich direkt an seine Bürger und Bürgerinnen zu wenden. Aufgrund der relevanten Anzahl an engagierten und betroffenen Bürgern aus einer Region, steht das jeweilige Parlament als repräsentative Instanz in einer politischen Verantwortung und kann durch Stellungnahme zu einem offenen Entscheidungsfindungsprozess beitragen.

    Öffentliche Stellungnahmen des Parlaments ergänzen das geordnete, schriftliche Verfahren der Petitionsausschüsse der Länder und des Bundestags. Sie sind ein Bekenntnis zu einem transparenten Dialog auf Augenhöhe zwischen Politik und Bürgern.


    Was können Sie tun?

    Bleiben Sie auf dem Laufenden, verfolgen Sie in den nächsten Tagen die eintreffenden Stellungnahmen.

    Sie haben die Möglichkeit, einen der gewählten Vertreter zu kontaktieren? Sprechen Sie ihn oder sie auf die vorhandene oder noch fehlende Stellungnahme an.

    Unterstützen Sie unsere gemeinnützige Organisation, um den Bürger-Politik-Dialog langfristig zu verbessern. openPetition finanziert sich zu 100% aus Spenden.

  • Die Petition wurde eingereicht

    22-02-17 19:00 Uhr

    Es hinterlässt einen Eindruck, auch bei einem gestandenen Politiker wie Herrn Ihrke, wenn sich so eine illustre Runde von Bürgern auf den Weg in die Kreishauptstadt Eberswalde macht um ihn zu besuchen. Einer bekannten Schauspielerin, einem Medienexperten im Ruhestand, einem selbstständigen IT-Unternehmer und dem Ortsbürgermeister von Groß Schönebeck ist das Schicksal ihrer Heimat nicht egal.

    Sie trafen sich mit dem Landrat Bodo Ihrke und Medienvertretern, um die Unterschriften der Petition "Keine ersatzlose Schließung der Sparkasse in Groß Schönebeck" und die damit verbundene Forderung dem Vorsitzende des Verwaltungsrates der Sparkasse Barnim zu überreichen.

    Herr Landrat Ihrke nahm die 880 Unterschriften von der Groß Schönebecker Delegation entgegen und wird das Anliegen auf dem nächsten Treffen des Verwaltungsrates der Sparkasse beraten. Er hat sich die Argumente der wortführenden Bürger angehört und er hat sich dafür ausgesprochen, dass es weitere Gespräche der Groß Schönebecker Vertreter mit den Sparkassenvorständen geben soll.

    Darüber, wer die besseren moralischen und betriebswirtschaftlichen Argumente hat, gab es keine Einigung.

    Wieviel Sparkasse braucht das Land Barnim? Wenn es nach Herrn Ihrke geht, weniger als heute. Heute gibt es noch einen Geldautomaten auf 3.352 Barnimer und eine Bankfiliale auf 8.717 Barnimer. In der West-Schorfheide/Zerpenschleuse-Gegend wohnen rund 3.600 Einwohner. 70% nutzen Online-Banking. Bargeld brauchen sie trotzdem.

    Einige sagen, dass es in 20 Jahren kein Bargeld mehr geben wird. Für viele andere wäre das eine Horrorvorstellung. Bargeld schafft Anonymität. Anonymität schafft Freiheit. Freiheit und Privatsphäre ist einer der Grundwert, die gerade in Deutschland hochgehalten werden.
    "Nur weil es andere auch so machen" war noch nie ein gutes Argument. Nur weil es in der Uckermark, oder in Schweden, oder in Kanada eine noch schlechtere Versorgung mit Bargeld gibt, muss sich der Barnim damit nicht vergleichen. Finanziell können wir uns eine Versorgung mit Bargeld und Geldberatung auf dem heutigen Stand leisten, es ist eine Frage des politischen Willens.

    Nicht zuletzt, oder gerade wenn man ein Parteibuch in den Händen hält, dass den Namen "Sozial" groß schreibt, sollte man nicht ohne Not von den sozialen Errungenschaften abweichen.

  • Die Petition ist bereit zur Übergabe - Wieviel Sparkasse muss sein?

    13-02-17 16:25 Uhr

    Viele Ehrenrunden drehte der blaue Roburbus des rbb am vergangenen Freitag in unserem Dorf.

    Auf Initiative von Rainer Klemke, vom Bürgerverein und Achim Buhrs unserem Ortvorsteher kam der beliebte Bus vom Nachrichtenmagazin rbb-Aktuell zu uns ins Dorf. Rund 70 Bürger erwarteten den Bus mit selbstgefertigten Plakaten. Es wurden Gespräche mit den Initiatoren und den Sparkassenkunden im Ort und aus der Umgebung geführt.

    Jetzt weiß es ganz Brandenburg, unser Dorf kann kämpfen

    Zum 5-Minuten Film:

    www.rbb-online.de/brandenburgaktuell/7plus/kampf-um-sparkasse.html

    Und der Kampf hat gerade erst begonnen.

    Anders kann man das Ergebnis des Gesprächs mit Frau Borreck-Ratzel, einer der stellvertretenden Sparkassenvorstände gar nicht interpretieren. Sie war als einzige Vertreterin der Sparkasse bereit, auf die Fragen der Journalisten zu antworten.

    Nicht Menschen, sondern "Die Zahlen", haben entschieden, dass sich eine Sparkasse in dem Flächenland West-Schorfheide nicht mehr lohnt.

    Ein Einzugsgebiet von 5.000 Menschen soll von der Versorgung mit Bankdienstleistungen abgeschnitten werden. Touristen sind da noch nicht mitgerechnet.

    Höchste Zeit, dass wir Bürger die Sparkasse daran erinnern, dass Sie ein Öffentlich-rechtliches Kreditinstitut sind.

    de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffentlich-rechtliches_Kreditinstitut

    Das heißt, die Vorstände haben den öffentlichen Auftrag, den Zahlungsverkehr für alle Bürger sicherzustellen. Sie dürfen zwar Gewinn machen, gerne auch viel Gewinn, aber wenn der Gewinn auf Kosten der Versorgung geht, dann hat die Versorgung vorrang, so steht es im Brandenburgischen Sparkassengesetz (PDF)

    www.osv-online.de/fileadmin/osv/dateien/verband/2013-09-04_SpkG-BB.pdf

    Doch wieviel Versorgung mit Sparkassen-Dienstleistungen muss sein? Können wir 5.000 Menschen zumuten, 30km zu fahren um einen Scheck einzulösen? Brauchen 2.000 Dorfbewohner nur einen Automaten, oder auch einen Ansprechpartner, der beim Ausfüllen des Überweisungsträgers helfen kann?

    Diese Fragen zu beantworten, liegt in der Verantwortung des Verwaltungsrates der Sparkasse. Dieser Verwaltungsrat kontrolliert den Sparkassenvorstand, also auch Frau Borreck-Ratzel.

    Und wer sind diese Mitglieder? Das sind unsere gewählten Volksvertreter im Kreisrat Barnim:

    Landrat Bodo Ihrke (SPD)
    Prof. Dr. Alfred Schultz (DIE LINKE)
    André Guse (CDU)
    Uwe Liebehenschel (CDU)
    Alexander Horn (DIE LINKE)
    Thomas Strese (Freie Wähler)
    Brigitte Brandenburg (SPD)

    u.a.

    Liebe Kreistagsabgeordneten, im Kreistag in Eberswalde: "Wieviel Sparkasse muss sein?". Was ist uns eine ländliche Versorgung mit Geldverkehr-Dienstleistungen Wert? Diese gesellschaftlichen Fragen müssen wir beantworten. Ganz konkret für unseren Ort müssen wir uns die folgenden Fragen beantworten:

    Wie viele Kunden hat die Filiale Groß Schönebeck?
    Wie oft wird der Bankautomat in Groß Schönebeck genutzt?
    Was kostet eine Sparkassenfiliale mit reduzierten Öffnungszeiten mit 1-2 Mitarbeitern vor Ort?
    Was kostet ein Sparkassenautomat für Ein- und Auszahlungen und Kontoauszügen?
    Ab wann rechnet sich eine Filiale schon rein Volkswirtschaftlich, wenn dafür Fahrzeit und Fahrtkosten der Menschen von und zur Sparkassen eingespart werden können?
    Wie hoch ist der Nutzen für die örtliche Wirtschaft, wenn Kunden vor Ort Zugang zum Geldverkehr haben?

    Sparkassen werden in ganz Deutschland geschlossen, aber auch in ganz Deutschland wehren sich die Menschen dagegen. Es geht nicht nur um die Sparkassen, es geht auch um ein lebenswertes Leben auf dem Lande, dass eben nicht von den Großstädten und Ballungsräumen abgehängt werden darf. Hier ist eine Grenze überschritten, und wir werden das nicht zulassen.

    PS: Wir warten noch immer auf ein Gesprächsangebot von Landrat Bodo Ihrke, damit wir unsere Petition übergeben können.

  • Jetzt ist das Parlament gefragt

    24-01-17 06:00 Uhr

    openPetition hat heute von den gewählten Vertretern im Parlament Gemeindevertretung eine persönliche Stellungnahme angefordert.

    Die Stellungnahmen veröffentlichen wir hier:
    www.openpetition.de/petition/stellungnahme/keine-ersatzlose-schliessung-der-sparkasse-in-gross-schoenebeck

    Warum fragen wir das Parlament?

    Jedem Mitglied des Parlaments wird hiermit die Möglichkeit gegeben, sich direkt an seine Bürger und Bürgerinnen zu wenden. Aufgrund der relevanten Anzahl an engagierten und betroffenen Bürgern aus einer Region, steht das jeweilige Parlament als repräsentative Instanz in einer politischen Verantwortung und kann durch Stellungnahme zu einem offenen Entscheidungsfindungsprozess beitragen.

    Öffentliche Stellungnahmen des Parlaments ergänzen das geordnete, schriftliche Verfahren der Petitionsausschüsse der Länder und des Bundestags. Sie sind ein Bekenntnis zu einem transparenten Dialog auf Augenhöhe zwischen Politik und Bürgern.


    Was können Sie tun?

    Bleiben Sie auf dem Laufenden, verfolgen Sie in den nächsten Tagen die eintreffenden Stellungnahmen.

    Sie haben die Möglichkeit, einen der gewählten Vertreter zu kontaktieren? Sprechen Sie ihn oder sie auf die vorhandene oder noch fehlende Stellungnahme an.

    Unterstützen Sie unsere gemeinnützige Organisation, um den Bürger-Politik-Dialog langfristig zu verbessern. openPetition finanziert sich zu 100% aus Spenden:

  • Petition in Zeichnung - Stellungnahme vom Landrat Bodo Ihrke

    30-12-16 22:45 Uhr

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    Liebe Unterstützer,

    Landrat Ihrke hat zu unserer Petition Stellung bezogen (siehe Dokument).

    Hier ist unser Antwortschreiben auf diese unbefriedigende Stellungnahme:

    Sehr geehrter Herr Landrat,

    für Ihre Antwort auf unser Schreiben vom 7. Dezember 2016 danken wir Ihnen. Leider mussten wir daraus den Eindruck gewinnen, dass nicht unser gewählter Landrat, sondern der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Barnimer Sparkasse geantwortet hat. Diese Argumentation hatten wir wortgleich von Sparkassenvorstand Herrn Riediger auf unserer außerordentlichen Ortsbeiratssitzung schon gehört. Allerdings hatte Herr Riediger dort mehrmals zu unser aller Erstaunen betont, dass es keine finanziellen Gründe seien, die die Sparkasse zur Schließung der Sparkassenfiliale in Groß Schönebeck bewegt hätten. Leider gehen Sie in Ihrem Schreiben mit keinem Wort auf unsere Bedenken und Anregungen, die anderswo gut funktionieren, ein!

    Sehr geehrter Herr Landrat, das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verpflichtet die Politik darauf, für gleichwertige Lebensbedingungen im Land zu sorgen:
    Die Verantwortung „für die Fläche“ ist ein Kernelement des Sozialstaates (Art. 20 GG). Für die „Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse“ wurde dem Bund Gesetzgebungsrecht in bestimmten Bereichen eingeräumt (Art. 72 GG). Länderfinanzausgleich und Bundesergänzungszuweisungen (§ 106 GG) wahren die „Einheitlichkeit der Lebensverhältnisse im Bundesgebiet“, Das Raumordnungsgesetz des Bundes konkretisiert gleich im ersten Grundsatz: „Im Gesamtraum der Bundesrepublik Deutschland und in seinen Teilräumen sind ausgeglichene soziale, infrastrukturelle, wirtschaftliche, ökologische und kulturelle Verhältnisse anzustreben“ (§ 2 Abs. 2 Nr. 1 ROG „siwök“). Länderverfassungen und Landesplanungsgesetze zitieren den Begriff ihrerseits und verpflichten sich damit zu einer entsprechenden Strukturpolitik und Entwicklung ihres Landesgebietes. Bund und Länder gewährleisten gleichwertige Lebensverhältnisse z. B. dadurch, dass sie die Aufgabenträger im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge gesetzlich zur Vorhaltung einer Grundversorgung verpflichten. Im Unterbereich der Daseinsvorsorge hinsichtlich der Geldversorgung finden sich im Brandenburgischen Sparkassengesetz (§ 2) eine entsprechende Aufgabendefinition, der Sie als Landrat wie auch als Verwaltungsratsvorsitzender der Barnimer Sparkasse verpflichtet sind (und der gerade der Grund dafür sind, warum der Landrat dort Verwaltungsratsvorsitzender ist). Mit der Abkopplung zahlreicher Bürgerinnen und Bürger von der Geldversorgung treffen sie vor allem unsere Bedürftigen, die wir ehrenamtlich mit Lebensmitteln über unsere TAFEL und mit Kleidung und Haushaltsgegenständen über unser REGAL versorgen. Gerade sie haben in der Regel keinen Computer für online-banking und auch keine Kreditkarte, um anderswo Geld abzuheben.

    Leider kann von der grundgesetzlich geforderten Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen hier auf dem Land keine Rede mehr sein, im Gegenteil: Sie, sehr geehrter Herr Landrat, tragen dazu bei, dass eine solche immer weiter abgebaut wird, anstatt hier gegen zu steuern. Immer mehr Versorgungs- und Verwaltungs-/Beratungsfunktionen werden aus dem ländlichen Raum in die Städte verlagert. Gegenüber den Einwohnern z.B. der Kreisstadt Eberswalde müssen die Barnimer aus der Fläche immer weitere Strecken zurücklegen, um ihre Angelegenheiten zu regeln. Gleichzeitig wird der öffentliche Nahverkehr immer stärker eingeschränkt und richtet weitere zeitliche und finanzielle Hürden auf, die alle Grundversorgungs- und Hartz-IV-Empfänger, auch für die im ländlichen Raum untergebrachten Geflüchteten ohne jede Entlastung gegenüber ihren Pendants in der Stadt zusätzlich belastet und ihren ohnehin minimalen finanziellen Spielraum weiter einschränkt. Die Schließung unserer Sparkasse ist ein weiterer und signalhafter Schritt dahin, die Attraktivität des ländlichen Raumes in der Nordostecke des Landkreises weiter zu demontieren. Junge Familien, die erfreulicher Weise immer öfter nach Groß Schönebeck und die umliegenden Ortsteile übersiedeln, sagen uns, dass die hier vorhandene Geldversorgungsmöglichkeit einer der Gründe für die hiesige Ansiedlung war. Unserer Touristiker sagen uns, dass es für ihre Gäste von großer Bedeutung ist, hier ihre Bankgeschäfte erledigen zu können. Die Uckermärker Nachbarn nutzen bislang auch unseren Geldautomaten auf der Durchfahrt und beim Einkauf oder beim Arztbesuch, weil der Weg nach Templin für sie zu weit ist.

    Die Brandenburger Politik beklagt die Überalterung im ländlichen Bereich, aber eine Entscheidung wie die des zunehmenden Rückzugs von Versorgungseinrichtungen aus der Fläche treibt diesen Prozess aber maßgeblich an! Die Brandenburger Politik wundert sich über den wachsenden Widerstand gegen die Planungen der Kreisreform. Es sind die Erfahrungen der Bürgerinnen und Bürger mit dem fortschreitenden Abbau der Bürgerdienste in der Fläche und der zunehmenden Entfremdung der Politik mit den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger für die sie eigentlich da sein sollte. Sie wundert sich über die Flucht der Wählerinnen und Wähler zu alternativen „postfaktischen“ Politikmodellen, treibt diese Entwicklung aber selbst an.

    Die Sparkasse in Groß Schönebeck hat – so die immer wieder dokumentierte Meinung unserer bislang mehr als 600 Unterzeichner unserer Petition – ihre Kundinnen und Kunden nicht wegen außerordentlich günstiger Angebote, sondern weil sie hier vor Ort ist. Leider hat sie vor ihrer Entscheidung, was heute im Wirtschaftsleben gang und gäbe ist, keine Marktuntersuchung gemacht. Wenn die Sparkassenfiliale in Groß Schönebeck schließt, werden ihr viele Kundinnen und Kunden nicht nach Finowfurt folgen, sondern sich kostengünstigere Alternativen suchen, werden sie doch von der Sparkasse geradezu den Online-Banken zugetrieben! Sie wird deutlich an Geschäftsvolumen verlieren, weil Geldanlagen in zweistelligem Millionenbereich an Mitbewerber abwandern. Gerade die lukrativen Kunden sind geldpolitisch mobil und werden, wie uns überall versichert wird, ihre Konsequenzen ziehen. Insofern macht Ihre Entscheidung weder sozialpolitisch noch wirtschaftlich für die Sparkasse als Einrichtung des Landkreises Barnim Sinn.

    Wir bitten Sie daher nochmals eindringlich, in ihren beiden Funktionen - als Landrat wie als Verwaltungsratsvorsitzender - die Schließungsentscheidung zu überdenken und noch im Januar einen
    Runden Tisch einzuberufen, um gemeinsam mit allen Beteiligten nach einer Lösung zu suchen, die
    bürgernah, wirtschaftlich und strukturpolitisch sinnvoll ist

    Mit freundlichen Grüßen

    Hans-Joachim Buhrs
    Ortsvorsteher Groß Schönebeck für den Ortsbeirat

    Jörg Mitzlaff
    Vorsitzender des Bürgervereins Groß Schönebeck/Schorfheide e.V.

    Rainer E. Klemke
    für das Willkommensteam des Bürgervereins Groß Schönebeck/Schorfheide e.V.