Wir, eine Elterninitiative aus Ba-Wü, stehen dafür ein, dass der Stichtag der Einschulung auf den 30.06. zurück verlegt wird. Bisher ist der Stichtag der 30.09.

Wir möchten dringend auf die Nachteile einer Früheinschulung mit nur knapp sechs Jahren bzw. sogar fünf Jahren hinweisen. Wir möchten den Eltern, deren Kinder im Juli, August oder September sechs Jahre alt werden, das Recht zusprechen, zu entscheiden, ob ihr Kind noch in diesem Jahr, also mit gerade sechs Jahren oder sogar erst fünf Jahren, oder erst im folgenden Jahr eingeschult wird.

Die bisherige Regelung der vorzeitigen Einschulung ohne Altersbegrenzung nach unten auf Wunsch von Eltern und Kind soll davon unberührt bleiben.

Reason

Zahlreiche Studien haben mittlerweile bewiesen, dass eine zu frühe Einschulung nicht nur direkt sichtbare Nachteile wie Überforderung, Klassenwiederholung, u.ä. mit sich bringen können, sondern dass auch seelische Komponenten der Kinder negativ beeinflusst werden könne , wie z. B. das Selbstbewusstsein. Denn wiederholende Misserfolgs- und Frustationserlebnisse, die zu früh eingeschulten Kindern häufig widerfahren, hinterlassen lebenslange Spuren.

Trotzdem obliegt es in Baden-Württemberg vorrangig dem bloßen Geburtsdatum, wann eingeschult wird. Sind Eltern der Meinung, ihr Kind sei dem Schulalltag noch nicht gewachsen, liegt oft ein schwerer Weg vor ihnen, der nur selten erfolgreich ist. Es gibt zudem keine einheitliche Regelung, stattdessen ist man als Eltern von der Entscheidung zuständiger Grundschulen/Rektor*innen abhängig, die das Kind kaum bzw. nur unzureichend kennen und durch Momentaufnahmen auch nicht einschätzen können, ob das Kind tatsächlich schulfähig/schulreif ist. Nicht selten spielen in dieser wichtigen Entscheidung Faktoren wie Klassenteiler, Finanzen, Lehrkräfte usw. ebenfalls eine ausschlaggebende Rolle.

Stellen Eltern den Antrag auf Rückstellung, können die darauf folgenden Gutachten im Bezug auf das einzelne Kind nur sehr selten den tatsächlichen Ist-Stand darlegen, da es sich ausschließlich um Sequenzen handelt, in denen das Kind gesehen und beurteilt wird. Zudem werden lediglich die kognitiven Kompetenzen betrachtet. Die sozialen und emotionalen Fähigkeiten werden weitestgehend außer Acht gelassen.

Linksammlung:

www.wiwo.de/erfolg/trends/einschulung-schon-mit-fuenf-jahren-der-fruehe-vogel-verfehlt-den-wurm/10289392.html

www.pisa-kritik.de/langfristig-nachteilige-folgen-einer-fruhen-einschulung

www.zeit.de/gesellschaft/schule/2014-09/frueheinschulung-bildungssystem

Wir möchten auf Niedersachsen und Bayern verweisen. Hier wurde aufgrund einer Online-Petition mit jeweils annähernd 20.000 Unterschriften und Unterstützung von Parteien erreicht, dass der Stichtag zugunsten der Kinder verändert wurde. Es wurde ein dreimonatiger Zeitraum festgelegt, in welchem den Eltern der darin schulpflichtig werdenden Kindern die Kompetenz zugesprochen wurde, dass sie selbst als Experten ihres Kindes die Schulfähigkeit am besten einschätzen können, anstatt bisher zur Einschulung gezwungen zu werden.

Wir fordern das gleiche Recht für Baden-Württemberg!

Wir fordern die Vorverlegung des Stichtages vom 30.09. auf den 30.06. und volles Entscheidungsrecht der Eltern von Juli-September Kindern!

Wir fordern den Eltern Gehör zu schenken.

Wir fordern den Kindern die so wertvolle Zeit zu schenken!

News

pro

Ich bin dafür das der Stichtag auf den 30.06. vorverlegt wird. Zudem sollte die Entscheidung der Eltern ebenfalls berücksichtig werden. Kinder die gerade sechs werden sind oft emotional und sozial noch gar nicht so weit für die Schule. Ein Jahr im Kindi tut den Kindern einfach gut. Ich kenn in meinem Kreis einige negative Beispiele, dass Kinder dann in der 2. oder 3. KLasse sitzen bleiben. Das Schulsystem braucht generell eine Generalsanierung.

contra

In Holland gehen die Kinder mit 5 in die Grundschule („basisschool“) , auf Wunsch der Eltern schon mit 4, was nicht wenige nutzen. Ich denke, es kommt mehr darauf an, dass man die Kinder auf ihrem individuellen Stand abholt, und auch vermehrt halbjährliche Einschulung anbietet. Leider ist gerade in Baden-Württemberg die Ausbildung der Grundschullehrer nicht dazu geeignet, diesen individuellen Blick auf's Kind zu haben. Dafür ist der Studiengang zu kurz und wird zu oft von den falschen Leuten aus den falschen Gründen belegt.