Region: Germany
Science

Mehr unbefristete Stellen in der Wissenschaft

Petition is directed to
Petitionsausschuss des Bundestages
13.276 Supporters 13.034 in Germany
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  1. Launched November 2020
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Immer mehr Zeitverträge mit immer kürzeren Laufzeiten, lange und steinige Karrierewege – die Probleme leugnet heute niemand mehr. Wie ein Brennglas hat die Coronakrise die Defizite von Personalstruktur und Beschäftigungsbedingungen in Hochschule und Forschung noch deutlicher sichtbar gemacht.

Die Kontinuität und Qualität wissenschaftlicher Arbeit braucht stabile Beschäftigungsbedingungen – Schluss mit dem Hire-and-Fire-Prinzip.

Gemeinsam treten wir ein für

  • Dauerstellen für Daueraufgaben in Forschung, Lehre und Wissenschaftsmanagement!
  • einen kräftigen Ausbau der Grundfinanzierung der Hochschulen!
  • gleiche Chancen auf eine erfolgreiche akademische Laufbahn für alle!
  • wirksame Mitbestimmungsrechte für alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler!
  • krisenfeste Hochschulen und Forschungseinrichtungen!

Weitere Informationen gibt es auf https://www.gew.de/Dauerstellen

Wir haben nichts zu verlieren als unsere Kettenverträge, wir haben die Wissenschaft zu gewinnen – und die Wissenschaft uns! English Version here: https://www.gew.de/dauerstellen/permanent-jobs-for-permanent-tasks/

Reason

Wir fordern einen Anteil von mindestens 50 Prozent Dauerstellen beim wissenschaftlichen und künstlerischen Personal neben der Professur und die vollständige Absicherung der Aufgaben im Wissenschaftsmanagement durch Dauerstellen. Bei befristeten Qualifizierungsverträgen fordern wir die Ausschöpfung der Höchstbefristungsdauer nach dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz und damit eine Regellaufzeit von sechs Jahren – grundsätzlich auf Vollzeitstellen. Lehre an Hochschulen muss stets forschungsbasiert sein – Hochdeputatsstellen für „Lehrknechte“ und Lehrmägde“ lehnen wir daher ab. Lehrbeauftragten, die Daueraufgaben in der Lehre wahrnehmen, sind sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse anzubieten, die ihrer Qualifikation entsprechen.

Statt immer neuer befristeter Programme, Wettbewerbe und Pakte brauchen wir eine verlässliche und dynamische Grundfinanzierung. Wir fordern eine Aufstockung des Budgets des „Zukunftsvertrags Studium und Lehre stärken“ um 40 Prozent, eine jährliche Erhöhung um mindestens drei Prozent und die Verwendung der Mittel für Dauerstellen für Daueraufgaben in der Lehre.

Die Aussichten auf einen Doktortitel, eine Dauerstelle oder eine Professur dürfen nicht von sozialer Herkunft, Geschlecht, sexueller Identität, Alter, Behinderung oder chronischer Erkrankung, Religion oder Weltanschauung, ethnischer Herkunft oder vom Migrationshintergrund beeinträchtigt werden. Wir brauchen eine aktive Unterstützung und Förderung benachteiligter Gruppen sowie eine wirksame Antidiskriminierungs- und Beschwerdestruktur an Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Um der strukturellen Benachteiligung von Frauen in der Wissenschaft zu begegnen, ist eine wirksame Gleichstellungpolitik und -praxis erforderlich, die Mindestquoten auf allen Karrierestufen einschließt. Wir treten ein für familienfreundliche und barrierefreie Strukturen und Arbeitsbedingungen sowie eine uneingeschränkte Anwendung der familien- und behindertenpolitischen Komponente des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes.

Wir machen uns für eine demokratische Governance-Struktur an Hochschulen und Forschungseinrichtungen stark, die nicht top-down von autokratischen Leitungsorganen gelenkt, sondern bottom-up von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Studierenden und Beschäftigten in Technik und Verwaltung selbstverwaltet werden. Alle müssen unabhängig von ihrem Status das Recht bekommen, auf Augenhöhe gleichberechtigt mitzubestimmen – auch Promovierende und Lehrbeauftragte. Wir fordern eine Ausdehnung des Geltungsbereichs der Personalvertretungsgesetze bzw. des Betriebsverfassungsrechts auf alle Beschäftigten sowie einen Ausbau der Rechte der von ihnen gewählten Personal- und Betriebsräte.

Niemand darf einen Nachteil haben, wenn Leistungen in Krisen wie der Coronapandemie nicht erbracht werden können. Wir fordern eine Verlängerung von befristeten Arbeitsverträgen, Stipendien und der Ausbildungsförderung um die Zeit der pandemiebedingten Beeinträchtigungen, mindestens aber um zwölf Monate. Online-Lehre und Forschung setzen nicht nur eine leistungsfähige digitale Infrastruktur voraus, sondern auch eine aktive Unterstützung der Beschäftigten und Studierenden. Dazu gehören ausreichender technischer Support, qualifizierte Fort- und Weiterbildung, freier Zugang zu Forschungsergebnissen und Lehrmaterialien und eine angemessene Anrechnung der Online-Lehre auf die Lehrverpflichtung. Die Hochschulen und Forschungseinrichtungen müssen die Einhaltung aller Standards des Arbeits- und Gesundheitsschutzes garantieren und für eine angemessene Ausstattung im mobilen Arbeiten und im Homeoffice sorgen.

Weitere Informationen gibt es auf https://www.gew.de/Dauerstellen

News

  • Liebe Kollegin, lieber Kollege,

    sechs Wochen nach der Bundestagswahl stehen die Zeichen auf rot-gelb-grün: SPD, Grüne und FDP führen Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer neuen Bundesregierung. Damit ist ein personeller Wechsel an der Spitze des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wahrscheinlich geworden. Der personelle Wechsel muss aber auch mit einem Politikwechsel einhergehen: Dauerstellen für Daueraufgaben in der Wissenschaft gehören weit nach oben auf die Agenda der neuen Regierungskoalition!

    Unsere Petition „Dauerstellen für Daueraufgaben“ war daher nie wichtiger als heute. Bis 19. November sammeln wir weiter Unterschriften für faire Beschäftigungsbedingungen, verlässliche Karrierewege und gleiche Chancen in Hochschule und... further

  • Liebe Kollegin, lieber Kollege,

    #IchBinHanna – unter diesem Twitter-Hashtag machen sich seit Juni zehntausende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Dauerstellen für Daueraufgaben in Hochschule und Forschung stark und treiben Bundesbildungs- und -forschungsministerin Anja Karliczek vor sich her. Rückenwind für den Schlussspurt unserer Petition für Dauerstellen, die bereits über 10.000 Personen unterstützen. Bis 19. November sammeln wir weiter Unterschriften für DAUERSTELLEN FÜR DAUERAUFGABEN:
    www.gew.de/dauerstellen/petition-unterzeichnen/

    Am 1. Juli hat das GEW-Fachgespräch „#IchBinHanna – per Hashtag gegen das Wissenschaftszeitvertragsgesetz“ stattgefunden. Mit einer überwältigenden Resonanz, über 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer... further

  • Liebe Kollegin, lieber Kollege,

    #IchBinHanna. Unter diesem Hashtag prangern zehntausende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf Twitter Zeitverträge und unsichere Karrierewege in Hochschule und Forschung an – und fachen damit auch die Debatte die GEW-Petition für „Dauerstellen und Daueraufgaben“ weiter an.

    Wir laden Euch für den 1. Juli, 17:30 Uhr zu der GEW-Fachtagung und Aktiven-Vernetzung „#IchbinHanna - Per Hashtag gegen das Wissenschaftszeitvertragsgesetz“ per ZOOM-Konferenz ein. Wir möchten Erfahrungen mit den Kampagnen #IchBinHanna und für #Dauerstellen auswerten, gemeinsam Schlussfolgerungen ziehen, Aktive vernetzen und Perspektiven des Kampfs für gute Arbeit in der Wissenschaft und eine radikale Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes... further

Das ist in der Tat einer der Gründe für die Unattraktivität des Wissenschaftsstandortes Deutschland. Gute Nachwuchswissenschaftler streben ins Ausland und kommen selten wieder zurück. Und zur Qualität der Lehre trägt es auch nicht bei, wenn Lehrveranstaltungen von Doktoranden "mit gemacht" werden, die eine halbe Stelle haben (also noch anderweitig hinzu verdienen müssen) und in vier Jahren ihre Doktorarbeit fertig haben sollen.

"...gleiche Chancen auf eine erfolgreiche akademische Laufbahn für alle!" Bei dem Punkt wird klar worum es tatsächlich geht. Wenn in den Universitäten in der Mehrheit weiße Männer studieren, dann ergibt sich daraus, dass diese auch die meisten entsprechenden Stellen besetzen. Ich bin gegen Quotenregelungen. Ohnehin dürfte die Forschung wenig Zukunft haben, da wir den Peak des technisch Möglichen längst überschritten haben. Das Rennen ist vorbei. Es wird Zeit anzukommen.

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