News
-
Liebe Mitunterzeichnerinnen und Mitunterzeichner,
ein kurzes Lebenszeichen von mir:
Ich hatte heute ein gutes Gespräch mit Christian Ohrens vom Wölferadio. Die Petition und unsere Anliegen werden voraussichtlich ein Thema in der morgigen Ausgabe sein – reinhören lohnt sich.
Apropos reinhören: Auch Thomas Hiete vom kicker fordert inzwischen einen „Neustart" beim VfL – kommt Euch das bekannt vor?
https://www.facebook.com/watch/?v=819702251135341
Und noch etwas: Am Samstag vor dem HSV-Spiel würden Leo und ich uns freuen, den ein oder anderen von Euch persönlich kennenzulernen. Wir sind ab 14:30 Uhr am Eingang Nord-West. Kein Programm, keine Reden – einfach ein Hallo und ein kurzer Austausch unter Gleichgesinnten. Und vielleicht machen wir ja ein Gruppenfoto – damit alle wissen, dass hinter der Petition echte Menschen stehen.
Bis dahin: Daumen drücken für Samstag.
Euer Johann Malcher -
Die Dinge überschlagen sich. Hätte ich doch nur einige Minuten gewartet, dann hätte ich die neueste Entwicklung im letzten Update berücksichtigen können: Laut Kicker und WAZ dürfen Daniel Bauer und Peter Christiansen vorerst weitermachen.
Ich bin ehrlich: Auch ich bin zunächst sprachlos.
Eigentlich wäre es jetzt konsequent zu sagen: Wir setzen auf Daniel Bauer und steigen im Zweifelsfall mit ihm in die 2. Liga ab – weil wir zu 100 Prozent überzeugt sind, dass er der Richtige ist. Ihn im Amt zu belassen, aber gleichzeitig öffentlichkeitswirksam nach Alternativen Ausschau zu halten, ist ein spezieller Kompromiss. Mir fehlt vielleicht die VW-Konzernerfahrung, um eine solche Entscheidung nachzuvollziehen.
Aber wer weiß? Vielleicht findet Daniel Bauer jetzt „endlich" den richtigen Schalter. Vielleicht gewinnen wir am Samstag überzeugend gegen den HSV und starten eine sensationelle Aufholjagd. Dann hat der Aufsichtsrat richtig entschieden, als er dem Rat von Peter Christiansen und einem Teil der Fanszene gefolgt ist. Und wir, die über 770 Unterzeichner dieser Petition, können dann sagen: Es gab auch andere Stimmen und andere Einschätzungen. Wie so oft im Fußball – drei Leute, fünf Meinungen.
Eines möchte ich an dieser Stelle deutlich sagen, weil mir das am Herzen liegt: Es gibt Stimmen aus der aktiven Fanszene, die dazu aufrufen, jetzt gerade zusammenzurücken, im Stadion laut zu sein und die Mannschaft zu unterstützen. Diese Stimmen haben recht. Support im Block und Reform in der Führung – das ist aber kein Widerspruch. Das ist Fankultur. Stadion und Unterschrift ist kein Entweder-oder. Wir sitzen im selben Boot und wollen dasselbe: Dass der VfL Wolfsburg erstklassig bleibt. Wir streiten vielleicht über den Weg, aber nicht über das Ziel. Und genau deshalb ist es so wichtig, dass wir uns nicht gegenseitig zerlegen, sondern die Energie dorthin richten, wo sie hingehört – an die Verantwortlichen, das Trainerteam und die Spieler, die jetzt Antworten liefern müssen. -
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
zunächst: Danke. Danke für mittlerweile über 750 Unterschriften, über 300 persönliche Bekenntnisse zum VfL Wolfsburg und Nachrichten wie diese, die mich seit gestern Abend erreichen:
„Haben Sie neue Infos für uns Fans, die uns alle ein wenig beruhigen bzw. informieren könnten, wie es jetzt weitergehen soll?"
Diese Frage verdient eine ehrliche Antwort. Hier ist sie.
Das Spiel
0:4 in Stuttgart. War das Ergebnis überraschend? Nein. Retorten.tv hat es sogar exakt vorhergesagt. War der Spielverlauf überraschend? Nein. Keine spielerische oder kämpferische Verbesserung – eher im Gegenteil. Die läuferischen Werte sollen gestimmt haben, aber um es mit Loriot zu fragen: „Wo laufen sie denn?"
Und dennoch dominiert überall Ratlosigkeit. Bei den Spielern – siehe das Interview mit Yannick Gerhardt, der den Auftritt als „nicht bundesligatauglich" bezeichnete. Beim Trainer – siehe das Interview nach dem Spiel. Bei den Fans – deren „Abstiegskampf" wurde beim Stand von 0:2 eingestellt. Bei der Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat? Man weiß es nicht. Vielleicht haben sie ja Plan B in der Tasche. Man würde es ihnen und uns wünschen.
Was mich menschlich erschüttert
Ein sichtlich angeschlagener Trainer steht allein vor den Kameras, während sich die sportliche Leitung durch Nicht-Erscheinen wegphantomisiert. Christiansen, Schwegler – verweigern trotz Anfrage ein Statement. Sie lassen Bauer allein die öffentliche Verantwortung tragen, die sie selbst zu verantworten haben.
Das ist nicht nur strategisch feige. Das ist menschlich unterirdisch.
Dass Bauer selber die Frage nach seiner Zukunft beantworten muss, ist unerhört. Natürlich wären von Christiansen oder Schwegler nur Plattitüden gekommen à la: „Wir werden uns jetzt zusammensetzen und zügig abwägen, was das Beste für den Verein und für alle Beteiligten ist." Aber selbst diese Plattitüden wären ein Zeichen gewesen, dass jemand seine Verantwortung sieht und übernimmt.
Stattdessen: Ohrenbetäubendes Schweigen.
Damit bestätigt die sportliche Leitung unfreiwillig auch unsere dritte Petitionsforderung: Transparente Kommunikation gegenüber den Fans über die geplanten Sofortmaßnahmen zur Sicherung des Klassenerhalts. Wer nicht einmal vor die Kamera tritt, kommuniziert gar nichts.
Respekt vor Daniel Bauer
Ich habe tiefen Respekt vor Daniel Bauer, dass er sich nicht verkrümmelt. Gestern hat er davon gesprochen, dass auch Strukturen und Abläufe im Verein verändert werden müssen – weit über den rein fußballerischen Bereich hinaus. Das ist bemerkenswert ehrlich. Und es bestätigt exakt das, was unsere Petition seit einer Woche fordert.
Das passt zur Außenwahrnehmung: Tobias Schweinsteiger hat gestern bei DAZN analytisch klar und ohne populistische Häme das ausgesprochen, was die Faktenlage seit Wochen erzwingt: Es braucht einen „Cut". Man könnte auch sagen: Neustart. JETZT.
Wie geht es weiter?
Unsere Petition „Neustart JETZT" läuft weiter – über 750 Unterschriften, Resonanz von der WAZ über 11 Freunde bis zum Aufsichtsrat. An Aktualität hat sie nach knapp einer Woche Laufzeit wahrlich nichts eingebüßt.
Wir wollen dem Aufsichtsrat Mut machen, den schmerzhaften Schnitt zu wagen, um den Klassenerhalt aus eigener Kraft noch zu schaffen. Ja, damit verbunden ist auch die Selbstkritik, dass man in den vergangenen Monaten – vielleicht Jahren – eine Reihe von Fehlentscheidungen getroffen hat. Das einzugestehen ist immer noch besser und ehrenwerter, als den VfL Wolfsburg sehenden Auges völlig zu crashen.
Wenn es nicht klappt, dann hat man es wenigstens versucht.
Ich bin seid über 20 Jahren Fan des VfL Wolfsburg.