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Bild zur Petition mit dem Thema: Nachteilsausgleich und Notenschutz für Schülerinnen und Schüler mit Dyskalkulie Nachteilsausgleich und Notenschutz für Schülerinnen und Schüler mit Dyskalkulie
  • Von: Bayerischer Elternverband e.V.
  • An: Bayerischer Landtag
  • Region: Bayern mehr
    Kategorie: Bildung mehr
  • Status: Die Petition ist bereit zur Übergabe
  • Sammlung beendet
  • 1.445 Unterstützende
    1.295 in Bayern
    Sammlung abgeschlossen

Nachteilsausgleich und Notenschutz für Schülerinnen und Schüler mit Dyskalkulie

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Der Bayerische Landtag möge beschließen: Dyskalkulie wird in Art. 52 Abs. 5 Satz 2 Nr. 1 BayEUG sowie entsprechenden bayerischen Gesetzen und Verordnungen aufgenommen, damit auch für dyskalkule Kinder, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende die Grundrechte auf Bildung und freie Entfaltung der Persönlichkeit in allen Bildungseinrichtungen vom Kindergarten bis zur Universität umgesetzt werden. Für eine gelingende Umsetzung sind folgende Punkte zu berücksichtigen: 1. Für Schülerinnen und Schüler mit Dyskalkulie werden verbindliche Leitlinien entwickelt mit dem Ziel, sie in ihrer schulischen Entwicklung best möglich zu unterstützen. 2. Die Schulen müssen bei der Erkennung mitwirken, Betroffene an die entsprechenden Stellen zur Diagnostik weiterleiten und dementsprechend Nachteilsausgleich gewähren. 3. Die Auswahl der Unterrichtsmethoden muss dem Potential - Schwächen aber auch Stärken und Ressourcen - der betroffenen Schülerinnen und Schüler angepasst werden, um die Lernmotivation optimal zu fördern und Frustrationen zu vermeiden. 4. Angemessene Kompensationsmittel müssen zur Verfügung gestellt und es muss den Lernenden ermöglicht werden, sich die notwendigen Kompetenzen zur effizienten Nutzung dieser Mittel aneignen zu können. 5. Individueller Nachteilsausgleich durch Zeitzuschlag oder Verkürzung der Aufgaben in Lern- und Prüfungsphase muss gewährt werden, um Ermüdung und Frustration zu vermeiden. Das Niveau der schulartspezifischen Lernziele darf dadurch nicht gesenkt werden. 6. Eine Wiederholungsmöglichkeit nicht bestandener Prüfungen nach entsprechender Lernbegleitung seitens der Schule muss gegeben sein, um Klassenwiederholungen (Sitzenbleiben) wegen des Fachs Mathematik zu vermeiden. 7. Schulpsychologen müssen durch Aus- und Weiterbildung befähigt werden, die Lehrkräfte zu begleiten, damit sie den Lernbelangen dyskalkuler Schülerinnen und Schüler gerecht werden. 8. Eine Begleitforschung zur ständigen Verbesserung der Beschulung der dyskalkulen Schülerinnen und Schüler an allen Schularten muss eingerichtet werden.

Begründung:

Bei Dyskalkulie (Rechenschwäche) handelt es sich um ein kompensierbares Verständnis-problem im arithmetischen Grundlagenbereich, wobei die Betroffenen mit ihrer subjektiven Logik in systematisierbarer Art und Weise Fehler machen, die auf begrifflichen Verinnerli-chungsproblemen beruhen, das durch gezielte Maßnahmen aufgelöst werden kann. Es handelt sich somit um eine Störung, die durch Gewährung von Nachteilsausgleich keine Auswirkung auf andere Leistungsbereiche hat. In Art. 52 Abs. 5 Satz 2 Nr. 1 BayEUG (Notenschutz) wird Dyskalkulie im Gegensatz zur Lese-Rechtschreib-Störung jedoch nicht erwähnt. Wird mangels Nachteilsausgleich und Notenschutz Schülerinnen oder Schülern mit Dyskalkulie der Zugang zu Realschule oder Gymnasium verwehrt, verbleiben sie nicht nur im Fach Mathematik im Grundbereich. Sie bekommen nicht die Möglichkeit, in höhere Mathematik vorzudringen, obwohl ab der 8. Klasse alle Schülerinnen und Schüler Taschenrechner benutzen dürfen, wodurch sie ihr Handicap kompensieren könnten. Ebenso wird ihnen eine höhere Bildung in anderen Fächern wie Sprachen oder Geisteswissen-schaften verwehrt. Dadurch werden Ressourcen nicht entdeckt, nicht weiterentwickelt und bei den Betroffenen ein mangelhaftes Selbstwertgefühl manifestiert. Bedingt durch die demographische Entwicklung wird Bayern in den kommenden Jahren sowohl vermehrt im handwerklichen Bereich bestausgebildete Facharbeiterinnen und Facharbeiter wie auch universitär ausgebildete Absolventinnen und Absolventen benötigen. Die beruflichen Chancen für gering gebildete Menschen werden sinken. Ressourcen dürfen daher nicht verschenkt, vielmehr müssen Kinder und Jugendliche in ihrer Lernentwicklung bestmöglich unterstützt werden. Denn diese werden als Fachkräfte von Morgen dringend gebraucht. Diese Erkenntnis wurde in anderen europäischen Ländern bereits in nationales Recht um-gesetzt. Dort werden dyskalkulen jungen Menschen vom Kindergarten bis zur Hochschule fortschrittliche Bedingungen geboten, ihr Potenzial zu entwickeln.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Uttenreuth, 06.12.2017 (aktiv bis 05.05.2018)


Debatte zur Petition

PRO: Es gibt viele Kinder und Jugendliche die an bayerischen Schulen damit konfrontiert sind und die damit völlig alleingelassen werden. Sie brauchen uns Erwachsene, die den Verantwortlichen mitteilen, dass hier dringend etwas geändert werden muss.

Noch kein CONTRA Argument.
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