Dezember, 2013 | Universität Leipzig

Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Schücking,

im Rahmen des Moduls Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler, welches alle Studierenden als Pflichtmodul in den Bachelor Studiengängen Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftspädagogik und Wirtschaftsinformatik belegen, liegen gravierende Missstände und nicht mehr tragbare Umstände der Lehre vor. Wir fordern Sie hiermit im Namen aller betroffenen Studierenden auf, das Recht auf ordentliche Lehre zu gewährleisten.

Die Tatsache, dass Mathematik nicht das Lieblingsfach eines jeden Wirtschaftstudenten ist, und das eben jenes Fach auch gewisse Hürden mit sich bringt, ist den Meisten bekannt. Aber dass eine fehlende Struktur in sämtlichen Vorlesungsinhalten von Selbstverständlichkeit sein soll und Inhalte außerhalb des Lehrstoffes gelehrt werden, ist für uns nicht akzeptabel.

Neben der fehlenden Struktur, und der daraus resultierenden fehlenden Nachvollziehbarkeit, die auch nicht durch Selbststudium kompensierbar ist, ist die an Tag gelegte Didaktik des verantwortlichen Professors eine Zumutung. Dabei wollen wir weniger die Fakultät für Mathematik und deren Lehrbeauftragten in die Pflicht nehmen, sondern die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, die auch nach unzähligen Beschwerden und Kommunikation mit der Fachschaftsvertretung die aktuelle Situation hinnimmt und aussitzt.

Die Studierenden werden von Vorlesung zu Vorlesung vertröstet, insbesondere die Erstsemester unter uns sind dermaßen verzweifelt, dass sie in letzter Instanz sogar die Universität kurzfristig wechseln oder gar ihr Studium abbrechen würden. Nicht zu vergessen die vielen Studenten, die sich im Zweit- und Drittversuch befinden. Ein Fach, welches eigentlich nur die Grundlagen für die aufbauenden Wirtschaftsmodule liefern sollte, wird zum somit Exmatrikulator. Eine inakzeptable Politik, die die Fakultät hier verfolgt. Gespräche mit dem zuständigen Professor und dem Dekanat der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät brachten leider keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Die Besucherzahlen der Vorlesungen sind um mehr als fünfzig Prozent gesunken, es folgte eine erschreckende Abmelde-Welle von der Prüfung. Keine Vorlesung, in der sich die Lage nicht noch weiter zuspitzt. Kein Student sieht sich in der Lage die Klausur nur irgendwie zu bestehen.

Begründung

Wir fordern die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät und die Rektorin der Universität Leipzig, Frau Prof. Dr. Schücking, zu einer Stellungnahme und zur sofortigen Verbesserung der Lehrbedingungen auf.

1) Bekanntgabe einer prüfungsrelevanten Struktur der Inhalte für das Modul „Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler 1“ 2) Sofortige Entsendung eines Lehrbeauftragten, der die Vorlesungsinhalte angemessen liest. 3) Prävention für die kommenden Semester und Studiengänge – Lehrauftrag zurück an die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

Übersetzen Sie jetzt diese Petition

Neue Sprachversion
Pro

Qualitätssicherung kann bei Lehrimporten von fremden Fakultäten nicht gewährleistet werden. Daher sollte dieses Modul wieder an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät angesiedelt werden. Dadurch kann die Fakultät selbst den lehrenden Professor auswählen und Inhalte vorgeben. Bei Lehrimporten muss man überspitzt das nehmen was man bekommt und hat keinen Einfluss. Bei einem wichtigen Grundlagenmodul sollte die Qualität der Lehre gesichter sein. Und das gewährleistet nur die Ansiedlung an der WiFa.

Contra

Mal etwas generelles: Bisher liest es sich so, als ob nur der Mathe-Prof verantwortlich für die eigenen Schwierigkeiten ist. Das ist aber zu einfach: Es liegt am Bachelor an sich, dass wir am Ende des Semesters haufenweise Prüfungen schreiben müssen, und deswegen gestresst sind Mathe wird auch mit einem/r anderen DozentIn nicht einfacher Jeder/jede sollte überlegen, wie er/sie die Zeit bisher genutzt hat. Außerdem ist es unrespektvoll im Internet Gerüchte (vgl. "es ist allgemein bekannt, dass Herr L. seine Übungsaufgaben nicht durchrechnet") über einen Prof anonym