Wir fordern vom Präsidium der Goethe Universität als Arbeitgeber_in:

  1. Einen ernsthaften Dialog mit Vertreter_innen des Mittelbaus und der Gewerkschaften über die gegenwärtige Befristungspraxis zu initiieren.

  2. Perspektivisch das Verhältnis zwischen befristeten und unbefristeten Stellen wieder zu Gunsten dauerhafter Beschäftigung zu verschieben.

  3. Eine sofortige Entfristung von QSL-finanzierten Stellen zu prüfen, soweit auf diesen Daueraufgaben erledigt werden.

  4. Einen Mindeststellenumfang von mindestens 65 Prozent (entsprechend der Empfehlung der DFG) bei Neuausschreibungen der Stellen von wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen festzulegen.

  5. Die Laufzeit von Arbeitsverträgen in Drittmittelprojekten an die Dauer der Mittelbewilligung zu knüpfen.

  6. Modelle zur Flexibilisierung der Lehrverpflichtung zu diskutieren und zu erproben.

  7. Die familienpolitische Komponente (Verlängerung des Vertrages um 2 Jahre pro Kind) und die Verlängerung aufgrund von Pflege von Familienangehörigen als rechtsverbindlichen Anspruch in alle Neuverträge aufzunehmen.

Begründung

Die Beschäftigungsverhältnisse an der Goethe Universität sind nicht über den Tarifvertrag des Landes Hessen geregelt, sondern über einen Haustarifvertrag. Aus diesem Grund kommt der Uni-Leitung bezüglich der Beschäftigungsbedingungen eine besondere Verantwortung zu. Arbeitgeber und Gewerkschaften haben sich als ein Ergebnis der Tarifverhandlungen im Frühjahr 2013 darauf verständigt, im Rahmen von Gesprächen über die Entwicklung der Befristungen an der Goethe-Universität zu sprechen.

In den vergangenen Jahren ist eine massive Ausweitung befristeter Stellen im sog. „Mittelbau“ (Dozentinnen, wissenschaftliche und künstlerische Mitarbeiterinnen, Lehrbeauftragte für besondere Aufgaben [LfbA], wissenschaftliche Hilfskräfte) zu beobachten.

Nach Zahlen des statistischen Landesamtes in Hessen ist der Anteil der unbefristeten wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiterinnen an der Goethe Universität innerhalb des Zeitraumes von 2007 bis 2012 von 11,6 % auf 8,2 % gesunken. Damit liegt er deutlich unter dem bundesweiten (2013: 14,24 %) und landesweiten (2012: 12,4 %) Durchschnitt. Betrachtet man die Zahlen der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiterinnen im Angestelltenverhältnis stellt sich diese Entwicklung noch dramatischer dar: Auf 25 Personen mit einem befristeten kommt an der Goethe Universität lediglich 1 Person mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag, was lediglich 4 % aller Beschäftigten dieser Statusgruppe entspricht. Innerhalb von nur fünf Jahren stieg die Anzahl der befristet Beschäftigten im Mittelbau an der Goethe Universität auf ca. 140 % des Stands von 2007, wohingegen die Anzahl der unbefristeten Stellen im gleichen Zeitraum stagnierte.

Im gleichen Zeitraum stieg nach Angaben der Goethe Universität die Anzahl der Studierenden von 32.851 auf 42.774 (jeweils WiSe) um ca. 30 %. Die damit einhergehenden zusätzlichen Aufgaben in der Lehre und die darüber hinausgehende Übernahme von Daueraufgaben des universitären Alltages erhöhen die Arbeitsbelastung gerade auch für die wissenschaftlichen und künstlerischen Beschäftigten auf sog. Qualifikationsstellen. Entgegen des gesetzlich möglichen Rahmens von max. sechs Jahren vor der Promotion, werden Arbeitsverträge an der Goethe Universität in der Regel nicht länger als 3 + 2 Jahre abgeschlossen. Diese Empfehlung gilt auch für Drittmittelbeschäftigte, selbst wenn eine Finanzierung für sechs Jahre existiert. Nach der Promotion, in der sog. PostDoc-Phase, besteht das Problem, dass nur in Ausnahmefällen die Möglichkeit genutzt wird, unbefristete Arbeitsverhältnisse jenseits der Professur zu schaffen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Tobias Cepok (GEW Hessen) aus Frankfurt am Main
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  • Liebe KollegInnen,

    Herr Gottschalk (Kanzler) und Herr Schleiff (Vizepräsident) haben am 03.02.2014 von einer Delegation aus ca. 50 Beschäftigten die Petition "Für sichere Perspektiven" in Empfang genommen. Nun werden Eure Forderungen geprüft.
    Bereits der 1. Forderung nach der Initiierung eines Prozesses zum Thema "Befristungen" wurde entsprochen. Ein kleiner Erfolg!

    In der ersten Gesprächsrunde zwischen der GEW und dem Präsidium diskutierten wir vor allem über die statistische Datengrundlage. Hier hat sich das Präsidium darauf festgelegt, genauere Zahlen zu liefern. Weitere Forderungen wurde andiskutiert. Vorsichtige Signale gab es beim Punkt Mindestvertragslaufzeiten, hier könnte es eventuell im weiteren Prozess zu einer Festlegung von Untergrenzen kommen. Die nächste Gesprächsrunde wurde für den Zeitraum Juni angesetzt. Es wurde auch klar, dass nur bei gleichbleibendem Druck weitere Forderungen erfüllt werden. Hierzu brauchen wir weiter Eure Unterstützung, bzw. halten Euch über geplante Aktionen und den Fortgang der Petition auf dem Laufenden!

    Mit gewerkschaftlichen Grüßen,

    Tobias Cepok

    Tobias Cepok
    Referent für Jugendbildung, Hochschule und Forschung
    GEW Hessen
    Zimmerweg 12
    60325 Frankfurt am Main

    Rückfragen? Aktiv werden? Bitte melden bei:
    mail: tcepok@gew-hessen.de
    tel. (i.d. Regel Mo u. Do): 069-971293-26
    mobil: 0175-9337730

    Unterstütze die BildungsGEWerkschaft mit Deiner Mitgliedschaft!
    www.gew.de/Online_Mitglied_werden_2.html

  • Liebe Unterstützer_innen,

    wir möchten uns bei Euch allen für die Unterstützung unserer Petition "Sichere Perspektiven schaffen" bedanken. Wir konnten unser Ziel, mindestens 1000 Unterzeichner_innen zu gewinnen, erreichen und freuen uns mit dieser Stärkung unserer Forderungen in die Gespräche zum Thema Befristung an der Goethe-Universität zu gehen. Am 03.02.2013 werden wir dem Präsidium die Unterschriften im Rahmen einer Aktion überreichen. Wir möchten Euch einladen, an der Aktion gegen die gegenwärtigen Befristungspraktiken der Universität teilzunehmen. Sie wird am 03.02.2014 direkt vor den Gesprächen ab 10 Uhr vor dem Gebäude des Präsidiums (PA Gebäude) auf dem Campus Westend stattfinden. Damit die Gespräche einen Prozess anstoßen, der zu einer wirklichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen und zu einer Eingrenzung und Regulierung der Befristung führt, müssen wir als Beschäftigte Druck auf die Universitätsleitung aufbauen und unsere Unzufriedenheit entschlossen zum Ausdruck bringen.

    Bei Rückfragen stehe ich Euch gerne zur Verfügung.

    Mit gewerkschaftlichen Grüßen,

    Tobias

    Tobias Cepok
    Referent für Jugendbildung, Hochschule und Forschung
    GEW Hessen
    Zimmerweg 12
    60325 Frankfurt am Main

    mail: tcepok@gew-hessen.de
    tel. (i.d. Regel Mo u. Do): 069-971293-26
    mobil: 0175-9337730

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Pro

Die Petition unterstütze ich voll und ganz, wenngleich sie mir noch nicht weit genug geht. Schöner und erfolgversprechender wäre es, wenn man sich hierbei nicht nur auf eine Statusgruppe kapriziert. Wer die Stelleausschreibungen der Goethe Universität regelmäßig liest, wird erkennen, dass diese Befristungswut alle Beschäftigungsverhältnisse betrifft, auch die sogenannten admin, techn. Mitarbeiterinnen. Die Unterstützung der berechtigten Forderung wäre erheblich breiter, wenn man das Singling Out der Statusgruppen seitens der Gewerkschaft nicht zusätzlich fördert..

Contra

Noch kein CONTRA Argument.