187 Unterschriften
Petition richtet sich an: Rat der Landeshauptstadt Hannover / Kulturausschuss / Wirtschaftsausschuss/ Verwaltungsausschuss
Wir fordern die Landeshauptstadt Hannover auf, umgehend die lokale Clubkultur zu stützen, zu retten und zu fördern. Unser Vorschlag ist das systematische Förderinstrument „L!VE:SUPPORT“.
Das Fördermodell soll die folgenden drei Säulen umfassen:
Basisförderung & Fixkostenentlastung: 150.000 € p.a. zur Existenzsicherung.
Hiermit werden kleine Spielstätten entlastet, das Sommerloch gestopft, ein oder zwei unangenehme Rechnungen beglichen, die den ganzen Betrieb ins wackeln bringen können oder auch eine Reparatur bezahlt. Es reichen oft schon wenige tausend Euro, die den Unterschied zwischen aufgeben und weitermachen machen. Damit wird Hannovers Angebot an kleinen Clubs und Läden am Leben gehalten. Förderfähig können für eine niedrigschwellige und einfache Abrechnung z.B. Mieten, GEMA-Abgaben oder Energiekosten sein.
Veranstaltungs- & Nachwuchsförderung: 150.000 € p.a. zur Stärkung der künstlerischen Entwicklung.
Raum für Experimente muss her. Mutigere Bookings. Weniger Pay-to-Play. Clubs können sich Veranstaltungen im Bereich bis 150 Personen eigentlich nicht mehr leisten, die Querfinanzierung über andere Einnahmen (vor allem Gastro) wird auch immer schwerer. Von sich selbst tragender Wirtschaft kann erst bei 1.000 zahlenden Besucher*innen gesprochen werden, alle kleineren Veranstaltungen (zumindest live) werden auf irgendeine Art “subventioniert”, sei es durch bestehende (und sehr vielfältige) kommunale Unterstützung, durch uralte Mietverträge und freundliche Vermieter*innen, durch äußerst engagierte Arbeit zu Lasten von Gesundheit oder Beziehungen, durch Ehrenamt und kleinstes Geld auf allen Ebenen. Mit diesem Geld würden kleine Veranstaltungen gestärkt, wirtschaftlicher gemacht und so der nicht nachhaltigen Kulturarbeit entgegengewirkt.
Innovations-, Struktur- & Gründungsförderung: 150.000 € p.a. für Investitionen z.B. in Schallschutz, Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit.
Dies ist der Problemlösungstopf. Mal wieder ruft das Bauamt an? Die Feuerwehr hat was gefunden? Die Nachbarn wünschen sich mehr Schallschutz? Aus diesem Topf wird endlich systematisch geholfen. Und nicht nur bestehenden, sondern auch für Leute die starten wollen. Neugründungen von Musikspielstätten sind fast unmöglich geworden, da die nötigen Investitionen nicht durch erwartete Renditen aufgefangen werden können. Hier können bestehende Läden geschützt und neue gestützt werden.
Schließlich braucht es noch 50.000 € für die Umsetzung des Programms. Jurys müssen organisiert, Anträge bearbeitet und Abrechnungen geprüft werden.
Begründung
Hannovers Clublandschaft ist ein unverzichtbarer Baustein der Stadtkultur und Wirtschaftsfaktor, doch sie kämpft derzeit ums nackte Überleben. Steigende Mieten, Energiekosten, Personalmangel, der enorme Druck des Immobilienmarktes und viele weitere Gründe bedrohten und bedrohen Spielstätten wie das PAN, die Subkultur, die Nordstadtbraut, das MusikZentrum, die Weltspiele oder das Bei Chéz Heinz, Neugründungen sind fast unmöglich geworden.
Warum wir jetzt handeln müssen:
Kulturelle Nahversorger: Clubs sind mehr als Nachtleben; sie sind soziale Treffpunkte und kreative Labore für den Nachwuchs. Besonders für junge Menschen sind sie wichtige Orte für kleine Fluchten, das sich ausprobieren und sich finden.
Clubs sind “Arbeitsplatz” für Musiker*innen und schaffen zahlreiche Mini-Jobs für Studierende, sie sind relevante Absatzmärkte für die Getränkeindustrie und wirken mittelbar aufs Taxigewerbe, Speisegastronomie, Hotellerie und Veranstaltungstechnikdienstleister.
Standortrisiko: Ohne ein systematisches Förderinstrument gefährdet Hannover seine Attraktivität als UNESCO City of Music. Eine lebendige Nachtkultur strahlt aus und macht eine Großstadt aus.
Vorbildfunktion: Andere Städte wie Hamburg, Bremen und Stuttgart zeigen bereits, dass gezielte Clubförderung wirkt.
Fehlende Anerkennung: Bisher werden Clubs oft rein als „Vergnügungsstätten“ statt als wichtige Kulturorte behandelt.
Die Clubförderung ist keine Subvention, sondern eine notwendige kulturpolitische Investition in die kreative Ökonomie unserer Stadt, in die Jugendkultur, in den Standort.
Alle denen die Clubkultur am Herzen liegt, sollten diese Petition unterstützen. Dann wird sie verpflichtend in der Politik beraten.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
11.06.2026
Sammlung endet:
28.02.2027
Region:
Hannover
Kategorie:
Kultur
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Ich bin selbst gern im Nachtleben unterwegs und wünsche mir den Erhalt oder sogar die Optimierung von Hannovers Club Szene