Das bis letztes Jahr noch als Prüffall mutmaßlich denkmalgeschützte, frühere Torwächterhaus - ein über 250jähriges Relikt der Durlacher Stadtbefestigung in der Ochsentorstraße 32 soll nach Wunsch seiner neuen Eigentümer abgerissen werden!

Geplant ist ein doppelt so großer und höherer Neubau (Doppel-Haus), der sämtliche historische Spuren an dieser Stelle unwiderbringlich zerstört und das Stadtbild aufgrund seiner Massivität und Platzausdehnung negativ beinträchtigt.

Wir fordern den Erhalt des historischen Gebäudes für die Nachwelt und empfehlen der Stadtverwaltung, entweder das Gebäude dem Eigentümer abzukaufen oder eine schonende Umbaumöglichkeit im Bestand zu prüfen.

Eine Abrissgenehmigung des vom Regierungspräsidium Karlsruhe immer noch als "erhaltenswert" eingestuften Gebäudes darf entsprechend der Bedeutung für Durlachs Stadtgeschichte nicht erteilt werden! Der Eigentümer wusste beim Kauf, dass es sich um ein historisches, mutmaßlich denkmalgeschütztes Gebäude handelt und kann sich nicht auf Unwissenheit berufen.

Das Torwächterhaus hat zum einen städtebaulichen Wert als die Stadteingangssituation von Norden prägendes Gebäude.

Zusammen mit der Fayence und dem Kulturdenkmal Zum Ochsen dokumentiert es einen wichtigen historischen Zustand im Norden der Altstadt. Zum anderen erinnert es an die Wirtschaftsgeschichte der Stadt, zu deren wichtigsten Einnahmequellen jahrhundertelang die von den Torwächtern eingezogenen Zoll- und Wegegelder zählten.

"Das kleine Bauwerk ist eben kein 'gewöhnliches' Haus. Es steht für die erhaltene Substanz der Markgrafenstadt wie einige erhaltende Gebäude in der Durlacher Altstadt(...), es macht einen Teil der Geschichte der einst selbständigen Stadt erlebbar." (Zitat von Traudl Schucker aus dem Bericht in den BNN vom 10.04.2018)

Begründung

Das kleine, fast romantische wirkende Torwächterhaus wurde erstmals im 18. Jahrhundert im Lagerbuch der Stadt Durlach erwähnt und schützte über viele Jahrzehnte als Zoll- und Wachtstation am ehemaligen Ochsentor/Pfinztor die Bürger Durlachs vor unerwünschten Eindringlingen am Nordeingang der Stadt. Die Stadtbefestigung mit Ochsentor findet sich auf verscheidenen Ansichten der Stadt, wie auf stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php/Datei:Top-0558_2.jpg

Bei jedem historischen Nachtwächter-Rundgang in Durlach, der sich durch viele Touristen in Karlsruhe, die gerade die Altstadt bewundern, großer Beliebtheit erfreut, ist das die Stelle des Ochsentors mit dem glücklicherweise noch erhaltenen Torwärterhäuschen ein wichtiger Bestandteil. Siehe auch: www.karlsruhe.de/b4/stadtteile/osten/durlach/geschichte/HF_sections/content/ZZj6ZZbBg1Hhm1/ZZjXk4OhGc1fce/Stadtrundgang-mittelalter.pdf (Punkt 10)

Das Torwächterhaus trug durch die wichtige Zolleinnahme zu den Finanzen der Stadt bei. Hier kamen die Händler aus Richtung Grötzingen, Weingarten und Pfinztal in unsere Stadt.

Nach Abbruch des Ochsentores 1845 blieb es als einziges Gebäude der Stadtbefestigung an dieser Stelle stehen. Ansonsten gibt es nur noch Mauer- und Gewölbereste aus dieser Zeit.. Es liegt hinter dem Graben, den eine Brücke vor dem Ochsentor überspannte.

In den 1980er Jahren wurde das Torwärterhaus mit Mitteln der Stadt umfangreich saniert, um es für die Durlacher Altstadt als ein städtebaulich wichtiges Zeugnis zu erhalten. Links der Haustüre ist eine Torfahrt, die heute vermauert und unter Putz verborgen ist. Siehe: www.durlach.org/details.php?image_id=12182

Das Torwärterhaus war als Prüffall für ein Kulturdenkmal gemäß § 2 Denkmalschutzgesetz von Baden-Württemberg im Denkmalpflegerischen Werteplan zur Gesamtanlage Altstadt Durlach am 16.03.2016 eingetragen.

Die Prüfung fand am 24. Mai 2017 statt; aufgrund größer baulicher Veränderungen ist das Haus selbst kein Kulturdenkmal mehr, jedoch "erhaltenswert". Es gehört weiterhin zur Gesamtanlage „Altstadt Durlach“, für die eine Gesamtanlagensatzung gilt. In dieser wird die bauliche und gestalterische Entwicklung in der Altstadt Durlach seit 1998 auf Grundlage der Gesamtanlagensatzung gemäß § 19 Denkmalschutzgesetz „Altstadt Durlach“ gesteuert. Die Gestaltungssatzung Altstadt-Durlach gilt auch für das Torwächterhaus.

Im April 2018 wurde bekannt, dass ein Investor das historische Torwächterhaus abreißen und durch einen Neubau ersetzen will.

Inzwischen haben sich bereits viele Vereine, Parteien und Organisationen gegen den Abriss ausgesprochen und sind entsetzt, dass die Stadtverwaltung nichts unternimmt, um das Gebäude der Nachwelt zu erhalten. Der Durlacher Ortschaftsrat wurde erst von den Stadtbehörden infomiert, als der Abrissantrag gestellt wurde. Das entspricht nicht dem demokratischen Verständnis vieler Bürger.

Erhaltet das Torwächterhaus auch für die nächsten Generationen und schützt unsere historische Altstadt vor weiteren Abrissen geschichtsträchtiger Gebäude! Kulturgeschichte muss bewahrt werden, kurzfristige Rendite- und Wohnraumüberlegungen dürfen nicht die Stadtgeschichte beinträchtigen und unwiderbringlich zerstören.

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Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

    unser Protest gegen des Abriss des Torwächterhauses wurde letzte Woche auch medial weitergetragen!

    Am vergangenen Samstag fand im benachbarten, renommierten Hotel Restaurant Ochsen eine kurzfristig anberaumte Pressekonferenz des Freundeskreis Pfinzgaumuseum - Historischer Verein Durlach e.V. statt.

    Es sollte hierbei die historische Bedeutung des Gebäudes auch anhand von Plänen aufgezeigt und der aktuelle Stand bzw. Hintergründe zu unserer Petition aufgezeigt werden. Unter anderem wurde nun auch der Petitionsausschuss des Landtages von Baden-Württemberg zur Überprüfung der Sachlage angerufen. Der Einladung zur PK sind insbesondere die BNN, BadenTV und das Internetportal durlacher.de gefolgt.

    Hier finden Sie die einzelnen Berichte (BNN Artikel im Anhang):

    BadenTV
    baden-tv.com/durlach-darf-nicht-zur-filmkulisse-werden

    Durlacher.de:
    www.durlacher.de/start/neuigkeiten-archiv/artikel/archiv/2018/august/07/ein-haus-erhitzt-die-gemueter.html

    Während unsere fleißigen Hefer trotz Hitze weiter auf dem Durlacher Marktplatz Stimmen sammeln können Sie und auch z.B. durch das Teilen der Medienberichte und unserer Petition weiter unterstützen:

    -> So können Sie den Kurzlink zu unserer Petition gerne per email, Messenger oder in den Sozialen Netzwerken weitergeben: www.openpetition.de/!twhdurlach

    -> Unterschriftenlisten zum Ausdrucken können Sie auf der Petitionsliste im blauen Feld am rechten Bildschirmrand mit Klick auf "Download" herunterladen als pdf

    -> Abrisszettel zum Aushängen gibt es auf der gleichen Seite, etwas weiter unten ebenfalls zum Download.

    Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und helfen Sie uns bitte weiter, dieses Gebäude für die Nachwelt zu erhalten!

    Mit den besten Grüßen aus Durlach

    Robin Cordier
    für den ganzen Arbeitskreis Stadtbild Durlach

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.

Warum Menschen unterschreiben

  • vor 4 Tagen

    Dieses Haus ist integraler Bestandteil des Stadtbildes von Durlach und muss von Außen erhalten bleiben.

  • vor 5 Tagen

    Ich wohne seit 18 Jahren in Durlach/Aue. Durch Abriss dieses Gebäudes verliert die Altstadt an den schönen Flair, was Altdurlach gerade ausmacht. Geschichte zum Anfassen. Die soll so lang wie es nur möglich erhalten bleiben.

  • Robert Emig Karlsruhe

    vor 7 Tagen

    da es sich bei den Bebauungabsichten dieses geschichtsträchtigen Hauses nur um eiskalte Geschäftemacherei handelt.

  • am 04.10.2018

    Erhaltung historischer Bauwerke.

  • am 02.10.2018

    historische Zeitzeugen sollten erhalten werden

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