Die Stadt Rudolstadt wirbt um Touristen mit dem Titel „Schillerstadt“ will aber gleichzeitig über ihre städtische Wohnbaugesellschaft RUWO an der Stelle des aus der Schillerzeit stammenden, klassizistischen Ketelhodtschen Palais einen modernen Neubau errichten, der als Geschäftsstelle der RUWO dienen soll. (Vgl. Fotos unten) Eine denkmalgerechte Sanierung des Gebäudes sei teuerer als ein Abriss und Neubau, daher der RUWO nicht zumutbar, zudem widerspreche das Gebäude „wegen seiner hohen Decken“ den Nutzungsanforderungen für ein Bürogebäude. Das Landesdenkmalamt hält das Gebäude für sanierungsfähig und ist gegen einen Abriss. Die Entscheidung wegen der wirtschaftlichen Zumutbarkeit liegt momentan bei der obersten Denkmalschutzbehörde (Landesverwaltungsamt). Die RUWO hat allerdings die Einwerbung verschiedenster Fördermittel zur Denkmalpflege z.B. durch Stiftungen nicht ausreichend geprüft. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz würde z.B. als überregional im Denkmalschutz engagierte Stiftung Fördermittel gewähren, die als Eigenanteil der Stadt zählen, wie sie in einem offenen Brief mitteilte. Zudem wären bei einer Wohn- anstatt einer Büronutzung auch Städtebaufördermittel möglich.

Weitere Hintergrundinformationen: www.stadtbild-deutschland.org/forum/index.php?page=Thread&postID=173012#post173012

Begründung

Das 1798 vom Schwarzburg-Rudolstädter Kanzler Carl Gerd von Ketelhodt errichtete Adelspalais Neumarkt 1 ist auch im Inneren mit Stuckdecken, historischen Ofennischen und Farbbefunden authentisch erhaltenen und wird wegen seiner überregionalen kulturhistorischen Bedeutung als Einzeldenkmal eingestuft. Durch den Neubau geht ein wichtiges kunsthistorisches Zeugnis der Goethe- und Schillerzeit unwiederbringlich verloren, zudem wird der Platz „Neumarkt“ städtebaulich zerstört. Der geplante Abriss dieses bedeutenden Kulturdenkmal ist der vorläufige Höhepunkt einer seit mehreren Jahren laufenden Abrisswelle in Rudolstadt, der über zweidutzend Gebäude zum Opfer fielen.

Wir fordern die Stadt und den Stadtrat auf nochmals alle Möglichkeiten zu prüfen, dieses wichtige kulturhistorische Zeugnis zu erhalten!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Jörg Brauer aus Rudolstadt
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  • Nach vielen Kämpfen und viel Überzeugungsarbeit ist ein generelles Umdenken in unserer schönen Stadt zu spüren.
    Auf Grund von zu erwarteten Städtebaufördermitteln und einem Runden Tisch mit namenhaften Architekten und Kulturhistorikern wird das Palais in ein modernes Bau und Nutzungskonzept eingebunden, wobei das Gebäude als ganzes stehen bleibt.
    Moderne Elemente , zeitgemäße Ausstattungen werden einfühlsam ausgeführt. ( wer hätte das gedacht -es begann mit einigen Transparenten aus alten Bettlaken..)
    Danke an alle Unterstützer und kreative Mitkämpfer !! Lob dem Bauherrn.
    Für eine Schöne Heimat, für unsere Kulturlandschaft , für unsere Kinder und natürlich für unsere lieben Gäste...Bleiben Sie an unserer Seite...!
    J.Brauer

  • Liebe Unterzeichner...der fast aussichtslose Kampf hat sich auf Grund vieler Unterstützer zum Erfolg gewendet !
    Das Palais wird mit Hilfe von Städtebaufördermitteln saniert und einer bereits geplanten Nutzung neu belebt.Ein Lob allen Aktiven und an den Bauherrn.
    Wir danken allen kreativen Helfern und allen Liebhabern des Neumarktes und der Altstadt für ihre Anteilnahme am Erhalt von Kulturgut.
    Allen die uns als ewig gestrige" Barockfraktion" verunglimpften bieten wir einen erhaltenen Denkmalkomplex Neumarkt Rudolstadt an , für uns, unsere Gäste und unsern Erben...

Pro

Es freut mich ausserordentlich dass das Haus meiner Vorväter erhalten und sogar wieder bewohnt werden kann. Bei nächster Gelegenheit werde ich es mir angucken. Einen grossen Dank an die Stadtverwaltung!!Luise von Malortie/Schweden

Contra

Noch kein CONTRA Argument.