Obwohl das Verkehrsministerium von einer weiteren Planung abrät hält der Tuttlinger Gemeinderat mehrheitlich weiterhin am Neubau einer Zufahrtsstraße zum Nendinger Gewerbegebiet fest.

Gutachten zum Straßenbau belasten den Gemeinderat mit einer Summe von 10.000€.

Dabei soll die Straße durch ein FFH-Gebiet, in dem seltene Tier- und Pflanzenarten zu finden sind geführt werden, wodurch die Umwelt erheblichen Schaden nehmen würde. Gleichzeitig liegt das betroffene Gebiet mitten im Überflutungsraum der Donau. Obwohl die Straße auf einer Trasse gebaut werden soll wird so dringend benötigter Überflutungsraum verloren gehen. An einigen Stellen würde die neue Straße unmittelbar an den Fluss grenzen und diesen somit nachhaltig schädigen. Zudem soll die Strße in unmittelbarer Nähe eines Biotops, des Donau-U, liegen und somit auch den dortigen Lebensraum der Tiere belasten. FFH steht für Flora-Fauna-Habitat und ist die Bezeichnung für Teile eines Rückzugsnetzwerks für Tiere und Pflanzen der EU: www.ffh-gebiete.de/

Ein weiteres Problem ist, dass direkt an die geplante Straße das Trinkwasserschutzgebiet Tuttlingens grenzt, welches bereits durch einige Altlasten bedroht ist. Weitere Verunreinigungen der Gegend durch Abgase und Streusalz könnten das Trinkwasser schädigen.

Gerade in Hinblick auf den Klimawandel werden Wasser und Boden zu immer wichtigeren Ressourcen, welche wir um jeden Preis halten sollten. Jede Neuversiegelung nimmt uns so einen Teil unserer Zukunft. Außerdem liegt auf der anderen Seite der Straße der Donau Radweg, der gerade in den Sommermonaten frequentiert genutzt wird und deutlich an Attraktivität verlieren würde. Ziel der Straße war ursprünglich eine Entlastung des Nendinger Ortskerns. Bisherige Verkehrsmessungen treffen allerdings keine Aussage über die Herkunft der durchfahrenden Fahrzeuge und beziehen auch Fahrzeuge aus dem Ort selbst mit ein. Damit kann nicht gezeigt werden, dass eine neue Straße eine Entlastung brächte. Zudem soll es keine Umgehungsstraße sondern eine Zufahrtsstraße zum Industriegebiet werden und kann so den Ortskern nicht entlasten.

Auf keinen Fall darf dieser Straßenbau also durchgesetzt werden. Wir setzen uns dafür ein, dass stattdessen das Pendlereinzugsgebiet Tuttlingens stärker in den öffentlichen Nahverkehr eingebunden wird. Schnellere und attraktivere Verbindungen - wie unter anderem der Ausbau der Ringzugstrecke zur Stadtbahn - und die effektivere Nutzung bestehender Verkehrsadern sollen eine Beruhigung des bestehenden Straßennetzes möglich machen. Jobtickets sowie eine Verlagerung des Güterverkehrs auf die bestehende Bahnstrecke sollen eine Entlastung bringen und neue Straßen unnötig machen. Weitere Vorteile wären eine Entlastung der Tuttlinger Parkplätze sowie eine verminderte Luft- und Lärmbelastung.

Durch gezielte Programme soll die Bevölkerung des Tuttlinger Einzugsgebietes zum verwenden der öffentlichen Verkehrsmittel motiviert werden. Das so nicht mehr für den Straßenneubau benötigte Geld soll in ebendiese Förderungen fließen. Der Nendinger Ortskern soll attraktiv umgestaltet werden.

Reason

Die Neuversiegelung von Flächen betrifft uns alle. Mag eine nur wenige Kilometer lange Straße nur als kleines Übel erscheinen, so leistet sie doch einen nicht unwichtigen Beitrag zur täglichen Flächen-Neuversiegelung in Deutschland von 81 Hektar (81 Fußballfelder) pro Tag.

Wichtige Überlebensinseln für bedrohte Tier- und Pflanzenarten gehen verloren, wodurch unsere Umwelt erheblichen Schaden nimmt. Für uns überlebenswichtige Ressourcen wie Böden und Wasser werden bisher Teilnahmslos zerstört und unbrauchbar gemacht. Dies wird in Zukunft wegen des Klimawandels nicht nur die Region um Tuttlingen sondern ganz Deutschland, Europa und die Welt betreffen. Auf Grund trockener Jahre wie 2018 wird bereits jetzt Wasser in Deutschland knapp. Die neue Straße könnte die Trinkwasserversorgung Tuttlingens deutlich bedrohen. Außerdem wird allein durch die Spekulation auf den Straßenneubau die Investition in andere Projekte wie eine Verschönerung des Ortskerns und neue öffentliche Verkehrsmittel erschwert.

Der Straßenneubau betrifft also im höchsten Maße nicht nur Tuttlingen sondern alle, die an einem Erhalt lebenswichtiger Ressourcen interessiert sind, da das Projekt ein Beispiel für die Rücksichtslosigkeit der heutigen Gesellschaften ist. Organisationen wie zum Beispiel die LBU Tuttlingen setzen sich für einen Erhalt dieser wichtigen Gebiete ein: www.lbu-tuttlingen.de/aktuelle-termine/ Die von der EU festgelegten FFH-Gebiete sollen auf Grund des Straßenbaus verlegt werden. Die Lebensräume der Tiere aber können nicht bewegt werden. Lässt man zu, dass der Schutz dieser Tiere zugunsten einer Straße aufgegeben wird, so stellt man also den Schutz der Natur generell in Frage. Dabei sieht selbst das Land Baden-Württemberg die neue Straße als nicht wirtschaftlich an: www.tuttlingen.sitzung-online.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=4347

Thank you for your support, Wendelin Grüger from Tuttlingen
Question to the initiator

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News

  • Demo in Nendingen

    on 17 May 2019

    Heute um 17:00 Uhr findet am Nendinger Rathaus eine informative Demonstration statt, bei der wir das betroffene Gebiet abgehen werden und Informationen zu den Problemen des Straßenbaus erhalten werden. Ich weiß, dass das sehr spät ist, aber ich hoffe, dass trotzdem einige kommen

pro

Die Ortsumgehung ist aus Kostengründen (ca. 60 Mio. Euro) abgelehnt worden. Mit der 2. Zufahrtsstraße nach Nendingen möchte man mit "vergleichsweise überschaubaren" 4 Mio. Euro Fakten schaffen, zulasten zukunftsträchtiger Alternativen. Ich bin für eine Debatte, in der über reelle Standortverbesserungen für Nendingen diskutiert wird.

contra

No CONTRA argument yet.

Why people sign

  • Mirko Caspary Wuppertal

    5 days ago

    ja und das sofort.

  • Jasper Siegmund Halle (Saale)

    7 days ago

    Ich unterstütze Umweltschützer!

  • on 09 Jun 2019

    weil wir genug Natur zerstört haben. Wir sollten dringend überlegen welche anderen Möglichkeiten wir haben zu bauen...nach nur Strassen, auch Neubauten. Die Erde ist begrenzt!

  • Birgit Biehler Tuttlingen

    on 09 Jun 2019

    Weil ich oft auf dem Radweg unterwegs bin und die Naturschutzgebiete schätze. Kein Nutzen diese Natur wegen ein bisschen Straße zu zerstören.

  • on 06 Jun 2019

    Erhaltung der Donauauen.

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