Die Lehrpläne im Freistaat Sachsen sollen entschlackt, zukunftstauglich gemacht und der Erlebniswelt von Schülern angepasst werden. Sie sind angefüllt mit überflüssigen Wissensanforderungen. Schüler sollen den Freiraum erhalten, den sie benötigen, um zu sozial und eigenverantwortlich handelnden Menschen zu reifen. Das Kindeswohl als Bestandteil einer freiheitlichen Verfassungsordnung soll an herausgehobener Stelle im neuen Schulgesetz erwähnt werden und ausdrücklicher Orientierungsmaßstab für die Gestaltung der Lehrpläne werden. Den Schülern und ihren Familien sollen Freiraum und Möglichkeiten der Freizeitgestaltung zurückgegeben werden. Der Schulalltag darf nicht mehr das Familienleben vom Aufstehen bis zur Bettruhe dominieren. Die Schulverwaltung soll lernen, dass ein Mehr an Lehrplaninhalten nicht zu einem Mehr an Wissen, Lernbereitschaft und sozialer Empfindsamkeit führt. Als einziges Bundesland verzichtet Sachsen auf eine externe Überprüfung der Lehrpläne (Evaluation). Diese ist aber wichtig für die Beantwortung der Frage: Was hat sich bewährt? Was sollen unsere Kinder lernen? Was ist für gelingendes Leben wichtig? Die sächsische Schulverwaltung wird aufgefordert, bei der Gestaltung der Lehrpläne wieder verstärkt das Kindeswohl zum Orientierungsmaßstab zu machen und auf eine krankmachende Überforderung der Schüler an Sachsens Schulen zu verzichten.

Begründung

Schüler in Sachsen lernen im Übermaß Überflüssiges und Belastendes. Viele Familien leiden unter diesem Diktat, weil es Freiräume einengt, Neugier abtötet und Experimentierlust zum Versiegen bringt. Viele Schüler leiden, sind unkonzentriert und zeigen deutliche Erscheinungen von Überforderungen. Fachleute weisen verstärkt auf eine Fehlentwicklung hin, die zu einem Ausgebranntsein schon bei Berufsanfang und Familiengründung führt. Bildung ist wichtig! Sie dient der Persönlichkeitsentwicklung und ist Orientierungshilfe in einer immer komplexer werdenden Welt. Bildung ist aber auch die Summe von Erfahrung im Wachsen, für das man Freiräume braucht - Freiräume, die eingeengt werden durch das "Bulimie-Lernen", bei dem Faktenwissen schnell verfügbar gemacht, in der Leistungskontrolle wiedergegeben und sodann gleichfalls schnell vergessen wird.

Bildung ist wichtig! Sie darf aber nicht unter dem Diktat wirtschaftlicher Erfordernisse stehen, denn sie hat den ganzen Menschen in den Blick zu nehmen.

Lasst unsere Kinder wachsen wie ein Baum im Morgenlicht!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Martin Döring aus Weinböhla
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Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützende,
    der Petent oder die Petentin hat innerhalb der letzten 12 Monate nach dem Einreichen der Petition keine Neuigkeiten erstellt und den Status nicht geändert. openPetition geht davon aus, dass der Petitionsempfänger nicht reagiert hat.

    Wir bedanken uns herzlich für Ihr Engagement und die Unterstützung,
    Ihr openPetition-Team

  • Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Unterzeichner/-innen der Online-Petition "Bulimie-Lernen - Nein Danke!"

    Das neue sächsische Schulgesetz ist von den Koalitionsfraktionen im Landtag verabschiedet worden.

    Zum Verlauf der Parlamentsdebatte schreibt MDR online:

    "Die Ministerin plädierte dafür, die Belastung der Schüler durch den Unterricht zu reduzieren. Mit Blick auf den Bildungs- und Erziehungsauftrag werde man sich deswegen alle Lehrpläne und Stundentafeln ansehen müssen."

    Vielleicht haben unsere Bemühungen doch Früchte gebracht.

    Es dankt für Ihre/Eure Unterstützung und grüßt

    Martin Döring

  • Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

    die Zeichnungsfrist für die Petition endete am 6. September. Unterschrieben haben 794 UnterstützerInnen, davon 718 aus Sachsen.
    Auch wenn ich mir eine Unterstützung in größerem Umfang erhofft hatte, bleibe ich dennoch optimistisch.
    Das Anliegen ist mir zu wichtig, als dass ich es aus dem Auge verlieren werde. Gerade die jüngste Äußerung von Bundesbildungsministerin Wanka (sinngemäß: Wenn ich vor 30 Jahren das Abi in 12 Jahren geschafft habe, warum soll das heute nicht möglich sein) belegt einen erschreckenden Mangel an Sensibilität in diesem Zusammenhang. Dennoch: Auch aus dem politischen Raum habe ich viel Zustimmung und Verständnis erfahren. Häufig musste ich einem gängigen Missverständnis entgegenwirken: Es geht mir nicht um eine anstrengungslose "Kuschelschule", sondern um den Verzicht auf eine kindeswohlgefährdende Dauerüberforderung, die zu Lasten aller geht, und um perspektivisches und lebenspraktisches Lernen, das die Bodenhaftung nicht verliert. Im großen wie im kleinen Rahmen sehe ich jedoch auch Bewegung. Im Frühjahr kündigte die sächsische Ministerin Kurth an, die Lehrpläne überarbeiten zu lassen; an dem Gymnasium meiner Töchter ist im Lehrerkollegium und in der Schulkonferenz beschlossen worden, die Hausaufgabenerteilung (eine großes Problem) besser untereinander abzustimmen und die Terminsetzung für Leistungskontrollen transparenter zu gestalten. Dennoch: Es bleibt angesichts eines weitgehenden gesellschaftlichen Konsenses des "Höher-Schneller-Weiter" eine Herkulesaufgabe, dem mit guten Argumenten zumindest im Schulbereich entgegenzusteuern.
    Ich werde in den nächsten Tagen das Sächsische Staatsministerium für Kultus über das Ergebnis der Petition informieren.
    Bleiben Sie optimistisch - im Interesse unserer Kinder. Werben Sie für das gemeinsame Anliegen im Freundes- und Bekanntenkreis. Viele sind in der Tretmühle täglicher Anforderungen so gefangen, dass sie nicht zum Nachdenken über diese Problematik kommen.
    Freuen würde ich mich auch über Ihre Anregungen, die auch gerne Kritik umfassen darf.
    Sie erreichen mich per Mail unter: pehla-doering@arcor.de. Selbstverständlich würde ich Ihre Mail-Adresse absolut vertraulich behandeln.

    Es grüßt freundlich Martin Döring

Pro

Die Zahl depressiver Kinder und Jugendlicher nimmt dramatisch zu.

Contra

Wer sagt denn, dass es unnütz ist? Man lernt etwas von allem, um auf das Leben vorbereitet zu sein. Für den einen unnütz, für den anderen Vorbereitung auf den Traumberuf.