Für Bildung und Erziehung junger Menschen braucht Sachsen auch in Zukunft hochqualifiziertes Personal, langfristige Strategien und einen konstruktiven Diskurs!

Unterstützen Sie unser gemeinsames Anliegen mit einer Unterschrift unter dieser Petition. Verbreiten Sie uns gern weiter, um dem mit dieser Petition verknüpften offenen Brief an Herrn Ministerpräsident Michael Kretschmer und Herrn Minister Christian Piwarz mehr Öffentlichkeit und damit Gewicht zu verleihen:

Begründung

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmer,

Sehr geehrter Herr Minister Piwarz,

nicht erst seit der Personalentscheidung hinsichtlich des Ministerpostens im Bereich Bildung sehen wir die dringende Notwendigkeit, uns als Lehrkräfte des Freistaates Sachsen zu Wort zu melden. Wir kritisieren die politische Prioritätensetzung in unserem Bundesland, wie sie seit mehr als einem Jahrzehnt zu beobachten ist und fordern eine Neuausrichtung der Bildungspolitik im Sinne der Kinder und Jugendlichen.

Die Zukunft eines Landes ist eng geknüpft an die Erziehung und Bildung der Jugend. Die Vermittlung von Grundlagenwissen, methodischen und sozialen Kompetenzen sowie die bewusste ganzheitliche Begleitung von Kindern und Jugendlichen garantieren die gesunde Reifung eines mündigen, produktiven und glücklichen Menschen, der sich nach seinen individuellen Möglichkeiten für die freiheitlich- demokratische Gesellschaft einsetzt und diese mitgestaltet.

Als pädagogische Fachkräfte übernehmen wir genau diese Aufgabe. Jeden Tag begleiten, erziehen und unterrichten wir junge Menschen der kommenden Generation. In Zeiten der Digitalisierung, Globalisierung und gesellschaftlicher Pluralität wird dieser Auftrag zunehmend komplexer und erfordert ein Höchstmaß an Professionalität, emotionaler und zeitlicher Flexibilität sowie umsichtiger Kooperation. Die Arbeit mit und an Menschen ist nicht nur eine Berufung und Herzenssache, sie fordert - übt man sie ernsthaft und konsequent aus - den ganzen Menschen und dessen Umfeld.

Es gilt, das Thema Bildung und Erziehung wieder in die Mitte der Gesellschaft zu rücken und für dessen Wertschätzung zu kämpfen. Dazu gehören ein konstruktiver Diskurs zwischen allen am Bildungsprozess Beteiligten, kurzfristige Maßnahmen zur Entbürokratisierung des schulischen Alltags sowie verantwortungsvolle Entscheidungen für ein gesundes Arbeitsklima an sächsischen Schulen. Frank Haubitz hatte in diesem Zusammenhang zahlreiche praxisnahe Maßnahmen zusammengestellt, die in weiten Teilen sächsischer Kollegien als positive Signale gewertet wurden. Nicht nur unter Lehrkräften, sondern auch in den Familien der Schülerinnen und Schüler wurde der kraftvolle und konkrete Auftakt der Amtszeit des ehemaligen Ministers begrüßt. Denn das ist es, was Sachsens Bildungsbereich braucht: politische Tatkraft und den aktiven Rückhalt der Bevölkerung.

Für Ihre Amtszeit, sehr geehrter Herr Minister Piwarz, wünschen wir Ihnen Mut, Kraft und Durchsetzungsvermögen sowie uns einen kämpferischen, kooperativen und weitsichtigen Minister, der sein Handeln in den Dienst der sächsischen Kinder und Jugendlichen stellt. Die Zeichen der Zeit gilt es nicht nur zu erkennen, sondern es heißt aktiv Politik zu betreiben, die progressiv und durchdacht die Zukunft Sachsens im Blick hat.

Zu einer wertschätzenden Bildungspolitik gehören unserer Erfahrung und Auffassung nach folgende Kernpunkte:

•Um nachhaltige pädagogische Arbeit zu ermöglichen, bedarf es zusätzlicher Anrechnungsstunden für KlassenlehrerInnen, TutorInnen und MentorInnen, einer Erhöhung des Gesamtstundenpools an Schulen sowie einer langfristigen und festen Beschäftigung von SozialarbeiterInnen an jeder Bildungseinrichtung.

•Für einen individuellen und schülerorientierten Bildungsprozess sollte die Klassenstärke auf 24 SchülerInnen reduziert werden.

•Nur eine gesunde, selbstwirksame Lehrkraft kann ganzheitliche Bildungsprozesse gestalten. Wir setzen uns für die Herabsetzung des Regelstundensatzes auf
24 Unterrichtsstunden pro Woche ein.

•Um eine Flexibilität der Lehre hinsichtlich einer lebensnahen und schülerorientierten Ausrichtung zu gewährleisten, sehen wir die Notwendigkeit einer Überarbeitung der Lehrpläne für die Primar- und Sekundarstufe und einen angemessenen Ausbau der digitalen Infrastruktur in Bildungseinrichtungen der Sekundarstufe.

•Die Bürokratisierung des schulischen Alltags raubt wertvolle Ressourcen. Schulen sollte mehr Gestaltungsspielraum eingeräumt werden. Es gilt, die Kraft auf das Kerngeschäft zu fokussieren: die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen.

•Um gesellschaftliche Wichtigkeit und Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen, ist die Bedeutung einer finanziellen Gleichstellung innerhalb der Schularten und im Vergleich der Länder nicht zu unterschätzen.

Die Zeit drängt. Wir fordern Sie auf, die Bildung und Erziehung junger Menschen als oberste Priorität einzustufen und praxistaugliche Signale zu senden. Es braucht verantwortungsvolle und tiefgreifende Maßnahmen, die das Vertrauen in die sächsische Bildungspolitik wieder stärken und einen gesellschaftlichen Diskurs anstoßen. Wir laden Sie ein, mit uns zu konkreten bildungspolitischen Maßnahmen ins Gespräch zu kommen.

Ihre Lehrkräfte an den Bildungseinrichtungen Sachsens

Eltern, Familien und UnterstützerInnen

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Susann Weber aus Dresden
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  • Sehr geehrte UnterstützerInnen,

    eine Schülergruppe namens "Bildungsverlierer" hat noch eine Petition in Sachsen erstellt, die ihr gerne unterstützen könnt: "Keine Bildungssparpolitik mehr auf unsere Kosten".

    Damit so viele Menschen wie möglich sich für eine Bildungsreform in Sachsen einsetzen, gibt es eine Social Media Aktion: Wir haben ein plakatives Bild erstellt, das so oft wie möglich geteilt (geshared) werden soll. Sie können das Bild direkt auf der Facebookseite von openPetition über den folgenden Link finden & teilen:

    + + + Link zur Bildaktion: www.facebook.com/openPetition/photos/a.305584669539756.64361.305564092875147/1658041834294026/?type=3&theater

    Jedes “Gefällt mir” (Like), aber vor allem geteilte Inhalte (Shares) sorgen dafür, dass noch mehr Menschen von der Petition erfahren.

    Wer nicht in den Sozialen Netzwerken ist, kann gerne per E-Mail Freunde, Kollegen und die Familie auf die Petition hinweisen. Kurzlink: www.openpetition.de/!bildungsverlierer

    Wir haben die beiden Petitions-Starter in Verbindung gesetzt - schließlich sind die Stimmen lauter, wenn man gemeinsam schreit.

    Eure openPetition-Team

  • Sehr geehrte UnterstützerInnen der Petition "MENSCH, Sachsen",

    am vergangenen Donnerstag, den 29.März, konnten wir Ihre 6477 Unterschriften Herrn Staatsminister Piwarz persönlich überreichen. Der Kultusminister, der Referatsleiter für Personalplanung und der Büroleiter des Ministeriums nahmen sich fast zwei Stunden Zeit, um mit uns in den Austausch zu treten. Es wurde deutlich, dass Herr Piwarz gegenwärtig nicht nur auf zahlreichen Veranstaltungen die Bürgernähe sucht, sondern auch alle schriftlichen Eingaben persönlich liest.

    Im Vorfeld wurde uns von vielen Kollegien vermittelt, dass sich die Stimmung in den Lehrerzimmern verschlechtert und die Gerechtigkeitsfrage im Zusammenhang mit der Verbeamtung junger KollegInnen U42 dazu führt, dass die Gewerkschaften sich nun einspannen, um für entsprechende Ausgleichszahlungen für ältere KollegInnen zu kämpfen.

    Eine zentrale Sorge besteht darin, dass die unterschiedliche Bezahlung der KollegInnen Schwierigkeiten im Schulalltag nach sich ziehen. Eine Spaltung der Lehrerschaft würde nicht nur einer engeren Zusammenarbeit und Vernetzung im Wege stehen, sondern vor allem die Motivation und Energie für das pädagogische Kerngeschäft rauben. Diese Zusammenhänge haben wir mit dem Minister besprochen und an uns weitergeleitete Eingaben der Kollegien weitergereicht.

    Unsere Petition hat gezeigt, dass viele Lehrkräfte des Landes primär an einer Verbesserung der Rahmenbedingungen in sächsischen Bildungseinrichtungen interessiert sind. Zahlreiche Eltern, SchülerInnen und LehrerInnen sehen einen unbedingten Bedarf an strukturellen und konzeptionellen Veränderungen, die einem nachhaltigen, modernen Lernen Rechnung tragen und die Bedürfnisse der jungen Menschen wieder mehr in den Blick nehmen.

    Aus diesem Grund war das Ziel der Petition der Diskurs mit Vertretern verschiedener Schularten. Die Idee eines „Bildungsforums“ als Konzeptschmiede für Veränderungen in der sächsischen Bildungslandschaft hatte sich in den vergangenen Wochen manifestiert. Diese Idee haben wir im Ministerbüro vorgestellt und gemeinsam überlegt, wie es zur Umsetzung kommen kann.

    Herr Minister Piwarz zeigte sich in diesem Zusammenhang sehr aufgeschlossen. Er schätzt vor allem die Ausrichtung in die Zukunft und die konstruktive, sachliche Auseinandersetzung auf der inhaltlichen Ebene.

    Es erreicht Sie auf diesem Weg die Einladung, an einem solchen Forum mitzuwirken.
    Interessenten können sich über die Emailfunktion direkt an uns als Initiatoren wenden.
    Wir bitten um die Angabe der Bildungseinrichtung, der Fächerkombination und einer knappen Schilderung der persönlichen Gründe, sich an der Veranstaltungsreihe zu beteiligen. Vielen Dank.

    Gesucht werden Lehrkräfte aus allen Schularten und verschiedenen Regionen Sachsens. Wir möchten zunächst in einem personell überschaubaren Rahmen arbeiten, so dass wir eine Vorauswahl der Mitgestalter zu Gunsten einer „guten Mischung“ treffen müssen.
    Die Auftaktveranstaltung des Forums soll zeitnah Ende April oder Anfang Mai in den Räumlichkeiten der Landeszentrale für politische Bildung in Dresden stattfinden.
    Herr Minister Piwarz wird an den Sitzungen teilnehmen und anschließend die Umsetzbarkeit der angestrebten Maßnahmen prüfen. Ziel ist eine direkte Zusammenarbeit, die eine kurz- und mittelfristige Umsetzung erarbeiteter Maßnahmen anstrebt.

    Für die derzeitige angespannte Lage in den Lehrerzimmern haben wir Verständnis. Dennoch treibt uns das Ziel an, Schule in Sachsen weiter zu denken und aktiv auf die Politik einzuwirken. Wir begreifen das Bildungsforum als Schnittstelle zwischen Basis und Politik, die für eine rein inhaltliche Arbeit steht.
    Unsere Hoffnung ist es, dass die Lehrkräfte in den Schulen durch praxistaugliche Maßnahmen Entlastung erfahren und somit neben den monetären Anreizsystemen vor allem die Veränderung der Rahmenbedingungen zu mehr Ressourcen führen, sich intensiver mit denen zu befassen, für die wir mit unserer täglichen Arbeit einstehen und kämpfen: unsere Kinder und Jugendlichen.

    MENSCH, Sachsen - Auf geht's!

  • **Aufgrund zahlreicher Anfragen wurde entschieden, die Zeichnungsfrist bis Mitte März zu verlängern.**

    Bitte verbreiten Sie das Anliegen weiter!

Pro

Mit der Verbeamtung allein, kann man keine Lehrer nach Sachsen locken. Die gibt es ja überall. Es müssen grundsätzliche Verbesserungen in Schule geschaffen werden. Allerdings muss dennoch Lohngerechtigkeit in den Lehrerzimmern einkehren, wenn man schon mit der Verbeamtung lockt. Die Kollegen über 42, also fast alle, mussten jahrelang den Kopf für Sachsens Schule hinhalten. Veränderung geht nur mit allen gemeinsam.

Contra

Ihr schreibt "Frank Haubitz hatte in diesem Zusammenhang zahlreiche praxisnahe Maßnahmen zusammengestellt". Wirklich? Schaut mal in seinen Schulleiterbrief: 1. Verbeamtung, 2. Bezahlung von Überstunden, 3. Für Klassenleiter eine Stunde mehr Gehalt. Ist das wirklich ein Richtungswechsel? Ist das wirklich eine Perspektive? Nein. Lehrkräfte brauchen mehr Zeit! Schulen mehr Unterstützung! Schüler mehr Lernfreude! Also kein Contra gegen die Petition, aber ein Contra gegen die Verklärung von Haubitz' "Ideen".