Der Wangener Wirtschaftskreis e.V. ist die Vereinigung von etwa 100 im Raum Wangen ansässigen Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen mit mehreren tausend Arbeitnehmern und mehreren hundert Ausbildungsplätzen. Wir vertreten deren Belange gegenüber regionalen Behörden und Verwaltungen. In dieser Funktion wenden wir uns zum Thema der geplanten Neuordnung des Bildungsangebotes an den beruflichen Schulen im Landkreis an die oben genannten Empfänger.

Erst am 14.12.2017 wurden wir durch einen Artikel der Schwäbischen Zeitung darüber informiert, dass das Ausbildungsangebot an den Berufsschulen bereits zum Schuljahr 2018/2019 grundlegend verändert werden soll. Am 19.12.2017 wurden die verschiedene Varianten im Kreistag erstmals öffentlich beraten und sollen bereits am 25.01.2018 endgültig verabschiedet werden. Diese nun an den Tag gelegte Eile ist für den Wangener Wirtschaftskreis e.V. weder akzeptabel noch nachvollziehbar. Die bereits seit fünf Jahren ausstehende, vom Regierungspräsidium mehrfach eingeforderte Reform der Kleinklassen soll nunmehr innerhalb weniger Wochen über Weihnachten und Neujahr durchgedrückt werden. Sachliche Zwänge bestehen, wie in der Kreistagssitzung vom 19.12.2017 deutlich wurde, nicht, wenn man vom Anmeldedatum für das technische Gymnasium für das Schuljahr 2018/2019 einmal absieht. Dies befremdet die Wangener Wirtschaft außerordentlich, zumal wir als Bereitsteller der Ausbildungsplätze im Großraum Wangen vom zuständigen Amt für Kreisschulen über die geplante Verlegung ganz wesentlicher Bestandteile des Beruflichen Schulzentrums Wangen nach Leutkirch weder informiert noch - wie es eigentlich zu erwartet gewesen wäre - in die vorbereitenden Beratungen einbezogen wurden. Dies gilt gleichermaßen für die berufliche Ausbildung als auch das Technische Gymnasium.

Die nun vorgelegten Konzepte weisen aus unserer Sicht noch erhebliche Analysedefizite bzw. einen Mangel an Entscheidungsalternativen auf. So ist beispielsweise nicht geprüft, welcher Anteil der Schüler aus dem benachbarten bayerischen Allgäu nach Wangen kommt bzw. kommen wird. Dieses Potenzial geht unserer Meinung nach durch die Verlegung nach Leutkirch verloren, weil erheblich längeren Fahrzeiten der SchülerInnen in Kauf genommen werden müssten bzw. Verbindungen des ÖPNV erst gar nicht vorhanden sind. Das Thema des ÖPNV ist im Übrigen bisher gänzlich unbeleuchtet geblieben.

Begründung

Die Attraktivität unseres heutigen Ausbildungsangebotes in Wangen hängt unzweifelhaft mit der Nähe und der hohen Qualität des schulischen Ausbildungsstandortes zusammen. Nimmt man Wangen so wie geplant die gewerblichen Berufe sowie das Technische Gymnasium, wird die Region Wangen im ohnehin schon umkämpften Personalmarkt mittel- und lang-fristig der große Verlierer sein. Letztendlich ist es also die Wirtschaft, die diese bisher nur aus Sicht der Verwaltung erstellte Neuordnung zu bezahlen hätte. Das kann und darf nicht sein!

Die Folgen dieser – wie angekündigt - für die nächsten 10 - 15 Jahre wirksamen Entschei-dungen werden schwerwiegende negative Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Wangen haben. Die BSW ist für den Wangener Wirtschaftskreis insbesondere nach der erst vor wenigen Jahren erfolgreich durchgeführten Fusion und Modernisierung ein stets kompe-tenter und leistungsstarker Leistungspartner.

Bestes Zeichen der stabil bestehenden Nachfrage ist der Umstand, dass es in Wangen keine Kleinklassen im gewerblichen Bereich gibt. Ein weiteres Signal ist die Messe „Zukunft Wangen“ im März 2018, die erstmalig in Zusammenarbeit von BSW und WaWi durchgeführt wird. Die deutlich höhere Zahl der gewerblichen Aussteller und Hochschulen sowie das Ein-zugsgebiet der angemeldeten Schüler und Eltern, gerade aus dem Landkreis Lindau, zeigt, welche Bedeutung der Schulstandort Wangen für die gewerbliche Ausbildung und das Technische Gymnasium hat.

Wir fordern daher die für die Erarbeitung und Beschlussfassung verantwortlichen Institutionen auf:

  1. Dem Entscheidungsfindungsprozess für die Neuordnung mehr Zeit zu geben und von einer Beschlussfassung am 25.1.2018 abzusehen.
  2. Den Entscheidungsprozess unter Einbeziehung der Beteiligten und Betroffenen zügig aber nicht überhastet voranzutreiben und eine solide Entscheidung herbeizuführen, die ab dem Schuljahr 2019/2020 wirksam wird.
  3. Wir bitten das Regierungspräsidium Tübingen um Aufschub etwaiger geplanter Aufhebungen von Kleinklassen um ein weiteres Jahr.

Bitte teilen Sie unsere Petition und zeigen Sie den Entscheidungsträgern im Landkreis, dass hier Wirtschaft, SchülerInnen, Schule und Kommune an einem Strang ziehen. Wir wollen nicht mauern. Wir wollen bei der Entscheidungsfindung und Neustrukturierung qualifiziert beteiligt werden. Dann können wir auch zu treffende Entscheidungen mittragen.

Weitere Informationen:

Aktuelle Pressebericht der SZ: bit.ly/2BJrAKp

Internetseite WaWi: wawi-wangen.de

Ausbildungsmesse Wangen: zukunft-wangen.de

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Wangener Wirtschaftskreis e.V. aus Wangen
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  • Mit großer Freude hat der Wangener Wirtschaftskreis e.V. (WaWi) die mit überwältigender Mehrheit verabschiedete Neuordnung des Berufsschulwesens im Landkreis Ravensburg zur Kenntnis genommen.

    Mit dem Votum für die Variante K3 hat sich die vom WaWi von Anfang an favorisierte Lösung durchgesetzt, die die Belange der Wirtschaft und vor allem der Schülerinnen und Schüler im Allgäuer Teil des Landkreises wesentlich besser berücksichtigt als die ursprünglich von der Landkreisverwaltung gewünschte Variante K2. Der WaWi führt diese Wendung zum Guten auch auf seine Aktivitäten, wie z.B. die mit Erfolg durchgeführte Onlinepetition sowie die vielen im Hintergrund mit Verwaltung, Landtagsabgeord-neten, Kreistagsmitgliedern und BSW geführten Überzeugungsgespräche zurück.

    Der besondere Dank des WaWi für den erfolgreichen „Wangener Schulterschluss“ gilt Herrn Oberbürgermeister Michael Lang sowie den Kreisräten Hans-Jörg Leonhardt und Christian Natterer für deren unermüdlichen Einsatz pro BSW und Wangener Wirtschaft. Für den WaWi ist das Thema „Neuordnung des Berufsschulwesens“ ein gutes Beispiel, wie Verwaltung, Wirtschaft und Bevölkerung in zwar zähem, aber immer lösungsorientierten Ringen zu einem für alle Beteiligten guten Ergebnis kommen können.

    Daher würde sich der WaWi freuen, wenn sich Unternehmen, die bisher noch nicht Mitglied im WaWi sind, zu einer Mitgliedschaft und damit zur Stärkung der Stimme der Wirtschaft in unserer Region entschließen könnten. Näheres zur Mitgliedschaft unter www.wawi-wangen.de.

  • PM des Wangener Wirtschaftskreises e.V. zur Entscheidung des Kreistages Ravensburg am 25.01.2018 „Neuordnung des Ausbildungsangebotes an den beruflichen Schulen im Landkreis Ravensburg“

    Mit großer Freude hat der Wangener Wirtschaftskreis e.V. (WaWi) die mit überwältigender Mehrheit verabschiedete Neuordnung des Berufsschulwesens im Landkreis Ravensburg zur Kenntnis genommen.

    Mit dem Votum für die Variante K3 hat sich die vom WaWi von Anfang an favorisierte Lösung durchgesetzt, die die Belange der Wirtschaft und vor allem der Schülerinnen und Schüler im Allgäuer Teil des Landkreises wesentlich besser berücksichtigt als die ursprünglich von der Landkreisverwaltung gewünschte Variante K2. Der WaWi führt diese Wendung zum Guten auch auf seine Aktivitäten, wie z.B. die mit Erfolg durchgeführte Onlinepetition sowie die vielen im Hintergrund mit Verwaltung, Landtagsabgeord-neten, Kreistagsmitgliedern und BSW geführten Überzeugungsgespräche zurück.

    Der besondere Dank des WaWi für den erfolgreichen „Wangener Schulterschluss“ gilt Herrn Oberbürgermeister Michael Lang sowie den Kreisräten Hans-Jörg Leonhardt und Christian Natterer für deren unermüdlichen Einsatz pro BSW und Wangener Wirtschaft. Für den WaWi ist das Thema „Neuordnung des Berufsschulwesens“ ein gutes Beispiel, wie Verwal-tung, Wirtschaft und Bevölkerung in zwar zähem, aber immer lösungsorientierten Ringen zu einem für alle Beteiligten guten Ergebnis kommen können.

    Daher würde sich der WaWi freuen, wenn sich Unternehmen, die bisher noch nicht Mitglied im WaWi sind, zu einer Mitgliedschaft und damit zur Stärkung der Stimme der Wirtschaft in unserer Region entschließen könnten. Näheres zur Mitgliedschaft unter www.wawi-wangen.de.

  • Aktueller Artikel der SZ vom 22.01.18

    www.schwaebische.de/region_artikel,-Berufsschulen-Landrat-schwenkt-um-_arid,10806448_toid,731.html

Pro

Gewerbliche Bildung muss in Wangen bleiben. Sie gibt jungen Menschen Qualifikation, Perspektive, berufliche Heimat. Sie sichert Fachkräftenachwuchs in Industrie und Handwerk. Schule ist mehr als ein Gebäude, sie hat eine Tradition, ein Selbstverständnis, Lehrer/innen und Betriebe leben eine enge Zusammenarbeit. All dies und 160 Jahre gewerbliche Bildung sind nicht von Wangen in eine andere Stadt zu verlagern. Welches Argument spricht gegen gewerbliche Bildung in Wangen? Müssen wir an Bildung sparen? Sollen zukünftige Investitionen nur Teilen der Schüler zugutekommen?

Contra

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