• Von: Christian Fankhänel mehr
  • An: Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
  • Region: Deutschland mehr
    Kategorie: Bildung mehr
  • Status: Die Petition ist bereit zur Übergabe
  • Zeichnung beendet
  • 5 Unterstützer
    5 in Deutschland
    Sammlung abgeschlossen

Schulischen Leistungsdruck stoppen!

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Sehr geehrte Frau Bundesministerin Manuela Schwesig,
Sehr geehrte Frau Bundesministerin Andrea Nahles,
Sehr geehrte Frau Bundesministerin Prof Dr. Johanna Wanka,
Ein Problem, das alle Schülerinnen und Schüler kennen, ist der Leistungsdruck. Egal ob man sich von einem Ungenügend auf ein Genügend oder von einem Gut auf ein Sehr Gut verbes-sern (muss), der Druck ist allgegenwärtig.
Jeden Tag bekommen Schülerinnen und Schüler zu spüren, dass jeder Schritt, den sie setzen, über ihre Zukunft entscheidet. Egal, ob sie wollen oder nicht. Es wird erwartet immer das Beste zu geben. Dabei ist das ein Ding der Unmöglichkeit, sind wir doch immer noch Men-schen und keine Maschinen. Auch Lehrer und Lehrerinnen sowie Eltern müssen ihre Erwar-tungen niedriger stecken und Kinder ermutigen, anstatt sie unter Druck zu setzen.
Eine im Jahr 2010 durchgeführte Studie der DAK zeigt, dass jeder dritte Schüler unter schuli-schem Stress leidet und sogar 40% haben bereits mehrmals wöchentlich körperliche oder psy-chische Beschwerden. So verbringen laut einer Studie (2012) von UNICEF Deutschland und des Deutschen Kinderhilfswerks, Schüler der 9. bis 13.Klasse durchschnittlich rund 45h wö-chentlich mit Schulaufgaben. Zusätzlich zu dem Druck, der von Lehrerinnen und Lehrern und Eltern ausgeht, entwickelt sich mit der Zeit auch ein selbstauferlegter. Schülerinnen und Schüler müssen ständig Erwartungen erfüllen, sodass sich daraus in vielen Fällen ernsthafte physische und psychische Krankheiten entwickeln. Oft können Schülerinnen und Schüler nicht mehr ihre Freizeit genießen und sich somit eine Pause von der Schule nehmen – der Gedanke an Hausübungen und Lernstoff ist immer präsent.
Schule kann nur dann ihren Auftrag erfüllen, wenn sich Schülerinnen und Schüler wohlfühlen und Spaß daran haben, neue Dinge zu lernen. Solange Schülerinnen und Schüler den enormen Leistungsdruck verspüren, wird dies allerdings nie der Fall sein.
Oft sind es auch die Lerninhalte, die den Schülern und Schülerinnen Verdruss bereiten. Es werden Dinge vermittelt, die oftmals zu speziell sind und/ oder zu hohen Anspruch besitzen und somit bleiben andere lebensnahe und für die Zukunft wichtige Aspekte auf der Strecke. So zum Beispiel das Anfertigen einer Steuererklärung oder wichtige Kenntnisse zum Versi-cherungsschutz.
Die klassifizierten Bewertungen, egal ob Noten oder Punkte, sagen nicht viel über die Kom-petenzen und Interessen von Schülerinnen und Schülern aus. Dabei sind entscheidende Fakto-ren, wie die Fortschritte in den jeweiligen Themenbereichen genau so wenig sichtbar wie der Ehrgeiz und das Engagement der Lernenden.
Durch die Einführung von Qualifikationsprofilen anstelle von Zeugnissen kann vermehrt auf die Stärken und Schwächen von Schülerinnen und Schülern eingegangen werden. Auch für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind diese Profile aussagekräftiger als reine Ziffern zwi-schen 1 und 5.
Punktuelle Leistungsabfragen begegnen Schülerinnen und Schülern immer wieder. Egal ob in Form von Vokabelüberprüfungen, Lernzielkontrollen, Tests, Schularbeiten, Prüfungen oder der großen Abschlussprüfung – dem Abitur. Dabei lässt sich ein Trend ablesen – Schüler und Schülerinnen lernen nur für die jeweilige Leistungsabfrage und vergessen danach einen Groß-teil des Gelernten wieder.
Bildung hat mehr Aspekte, als reines Faktenwissen. Dazu gehören unter anderem soziale Kompetenzen und vernetztes Denken. Doch das wird bei Leistungsabfragen zum einen nicht überprüft und zum anderen in der Schule nicht gelernt.
Mehr Schulpsychologinnen und Schulpsychologen sind notwendig, um wirklich jeder Schüle-rin und jedem Schüler die Möglichkeit zu geben, psychologische Hilfe in der Schule in An-spruch zu nehmen.
Eine Studie des Deutschen Kinderschutzbundes und des Prosoz-Institut für Sozialforschung aus dem Jahre 2012 zeigt, dass in 10 von 11 Bundesländern die Schule an Platz 1 der Stress-faktoren für Kinder steht. Dieser Leistungsdruck führt, durch immerwährendes Denken an schulische Themen, schließlich sogar zum sozialen Rückzug. Diese Zahlen zeigen klar und deutlich, dass es dringend notwendig ist, auf diese Auswirkungen des Drucks der Schule zu reagieren.

Begründung:

Es ist Zeit eine Atmosphäre zu schaffen, in der alle Schülerinnen und Schüler gerne lernen.
Es ist Zeit punktuelle Leistungsabfragen zu verringern.
Es ist Zeit für genügend Schulpsychologinnen und Schulpsychologen an allen Schulen.
Es ist Zeit für einen lebenswerten Schulalltag!
Mit freundlichen Grüßen,
die Unterzeichner und Unterzeichnerinnen

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Hohenstein-Ernstthal, 01.03.2016 (aktiv bis 30.04.2016)


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