Gleiche Chancen auf Entwicklung und Teilhabe an der Gesellschaft beginnt mit gleichen Bildungschancen unserer Kinder. Diese dürfen nicht abhängig sein von der sozialen Herkunft und vom Portmonee der Eltern. Kinder kommen mit unterschiedlichen Vorschulkenntnissen und Sozialkompetenzen, aus unterschiedlichen sozialen Bildungsschichten zur Schule. Sie benötigen unterschiedliche Förderungen, um unsere Bildungsziele zu erreichen. Dazu braucht es mehr Erzieher, Lehrer und Pädagogen, die diese Förderung leisten. Eine zunehmende Privatisierung des Schulunterrichts ist Ausdruck eines zunehmenden Vertrauensverlustes der Eltern in staatliche Bildungseinrichtungen. Gerade Kinder aus ärmeren Familien spüren frühzeitig soziale Diskreminierung in der Gesellschaft auch auf Bildungsebene. Das beginnt bei der Ausstattung mit Bildungsmaterialien, geht über zusätzliche Bildungsförderung und setzt sich fort bei den Teilnahmemöglichkeiten an außerschulischen Kultur-, Kunst- und Sportangeboten. Kultur, Kunst und Sport sind wichtig zur Entdeckung und Förderung von Talenten, zum Kennenlernen und Respektieren unterschiedlicher Lebensansichten, zum Abbau von Vorurteilen und Aggressionen, zum Verstehen der eigenen Persönlichkeit. Bildung sollte kein Gegeneinander von Stärkeren und Schwächeren sein. Bildung sollte sein, Verständnis für den Mitmenschen und die lebende Mitwelt zu entwickeln. Denn dieses Verständnis droht uns Menschen, immer mehr verloren zu gehen. Wir fordern alle Bundes- und Landtagsabgeordnete auf, die Bildung aller unserer Kinder als erstrangige Aufgabe unserer Gesellschaft wahrzunehmen, Gleiche Bildungschancen erfordern eine kostenlose Bildung, Betreuung und Förderung unserer Kinder und Jungendlichen an allen Vorschuleinrichtungen (beginnend im Krippenalter), Schulen, Hochschulen und Universitäten. Gleichzeitig mit der kostenlosen Bildung soll unseren Jugendlichen eine kostenlose Teilnahme an allen Kultur-, Kunst- und Sportveranstaltungen ermöglicht werden, die ein Verständnis der eigenen Persönlichkeit und der uns umgebenden Mitwelt fördert.

Begründung

Ich gehöre zu jenen Menschen, deren Vertrauen in unsere Politiker vor allem in den letzten Jahren stark gelitten hat. Es macht mich schon bedenklich, wie Armut in unserer Gesellschaft sich gerade auf Kinder auswirkt. Die Schaffung gleicher Bildungschancen für unsere Kinder ist eine Aufgabe mit Verfassungsrang. Wir müssen berücksichtigen, dass es Kinder aus sogenannten bildungsfernen Bevölkerungsschichten, aus ärmeren Haushalten potentiell schwieriger haben, sich Bildung zu erschließen, als Kinder aus Familien mit gesichertem ausreichendem Einkommen. Das beginnt schon bei der Anschaffung und Beschäftigung mit einfachen Büchern, die unser Leben bereichern. Ich sehe, mit welchem Engagement sich Menschen für steigenden eigenen Wohlstand, steigenden Konsum, steigende Spekulationsgewinne selbst in unserer "Überfluss- und Wegwerfgesellschaft" einsetzen, ohne sich die Gefahren dieser Lebensweise bewusst zu machen. Ein glückliches erfülltes Leben kann nicht abhängig sein von Reichtum und Macht, sondern von sozialer Teilhabe und Anerkennung, vom Entdecken und Erkennen dieser uns umgebenden wunderschönen lebenden Mitwelt auf Erden, die es zu bewahren gilt. Ich nehme eine zunehmende Gewalt und Ausgrenzung zwischen den Menschen wahr, die es sicherlich schon zu allen Lebzeiten gab, seit Menschen auf diesen Planeten wandeln. Es mag viele soziale Gründe dafür geben. Ein entscheidender Grund ist auch fehlende Bildung über unsere Welt, ihre Bewohner, über das nichtmenschliche Leben. Wir sollten unsere Politiker dazu zwingen, Bildung als entscheidende Aufgabe unserer Gesellschaft zu erkennen. Und wir sollten in unserer reichen Gesellschaft nicht akzeptieren, Bildung abhängig zu machen von zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln. Wir sollten keinen Kulturabbau in unserem Land akzeptieren, der sich bemerkbar machen wird im gegenseitigen Verstehen und im Verständnis des für uns Fremden. Wir brauchen mündige Menschen, die sich "ihres eigenen Verstandes bedienen" (Kant). Wir brauchen mehr, nicht weniger Bildung und Kultur.

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Neuigkeiten

  • Die Petition sollte für mich ein Gradmesser sein, wieweit die Gesellschaft Bildung und gleiche Bildungschancen tatsächlich als Hauptaufgabe wahrnimmt. Das tut sie nicht, auch wenn Politiker immer wieder die Bedeutung von Bildung hervorheben. Kurzfristige Erfolge unter Inkaufnehmen langfristiger Nachteile ist leider ein Markenzeichen unserer Gesellschaft. Es ist so unendlich wichtig, dass Menschen nicht bereits als Kinder und Jugendliche zu Verlierern und Versagern heranerzogen werden, nur weil wir ihnen keine gleichen Bildungschancen bieten. Mit den Konsequenzen werden wir konfrontiert, wenn uns diese Kinder und Jugendlichen als Erwachsene gegenüberstehen. Allen, die bei der Petition mitgemacht haben, meinen Dank. Alles Gute, Joachim Behl!

Pro

Ich bin voll dafür! Bildung sollte für alle Menschen in gleichem Maße zugänglich sein, um die Reproduktion von sogenannten Eliten zu unterbinden. Jedoch finde ich die Forderung der Petition zu schwammig. Welche konkreten Maßnahmen fordern Sie von der Politik? Eindeutig herauslesen kann ich nur, dass auch frühkindliche Bildungsangebote kostenfrei sein sollten.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.