Sachsen hat ein neues Handlungsprogramm zur Sicherung der Bildungsqualität am 09.03.2018 angekündigt. Dabei gibt es durchaus zu begrüßende Maßnahmen (z.B.die Einführung von Schulassistenten, mehr Schulpsychologen).Der Lehrernachwuchs fehlt und schon jetzt gibt es 62% (in manchen Gebieten 100%) Einstellungen von Seiteneinsteigern, die nicht als Lehrer ausgebildet sind. Ohne diese würde es noch prekärer aussehen.Durch die leistungslose Verbeamtung von nur einem kleinen Teil der Lehrerschaft bis zum Alter von 42 Jahren (ca. 6.000 von ca 30.102 Lehrern) entsteht eine erhebliche Gerechtigkeitslücke in der Bezahlung für gleiche Arbeit. Das führt unweigerlich zu einer Spaltung des Lehrerkollegiums, zur Demotivation und insgesamt zu einer Verschlechterung des Schulklimas. Auch die avisierte willkürliche Höhergruppierung von 20% der Ü42-Lehrkräfte und die in Aussicht gestellten Leistungsprämien sorgen für weitere Ungerechtigkeit. Damit bleiben ca. 75% der sächsischen Lehrkräfte von diesen Maßnahmen ausgeschlossen. Diese haben aber über 25 Jahre gue Arbeit geleistet, obwohl sie von Zwangsteilzeit und immer neuen Aufgaben ohne Ausgleich betroffen waren.Sachsen belegte immer wieder Spitzenplätze im Bildungsmonitoring. Sachsens Lehrer wollen alle Schüler fair behandeln und sie auf ihre Zukunft mit hoher Qualität vorbereiten. Dafür wollen auch alle Lehrer eine faire Wertschätzung ihrer Arbeit bekommen.
Die sächsischen Lehrer fordern eine wirkliche Wertschätzung ihres Berufs und die Verbesserung der allgemeinen Arbeitsbedingungen für Lehrer und Schüler an sächsischen Schulen!

Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit! - Keine Spaltung des Lehrerzimmers in JUNG und ALT!

Offener und respektvoller Dialog zu einer nachhaltigen Verbesserung der Bildungsqualität!

Mehr individueller Gestaltungsspielraum der einzelnen Schulen!

Bereitstellung der benötigten Mittel im neuen sächsischen Doppelhaushalt!

Ein Mensch, der sich geschätzt fühlt, wird immer mehr leisten, als von ihm erwartet wird.

Wir brauchen jetzt Ihre Unterstützung, bevor es zu spät ist, denn Bildung geht alle an.

Begründung

Rahmenbedingungen
• Fehlende berufene Schulleiter (stellenweise seit Jahren kommissarisch / teilweise ein Schulleiter für zwei Schulen)
• Fehlende Schulpsychologen / Sozialarbeiter
• Dopplung Klassenleiter- und Tutorentätigkeit
• Zusammenlegung von Klassen und Kursen
• Zusätzliche Klassenzuweisung, auch gegen amtliche Vorgaben (4- statt 3-zügig) • Überschreitung des Klassenteilers trotz fehlender Raumkapazitäten (Fachkabinette 26 Arbeitsplätze bei stellenweise bis zu 30 Schülern) • Gleichzeitiges Unterrichten in zwei Klassen, jahrgangsstufenübergreifender Unterricht • Dramatische Kürzung des Ergänzungsbereiches • Reduktion der Stundentafel zur Personaleinsparung (z.B. Ethik) • Teilweise marode Räumlichkeiten, fehlende Lehr- und Lernmittel, mangelhafte technische Ausstattung

Zusatzaufgaben (über die unterrichtlichen Aufgaben hinaus und ohne Vergütung) • Klassenleiter- und Tutorentätigkeit mit hohem Verwaltungsaufwand (Zeugniserstellung, verbale Beurteilungen, Verwaltung von Abwesenheitsnachweisen, Elternbriefe, Disziplinarmaßnahmen, Verwaltung von Lehr- und Lernmaterialien)
• Mentorentätigkeit für Praktikanten, Referendare und Seiteneinsteiger
• Organisation und Durchführung von Klassenfahrten, Sprachreisen, Unterrichtsexkursionen, Fahrten zur politischen Bildung, Schul- und Sportfeste, Konzerttage etc. (mit teilweiser Unterschreitung der Anzahl begleitender Aufsichtspersonen)
• Fachkonferenzen, Dienstberatungen, Schulkonferenzen, Fortbildungen auch in den Ferien oder am Wochenende, berufsbegleitendes Studium zur Erlangung eines Zweit- oder Drittfaches
• Kompetenztests, BLF, Vergleichsarbeiten, BELL, Zertifikatsprüfungen
• Schülerlaufbahnberatung, Beurteilungen, Elterngespräche
• Integration und Inklusion für Schüler mit besonderem Förderungsbedarf (Nachteilsausgleich durch differenzierte Aufgabenstellungen, Arbeitszeitverlängerungen, gesonderte Prüfungsaufgaben, individuelle Förderpläne)
• Integration von Schülern mit Migrationshintergrund (sprachsensibler Fachunterricht, Niveaubeschreibung, individuelle Beratung und Förderpläne)
• Erhöhung der Anzahl der Prüfungsfächer
• Verkürzung des Korrekturzeitraums für Erst-, Zweit- und Drittkorrektur (gesetzliche Feiertage als selbstverständliche Korrekturzeit eingeplant, z.B. 1. Mai, Himmelfahrt, Pfingsten)
• Keine eindeutige Festlegung zur Anrechnung von Korrekturtagen
• Planung und Durchführung Schulfremdenprüfungen (inklusive Hilfestellung zur Erstellung der Prüfungsaufgaben und Bewertungsrichtlinien)
• Erstellung von Prüfungsaufgaben für das SMK (oftmals ohne Rückmeldung) Umgang mit Lehrerpersonal im Freistaat Sachsen
• Aufstockung der Wochenstundenzahl von 24 auf 27 ohne finanziellen Ausgleich (bisher keine Wiederherstellung der ursprünglichen Wochenstundenzahl)
• Zwangsteilzeit für Grundschullehrer ab 1997 (Absenkung auf 57% / erst nach 15 Jahren Möglichkeit zur Rückkehr in die Vollbeschäftigung)
• Zwangsteilzeit für Oberschul- und Gymnasiallehrer ab 2005 (Absenkung bis auf 77% / erst nach 5 Jahren Rückkehr in die Vollbeschäftigung)
• Schließung zahlreicher Schulstandorte (vor allem im ländlichen Raum) trotz zwischenzeitlich wieder steigender Geburtenzahlen)
• Nach Überleitung des BAT-Ost in den TV-L im Jahre 2006 Zahlung von Strukturausgleich an nur einen Teil der Belegschaft mit ungerechter Berechnungsgrundlage

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Initiative Fairness aus Leipzig
Frage an den Initiator

Übersetzen Sie jetzt diese Petition

Neue Sprachversion
  • Liebe Unterstützer,
    die Petition befindet sich noch immer in Bearbeitung. Bald müsste aber eine Entscheidung getroffen werden, wenn die Verbeamtung ab Januar 2019 laufen soll. Bisher haben wohl ca. 1700 Lehrer einen Antrag auf Verbeamtung gestellt, aber noch nichts unterschrieben, da die Rahmenbedingungen ja noch immer nicht vollständig geklärt sind. Die Bild-Zeitung schrieb in einem Artikel vom 18.08.2018:
    "Im Koalitionsstreit zwischen CDU und SPD um Zulagen für die rund 25 000 sächsischen Ü42-Lehrer, die nicht von der Verbeamtung profitieren, zeichnet sich eine Lösung ab.

    Danach können die Pädagogen ab 2019 mit etwa 240 Euro brutto mehr rechnen."

    Das wäre noch immer kein adäquater Ausgleich, aber ohne unsere Aktionen, wäre wohl nicht einmal das angedacht.
    Wir bleiben weiter dran und informieren Euch.

    Vielen Dank,
    Initiative Fairness

  • Liebe Unterstützer,
    am 28.06. wurde ein Antrag der Linken zur Ausgleichzahlung für nicht verbeamtete Lehrer im Landtag diskutiert. Den Antrag und die Begründung findet Ihr im folgendem Link.

    edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=13145&dok_art=Drs&leg_per=6

    Laut Artikel der LVZ vom 29.06.18 haben in einer namentlichen Abstimmung 71 Abgeordnete von CDU und SPD sowie je 1 Abgeordneter von AfD und den Blauen dagegen gestimmt, da das Handlungsprogramm schon einige Höherstufungen und Zulagen vorsähe. Wir wissen, dass diese Möglichkeit nur für 20 % der Kollegen vorgesehen ist. 80% gehen leer aus. Endgültig ist noch nichts entschieden.

    Vielen Dank an alle Unterstützer und einen schönen Sommer wünscht das Team der Initiative Fairness

  • Liebe Unterstützer,
    die Petition wurde beim sächsischen Landtag eingereicht. Zusammen mit den gesammelten Listen und den Online-Unterschriften kommen wir insgesamt auf 1452 Unterstützer. Heute(15.06.18) kam die Bestätigung vom Petitionsausschuss zum Eingang und zur Bearbeitung der Petition.
    Vielen Dank an alle Unterstützer!!!

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.