„Dauerhafter Erhalt des für 1,1 Millionen Euro aufwändig sanierten Unibades“

Die Bremische Bürgerschaft möge beschließen, das fast 1 Jahr lang geschlossene Sportbad Uni nicht aufzugeben, sondern nach der Wiedereröffnung am 8. August 2016 dauerhaft für Schulen, Schwimmsport und Öffentlichkeit zu erhalten.

Begründung:

1,1 Millionen Euro sind vom Land Bremen, das unter seiner Schuldenlast ächzt, in die Reparatur des Unibades gesteckt worden. Dennoch soll es, wenn in wenigen Jahren die Schwimmhalle „Simply Swimming“ auf dem Gelände des Horner Bades errichtet ist, abgerissen, möglicherweise auch zu unabsehbaren Kosten für einen anderen Zweck umgerüstet werden.

Die Bürgerinitiative „Pro Unibad“ hat in einem Gegenentwurf zum Bäderkonzept des Bremer Senats (s. Eingabe an den Landesrechnungshof vom März 2015) aufgezeigt, dass eine Sanierung des Unibades für ca. 10 Mio Euro möglich wäre - 8 Mio. Euro weniger als vom Senat veranschlagt.

Wir fordern Bremens Sportsenatorin Anja Stahmann und alle verantwortlichen Politiker auf, sich endlich ernsthaft und unvoreingenommen mit dem Gegenkonzept der BI „Pro Unibad“ zu befassen und unter Berücksichtigung der bereits finanzierten Instandhaltungsmaßnahmen die darin aufgezeigte Möglichkeit einer kostengünstigen Sanierung zu prüfen.

Wir wollen damit auch auf den bisher nicht beachteten architektonischen Wert der Immobilie und ihre Denkmalwürdigkeit im baulichen Zusammenhang der Sportanlagen hinweisen und ebenso beachtet wissen, dass das Unibad immer ein wichtiger Verbindungsfaktor der Universität mit der bremischen Bevölkerung gewesen ist. Es ist daher von hohem Wert für die Stadtentwicklung, weit über den Stadtteil Horn hinaus.

Bis heute haben die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung keinesfalls überzeugend dargelegt, weshalb das Unibad nicht zu vertretbaren Kosten schrittweise saniert werden kann. Stattdessen will man sich auf das Experiment einer Schwimmhalle des Typs „Simply Swimming“ einlassen, für die es noch keine dauerhafte Erprobung gibt. Diese Schwimmhalle bietet keinen angemessenen Ersatz für das einzige wettkampftaugliche Schwimmbad in der Metropolregion Nordwest mit seinen umfangreichen Lehr- und Trainingsmöglichkeiten in unterschiedlichen Wassersportarten, z.B. auch dem Tauchsport. Ihr Bau würde zudem die Fläche des Horner Freibades erheblich verkleinern.

Den Schulen, dem Schwimmsport und der Öffentlichkeit gingen mit der Schließung des Unibades nicht nur Wasserfläche, sondern neben vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten auch ein architektonisches Juwel verloren.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung
  • Auszug aus dem Bericht des Petitionsausschusses (Stadt) Nr. 19 vom 5. Mai 2017

    Der Ausschuss bittet, folgende Eingabe für erledigt zu erklären, weil die Stadtbürgerschaft
    keine Möglichkeit sieht, der Eingabe zu entsprechen:

    Eingabe Nr.: S 19/140

    Gegenstand:
    Erhalt des sanierten Unibades

    Begründung:
    Die Petentin fordert den Erhalt des sanierten Unibades. Sie begründet ihr Anliegen damit, dass eine
    weitere Sanierung mit deutlich geringeren Kosten möglich sei, als vom Senat veranschlagt. Zudem
    weist sie auf den architektonischen Wert der Immobilie hin und vertritt die Auffassung, dass der
    geplante Neubau auf dem Gelände des Horner Bades keinen geeigneten Ersatz für das einzige
    wettkampftaugliche Schwimmbad in der Region Nordwest darstelle. Die Petiti on wird von 770
    Mitzeichnerinnen und Mitzeichnern unterstützt.

    Der Petitionsausschuss hat zu dem Vorbringen des Petenten Stellungnahmen der Senatorin für
    Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport sowie der Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit
    und Verbraucherschutz eingeholt. Unter Berücksichtigung dessen stellt sich das Ergebnis der
    parlamentarischen Prüfung wie folgt dar:
    Durch die Schließung des Studienganges Sport an der Universität Bremen besteht kein Bedarf und
    keine Möglichkeit mehr, dass Uni bad für die Belange von Forschung und Lehre zu nutzen. Die
    Herauslösung des Bades aus dem Betrieb der Universität stellt keine Alternative dar, weil von Seiten
    der Universität Bedarf an zentral gelegenen Flächen und Gebäuden besteht. Die Kosten für die
    wei tere Sanierung des Unibades würden die zunächst veranschlagten 18 Millionen Euro aufgrund
    der Anforderungen an Sicherheit und Statik überschreiten. Der Senator für Inneres und Sport hat
    2014 ein Bäderkonzept erstellt, um den künftigen Bedarf an Wasserflächen zu ermitteln und den
    Umgang mit dem hohen Sanierungsbedarf insbesondere im Unibad, dem Westbad sowie dem
    Horner Bad darzustellen. Der Senat am 16.12.2014 wie folgt beschlossen:
    „Der Senat bittet den Senator für Inneres und Sport in Zusammenarbeit mit der Bremer
    Bädergesellschaft, die bisherige Vorplanung für die Variante I zu konkretisieren (…) Die
    Sanierungsmaßnahmen an den Bäderstandorten im Bremer Westen und in Horn werden auf dieser
    Basis als Gesamtprojekt mit mehrjähriger Umsetzung behandelt.“

    Das neue, in unmittelbarer Nähe zum Unibad geplante Bad wird die gleiche Wasserfläche wie das
    Unibad aufweisen. Vorgesehen sind zehn Bahnen mit einer Länge von 50 m, sodass auch

    Wettkämpfe durchgeführt werden können. Den Schwimmverbänden wurde dabei die Mögli chkeit
    eingeräumt, ihre Interessen mit einzubringen.

    Der Petitionsausschuss bedauert die Schließung des Unibades. Gleichwohl hält er einen
    dauerhaften Erhalt aus Kostengründen für nicht vertretbar.

    Begründung (PDF)

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.