47 Unterschriften
Petition richtet sich an: Landrat Martin Sailer
Der Landkreis Augsburg kürzt den ÖPNV ab Ende 2026 und den folgenden Jahren massiv.
Kurz gesagt für Neusäß:
Nach 21 Uhr Mo-Do und nach 18 Uhr am Wochenende wird uns außer dem Regionalzug gar kein ÖPNV Angebot mehr zur Verfügung stehen. Außerdem werden einzelne Linien komplett gestrichen.
Kurz gesagt für Leitershofen/Deuringen:
Es wird Mo-Fr nach 21 Uhr und am Wochenende bereits ab 18 Uhr!!! gar kein ÖPNV Angebot mehr zur Verfügung stehen.
Kurz gesagt für Steppach:
Es ist mit massiven Kürzungen zu rechnen.
Kurz gesagt für Westheim/Schlipsheim/Hainhofen:
Es droht die komplette Abhängung und ausschließliche Bedienung durch das AktiVVo was am Wochenende nur von 8-18 Uhr zur Verfügung steht.
Ein katastrophales Beispiel bei der Linie 500/501 (Augsburg-Neusäß-Aystetten-Welden), wird die komplette Abschaffung des Sonntagsverkehrs sein. Außerdem werden von Mo-Do die Busse ab 21 Uhr komplett gestrichen, am Samstag sogar schon ab 18 Uhr.
Außerdem soll im Abschnitt Augsburg-Aystetten der 15 Min Takt zur Hauptverkehrszeit auf einen 30 Min Takt reduziert werden. Der momentane 30 Min Takt am Vormittag soll auf einen ein Stundentakt gekürzt werden. Am Samstag und an Werktagen vormittags wird außerdem Ottmarshausen und der Schmutterpark gar nicht mehr bedient. Das alles wird zum Dezember 2026 in Kraft treten.
Es werden auch einzelne Linien komplett gestrichen:
- Die Linie 503 (Augsburg-Westheim-Hainhofen-Schlipsheim) droht komplett gestrichen zu werden.
- Bei der Linie 512 (Steppach-Neusäß-Täfertingen-Gersthofen) bleiben nur die Schülerfahrten.
- Bei der Linie 641 (Pfersee-Leitershofen-Stadtbergen-Deuringen-Steppach-A West) wird der Abschnitt Pfersee-Deuringen auf einen Stundentakt reduziert und der Wochenendverkehr komplett gestrichen.
Auf der Linie 506 (Augsburg-Steppach-Biburg-Horgau-Zusmarshausen) und auch vielen weiteren Buslinien ist vermutlich ähnliches geplant. Allerdings werden diese Informationen bisher unter Verschluss gehalten.
Als neue Alternative wird uns zwar das On-Demand-Angebot AktiVVo zur Verfügung stehen, welches es bereits im Süden und im Holzwinkel des Landkreises gibt. Diese wird die Städte Neusäß, Stadtbergen und Gersthofen abdecken und kann ähnlich wie das swaxi über eine App gebucht werden, aber zum normalen AVV-Tarif.
Allerdings sind die Bedienzeiten bei uns deutlich knapper als im Süden geplant. Das AktiVVo wird Mo-Fr nur bis 21 Uhr zur Verfügung stehen. Am Wochenende nur von 8 - 18 Uhr. Außerdem muss dieser in der Regel eine Stunde vorher angefordert werden.
Mit diesen Kürzungen bleibt der Landkreis Augsburg deutlich hinter seinen eigenen Zielen und auch denen des Nahverkehrsplans zurück.
Ich bitte die Mitglieder des Kreistags, Herr Landrat Martin Sailer, Herr Bürgermeister Richard Greiner, Herr Bürgermeister Paulus Metz und die Stadträte von Neusäß und Stadtbergen:
- Der Landkreis sollte die Bedienzeiten des geplanten AktiVVo täglich mindestens bis Mitternacht ausweiten. Sowie am Wochenende bereits um 6 Uhr beginnen. (vgl. Landkreissüden)
- Der Landkreis sollte von einer Streichung des Sonntagsverkehrs absehen.
- Der Abendverkehr auf den starken Linien 500, 501, 506 sollte bestehen bleiben und auf einen Halbstundentakt verdichtet werden.
- Prüfung ob durch Brechung der Linie 500 an geeigneten Umstiegspunkten (bspw. an der Uniklinik) der Takt beibehalten oder sogar verbessert werden könnte.
Nähere Infos, sowie der künftige Fahrplan sind hier nachzulesen:
https://www.avv-augsburg.de/der-avv/ausschreibungen/linienbuendel-holzwinkel
https://www.avv-augsburg.de/der-avv/ausschreibungen/linienbuendel-wertach-02
Begründung
Ich rechne damit, dass man nach diesen drastischen Kürzungen die Nachfrage auf der Linie 500 etc. überhaupt nicht mehr bewältigen kann. Da nicht mehr Gelenkbusse als heute zum Einsatz kommen werden, ist mit stark überfüllten Bussen zu rechnen. Senioren, Eltern mit Kinderwagen und Gehbehinderte werden Schwierigkeiten haben einen Platz zu finden bzw. kommen erst gar nicht hinein. Außerdem geht dies stark auf Kosten der Flexibilität und spontane Fahrten werden erschwert.
Alle diese Maßnahmen werden einen Teufelskreis nach sich ziehen, der uns (die Fahrgäste) nachhaltig vom ÖPNV wegtreibt und die Mobilität für viele stark erschweren bzw. verteuern wird.
Es muss z. B. auf teurere Fahrdienste (Taxi, Uber, …) ausgewichen werden.
Wie kommt ein Schichtarbeiter so noch in die Arbeit? Und wie kommt man vom Wochenendausflug nach Hause?
Bitte denken Sie auch an Menschen, die sich kein Auto leisten können oder aus gesundheitlichen Gründen kein Auto oder Fahrrad fahren können, diese müssten teils aufs Taxi umsteigen. Für viele Menschen ist das kostenmäßig nicht darstellbar, diese werden von ihrer Mobilität abgehängt.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
23.06.2026
Sammlung endet:
22.12.2026
Region:
Landkreis Augsburg
Kategorie:
Verkehr
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Neue SprachversionWarum Menschen unterschreiben
Öffentlicher Nahverkehr muss niederschwellig, einfach und auch in den späten Stunden nutzbar sein!
Öffentlicher Nahverkehr muss gefördert werden, Buslinien zu streichen und Fahrpläne zu kürzen hat nichts mit Fortschritt zu tun. Es zeigt deutlich, welche Personengruppen nicht im Blick der Kommunen und des Staates sind.
Ärmere, Schüler, Senioren,…- sie alle müssen, billigend in Kauf genommen, zu Hause bleiben, wenn keine Rückfahrmöglichkeit besteht oder auf Taxis zurückgreifen. Diese finanzielle Möglichkeit, um die Fahrt in eine ländliche Gegend zu finanzieren, haben die wenigsten.
Alleine darüber nachzudenken, den Busfahrplan zu kürzen, ist absolut rückschrittlich!
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Der Nahverkehr kann nur funktionieren, wenn das Angebot auch am Wochenende verfügbar ist.