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  • Von: bdvb - Bundesverband Deutscher Volks- und ... mehr
  • An: Die Parteien in den Landtagen
  • Region: Deutschland mehr
    Kategorie: Bildung mehr
  • Status: Petition in Zeichnung
  • 176 Tage verbleibend
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Schulfach Wirtschaft in allen Bundesländern

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Anlässlich der bevorstehenden Landtagswahl im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen und angesichts der soeben erfolgten Einführung des Schulfachs „Wirtschaft und Berufsorientierung“ in Baden-Württemberg bekräftigen wir unsere Forderung: Das Schulfach Wirtschaft muss in allen Bundesländern in allen Schulformen der Sekundarstufe I und II Pflichtfach werden.

Schüler und Schülerinnen haben ein Recht darauf, dass ökonomische Aspekte des Alltags ebenso wie zentrale Zusammenhänge der Wirtschaftspolitik in der Schule behandelt werden. Die Einführung eines eigenständigen, von ausgebildeten Lehrern unterrichteten, an didaktischen Kriterien und am Ziel des mündigen Bürgers ausgerichteten Pflichtschulfachs Wirtschaft ist hierfür unerlässlich.

Zur Begründung verweisen wir auf die Resolution „Pflichtschulfach Wirtschaft“, die ein integraler Bestandteil dieser Petition ist.

Begründung:

Resolution „Pflichtschulfach Wirtschaft“
Düsseldorf, den 9. November 2012

1. Der Mangel an ökonomischer Allgemeinbildung in der deutschen Bevölkerung ist alarmierend. Nahezu einmütig kommen Umfragen und Untersuchungen zum Ergebnis, dass es um die ökonomische Allgemeinbildung in der deutschen Bevölkerung schlecht bestellt ist. Indes erscheint gerade heute – angesichts von immer weiter ausgreifenden Wirtschaftskrisen, immer komplexeren Entscheidungen der Finanz-, Geld- und Wirtschaftspolitik sowie angesichts wachsender Selbstverantwortung des Einzelnen, z.B. im Bereich der Altersvorsorge – ein hohes Maß an ökonomischer Allgemeinbildung wichtiger denn je. Ökonomische Bildung muss daher integraler Bestandteil der Allgemeinbildung sein.

2. In Ermangelung eines Pflichtschulfachs Wirtschaft verfehlen die Schulsysteme vieler Bundesländer systematisch ihren Bildungsauftrag. Die Ziele des staatlichen und privaten Bildungs- und Erziehungswesens sind in den Verfassungen der Bundesländer verbindlich festgeschrieben. Schüler und Schülerinnen sind demnach auf ihre persönliche berufliche Laufbahn vorzubereiten, zugleich aber auch zur Wahrnehmung ihrer politischen Verantwortung zu befähigen. Beides setzt Kenntnisse über ökonomische Zusammenhänge voraus, die nur durch ein eigenständiges, verpflichtend und durchgehend zu belegendes Schulfach Wirtschaft ausreichend vermittelt werden können. Dessen Einführung lässt jedoch vielerorts auf sich warten.

3. Gefordert wird die schnellstmögliche verbindliche Einführung eines Pflichtschulfachs Wirtschaft in allen Schulformen der Sekundarstufe I und II in allen Bundesländern. Wir begrüßen und anerkennen das Engagement einzelner Schulen und außerschulischer Organisationen, den dringend benötigten Wirtschaftsunterricht in Eigeninitiative zu ermöglichen und fehlende Ressourcen durch eigene Mittel zu ersetzen. Diese Initiativen, die in vielen Fällen Vorbildcharakter haben, können den gesetzlich geregelten Wirtschaftsunterricht gleichwohl nicht ersetzen. Die Länder der Bundesrepublik Deutschland sind in der Verantwortung baldmöglichst die flächendeckende Einführung, hohe Qualität und inhaltliche Unabhängigkeit des Wirtschaftsunterrichts zu gewährleisten.

4. Ziel des obligatorischen schulischen Wirtschaftsunterrichts muss sein, dass grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge und ökonomische Denkweisen allgemein bekannt sind. Ob in der Rolle des Konsumenten, des Bürgers in seiner zusätzlichen Sicherungsvorsorge, des Arbeitnehmers, des Wählers oder in darüber hinausgehenden Führungstätigkeiten: Zum verantwortungsvollen Handeln im Alltag, wie auch zur demokratischen Teilhabe an der Gesellschaft, sind grundlegende Kenntnisse sowohl im Bereich der Betriebswirtschaft als auch im Bereich der Volkswirtschaft unerlässlich. Bildungsziele und Inhalte des Wirtschaftsunterrichts sind nach didaktischen Kategorien auszuwählen und zu begründen. Sie umfassen auch die Berufsorientierung und eine didaktisch geleitete Einführung in die Arbeits- und Berufswelt durch Betriebserkundungen und Praktika.

5. Im Interesse aller Schülerinnen und Schüler und im Interesse Deutschlands als Bildungs- und Wirtschaftsstandort appellieren wir an alle Akteure der Bildungspolitik, gemeinsam auf die flächendeckende Einführung des Pflichtfachs Wirtschaft hinzuwirken. Bildung ist nach unserem Kulturverständnis ein Selbstzweck, dient aber zugleich auch dem Erwerb und der Erhaltung von Fähigkeiten, die zum Wohlstand und zum Fortschritt des einzelnen Menschen und der Gesellschaft insgesamt beitragen. Im Hinblick auf das verantwortungsvolle, selbstbestimmte Leben jedes Einzelnen, ebenso zur Sicherung und Weiterentwicklung Deutschlands als Bildungs- und Wirtschaftsstandort im globalen Wettbewerb gilt: Die ökonomische Allgemeinbildung der Bevölkerung muss ein vorrangiges Ziel der Politik sein. Für die Umsetzung müssen ausgebildete Wirtschaftslehrer in der Schule zum Einsatz kommen.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

40217, 16.09.2016 (aktiv bis 15.09.2017)


Neuigkeiten

Sehr geehrte Unterzeichnerinnen und Unterzeichner der Online-Petition "Schulfach Wirtschaft in allen Bundesländern", aufgrund des stetig weiter wachsenden Interesses und Erfolgs unserer Unterschriftensammlung haben wir uns entschieden, die Aktion bis ...

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Debatte zur Petition

PRO: Nicht für die Schule, für das Leben lernen wird! Mit einem Schulfach "Wirtschaft" wird dieser Spruch Realität. Spätestens mit der eigenen Wohnung, wenn die Eltern sich nicht mehr um Miete, Strom, Wasser, Heizung, Lebensmittel usw. kümmern, heißt es "mit ...

PRO: Ökonomische Kompetenz ist nicht zu verwechseln mit Geld und Marktkonformität. Ganz im Gegenteil, ökonomische Bildung soll die Kinder in die Lage versetzen, sich kritisch mit dem Markt, Konsummöglichkeiten und den Herausforderungen des täglichen Lebens ...

CONTRA: Gehts denn nur noch um die Kohle? Ein Kind das vor Geldstapeln sitzt und sich die Haare rauft, ein trauriger Anblick. Wollen wir den Kindern nicht lieber eine unbeschwertere Kindheit gönnen? Gibt es nicht erheblich wichtigere Dinge im Leben als den schnöden ...

CONTRA: Mir stellt sich die Frage ob man die Schüler mit einem zusätzlichen Schulfach, zusätzlichen Unterrichtsstunden, zusätzlichen Hausaufgaben und Klassenarbeiten, auf die man sich vorbereiten muss, nicht endgültig überfordert. Außerdem warum ausgerechnet ...

>>> Zur Debatte


Warum Menschen unterschreiben

Wirtschaftliche Zusammenhänge müssen verstanden werden, z. B. Angebot und Nachfrage sowie Eigenverantwortung im wirtschaftlichen Umgang.

Das würde die nächste Generation darüber aufklären, wie die zinses-zins abläuft

Ich finde es erschreckend, dass Jugendliche (Junge Erwachsene) teilweise keinen Überweisung ausfüllen können und die grundlegenden Abläufe nicht kennen, verstehen.

Vor knapp 27 Jahren kam ich mit gutem Abitur vom Gymnasium und konnte nicht mal eine Banküberweisung ausfüllen! Jugendliche und junge Erwachsene können die heutige Welt nicht mehr verstehen ohne ein Grundwissen in wirtschaftlichen Fragestellungen.

Realitätsbezug in Schulen bisher mangelhaft. Wirtschaftslehre schließt diese Lücke. Hohes Interesse auf Schülerseite vorhanden!

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