Sehr geehrter Herr Sozialminister Lucha,

gehörlose Eltern sind für die Teilnahme an Elternabenden und die Wahrnehmung von Elterngesprächen in den Schulen ihrer Kinder zwingend auf Gebärdensprachdolmetscher/innen angewiesen. Gehörlose Eltern wollen die Erziehungspartnerschaft mit den Schulen aktiv gestalten! Sie haben - wie alle anderen Eltern auch - das im Schulgesetz verankerte „Recht und die Pflicht, an der schulischen Erziehung mitzuwirken.“ (§ 55)

Aktuell ist die Finanzierung von Dolmetscherkosten für Elternabende und Elterngespräche eine freiwillige Leistung des Sozialministeriums (jährlich rund 80.000 Euro), die jedes Jahr auf dem Prüfstand steht. Die gewährten Zuschüsse decken zudem bei weitem nicht alle Bedarfe ab. Wir setzen uns ein für die konsequente Umsetzung des Prinzips der Barrierefreiheit, wie es unter anderem in der UN-Behindertenrechtskonvention und im Landesgesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen festgeschrieben ist.

Deshalb fordern wir:

  1. die gesetzliche Verankerung der Übernahme von Dolmetscherkosten bei Elternabenden, Elterngesprächen und Veranstaltungen in Schulen und Kindergärten beispielsweise in einer Kommunikationshilfenverordnung

  2. die Erhöhung des jährlichen Budgets um Dolmetscherkosten in weiteren wichtigen Bereichen finanzieren zu können: Gespräche und Elternabende in Kindertagesstätten, Elternbeiratssitzungen, schulische Veranstaltungen wie Einschulungsfeiern und Informationsabende zu wichtigen Themen (Drogen, sexualisierte Gewalt, Mediennutzung).

Begründung

Die Unterschriftenaktion wurde gestartet vom Landesverband der Gehörlosen Baden-Württemberg, der Gehörlosen-Dolmetscher-Vermittlungszentrale Baden-Württemberg und dem Berufsfachverband der GebärdensprachdolmetscherInnen Baden-Württemberg.

Weitere Informationen haben wir in einem Infoblatt zusammengestellt, das Sie hier lesen können: www.lv-gl-bw.de/assets/unterschriftenaktion_infoblatt.pdf

Sie können auch Unterschriftenlisten ausdrucken, um beispielsweise bei Veranstaltungen Unterschriften zu sammeln. Diese stehen hier zum Download bereit: www.lv-gl-bw.de/news-unterschriftenaktion.html

Wichtig: Bitte unterschreiben Sie entweder auf einer Unterschriftenliste ODER zeichnen Sie die Online-Petition.

Wir bitten auch Einwohner/innen anderer Bundesländer, uns in unserem Anliegen zu unterstützen.

Die Unterschriftenkampagne endet am 31. Juli. Danach werden die Unterschriften an Sozialminister Lucha übergeben.

Das Foto zeigt die Gebärde für "Dolmetscher/in" in Deutscher Gebärdensprache (fotolia/Lori)

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  • Liebe Unterstützer/innen,

    am Dienstag haben Vertreter unseres Vorstands 4.960 Unterschriftenlisten an Sozialminister Manne Lucha übergeben.

    Weitere Infos und die Reaktion des Ministers finden Sie in der Pressemitteilung im Anhang. Wir werden an diesem Thema dranbleiben!

    Nochmals herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

    Beste Grüße - auch im Namen des Vorstands -
    Katrin Rehfuss

    Referentin für Selbsthilfe und Öffentlichkeitsarbeit
    Landesverband der Gehörlosen Baden-Württemberg

  • Liebe Unterstützer/innen,

    gestern ging unsere Unterschriftenaktion "Sozialminister Lucha, gehörlose Eltern brauchen Dolmetscher!" zu Ende. Unser heutiger Unterschriftenstand ist 4146. Wir gehen jedoch davon aus, dass auch in den nächsten Tagen noch einige Unterschriftenlisten in der Geschäftsstelle ankommen werden.
    Vertreter/innen des Landesverbands der Gehörlosen werden die Unterschriftenlisten am 19. September an Sozialminister Lucha übergeben.
    Noch einmal ein herzliches Dankeschön für Ihre Unterstützung!

    Beste Grüße aus Stuttgart
    Katrin Rehfuss, Landesverband der Gehörlosen

  • Liebe Unterstützer/innen,

    mittlerweile haben wir 2.800 Unterschriften gesammelt: digital und auf Unterschriftenlisten. Bis zum 31. Juli kann die Petition noch gezeichnet werden. Es wäre großartig, wenn wir die 3.000 voll machen - mindestens.
    Deshalb unsere Bitte: Informieren Sie Freunde, Familie und Kolleginnen über unsere Unterschriftenaktion: "Gehörlose Eltern brauchen Dolmetscher!".
    Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

    Beste Grüße
    Katrin Rehfuss, Landesverband der Gehörlosen Baden-Württemberg

Pro

Zum Argument "Gehörlose Ettern sollen zu Elternabenden Bekannte mitbringen, die dolmetschen": Wir sehen es als Aufgabe des Staates an, dafür zu sorgen, dass Eltern am schulischen Leben ihrer Kinder mitwirken können - so wie es im Schulgesetz steht (als Recht und als Pflicht im übrigen). Die hörenden Freunde und Familienmitglieder müssen schon bei sehr vielen anderen Gelegenheiten dolmetschen oder aushelfen: Termine bei der Bank, bei Einkäufen, Familienfesten, Telefonate...

Contra

Noch kein CONTRA Argument.