Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass tierschutzwiedriges Zubehör im Nagerbereich verboten wird. Dazu gehören Kleintierkäfige, die kleiner als 100x50x50 cm sind, da diese für jedes Nagetier viel zu klein sind. Außerdem gehören dazu Laufräder unter 20 cm Durchmesser, Gitterlaufräder, Laufbälle, Hamsterwatte, Gitteretagen, parfümierte Einstreu und Grasnester mit Drahtgeflecht.

Begründung

Kleintiere werden oft als unwichtig abgestempelt. Das sind sie allerdings ganz und gar nicht. Wir haben die Tiere aus der Natur geholt, um sie bei uns zu halten. Damit haben wir eine gewisse Verantwortung gegenüber den Tieren. Das hier aufgeführte Zubehör ist für Nager schädlich und kann sie schwer verletzen. Laufräder unter 20 cm Durchmesser verursachen bei allen Nagern schwere Rückenprobleme, in Gitterlaufrädern und -etagen können sich die Nager ihre Pfoten einklemmen und brechen. In Laufbälle werden sie eingesperrt und erleiden schreckliche Angst, weil sie nicht wissen ob sie wieder raus kommen. Außerdem haben diese Bälle meistens einen viel zu kleinen Durchmesser. Mit Hamsterwatte können die kleinen Tiere sich Gliedmaßen abschnüren und sogar abtrennen. Parfümierte Einstreu reizt die Atemwege der Tiere und führt zu großem Stress, da der Eigengeruch überdeckt wird, an dem sie sich orientieren. Das Drahtgeflecht in Grasnestern kann die Mäuse schwer verletzen. Kleintierkäfige gibt es oft nur in viel zu kleinen Maßen, dabei sind auch sehr kleine Nager sehr bewegungsfreudig und es ist Tierquälerei, die Tiere in einen so kleinen Käfig zu stecken. Die Tiere leben schließlich ihr ganzes Leben dort und brauchen Platz, um sich auszutoben und etwas Abwechslung zu haben. Auch Nager können sich langweilen und Schmerzen empfinden, deshalb ist es wichtig, dass wir auf sie Rücksicht nehmen.

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  • Pet 3-18-10-7872-008163

    Tierhaltung
    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 21.05.2015 abschließend beraten und
    beschlossen:

    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden
    konnte. Begründung

    Die Petentin möchte erreichen, dass tierschutzwidriges Zubehör für Nagetiere
    verboten wird.
    Sie führt aus, dass hierzu bestimmte Kleintierkäfige gehörten, die kleiner als
    100 x 50 x 50 cm sind, Laufräder mit einem Durchmesser von weniger als 20 cm,
    Gitterlaufräder, Laufbälle, Hamsterwatte usw. Dieses Zubehör sei für die Nagetiere
    schädlich und könne sie schwer verletzen.
    Es handelt sich um eine öffentliche Petition, die auf den Internetseiten des
    Deutschen Bundestages eingestellt und diskutiert wurde. 1.079 Mitzeichnende haben
    das Anliegen unterstützt. Der Petitionsausschuss hat im Rahmen seiner
    parlamentarischen Prüfung der Bundesregierung Gelegenheit gegeben, ihre
    Auffassung zu der Eingabe mitzuteilen. Die Prüfung des Petitionsausschusses hat
    das im Folgenden dargestellte Ergebnis:
    Die Bundesregierung hat dargelegt, dass es zutreffend sei, dass das aufgeführte
    Zubehör die Gesundheit von Nagetieren gefährden und deren Wohlbefinden
    beeinträchtigen könne. Sowohl der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V.
    (ZZF) als auch die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. halten kleine
    Nagetierkäfige, offene und zu kleine Laufräder und Hamsterbälle sowie
    Hamsterwatte aus unverdaulichen Kunststofffasern für gefährliches bzw.
    tierschutzwidriges Zubehör für Nagetiere. Die Mitgliedsbetriebe des ZZF haben sich
    verpflichtet, solches Zubehör nicht zum Verkauf anzubieten.
    Nach § 2 des Tierschutzgesetzes muss derjenige, der ein Tier hält oder betreut, das
    Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren,

    pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Außerdem muss der Verantwortliche
    über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte
    Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Dies
    bedeutet, dass auch Kenntnisse über die wesentlichen Gesundheitsgefahren für die
    jeweilige Tierart vorhanden sein müssen. Derjenige, der ein Tier hält oder betreut,
    muss sich daher darüber informieren, dass Hamsterwatte aus Kunstfaser, aber auch
    aus anderen ungeeigneten faserigen Materialien zum Abschnüren von Gliedmaßen
    bei Nagetieren führen kann. Zudem besteht ab dem 1. August 2014 für den
    gewerblichen Handel mit Heimtieren die Verpflichtung, dem Käufer schriftlich
    Informationen über die wesentlichen Bedürfnisse der jeweiligen Tiere zu übergeben.
    Diese Unterlagen müssen auch Informationen über die für eine tierschutzgerechte
    Haltung notwendige Größe des Käfigs umfassen. Auch mögliche
    Gesundheitsgefahren, wie z.B. durch Hamsterwatte aus Kunstfaser, sollten Teil
    dieser Informationen sein.
    Die Bundesregierung hat darauf hingewiesen, dass die Aufnahme eines expliziten
    Verbotes für die in der Petition aufgeführten Produkte nur dann sinnvoll wäre, wenn
    gleichzeitig jegliches andere, tierschutzwidrige Heimtierzubehör, wie beispielsweise
    Spiegel für Vögel und Stachelhalsbänder für Hunde, ebenfalls aufgenommen und
    verboten werden würde. Eine derartige Verbotsliste befürwortet sie jedoch aus
    fachlichen und rechtssystematischen Gründen nicht.
    Der Petitionsausschuss hält die Darlegung der Bundesregierung, dass die
    Regelungen des § 2 des Tierschutzgesetzes in Verbindung mit der Verpflichtung für
    den gewerblichen Handel, dem Käufer ausreichende Informationen zur Verfügung zu
    stellen, ausreichend sind, für sachgerecht. Er empfiehlt daher, das Petitionsverfahren
    abzuschließen, da dem Anliegen nicht entsprochen werden konnte.
    Der von der Fraktion DIE LINKE. und von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gestellte
    Antrag, die Petition der Bundesregierung – dem Bundesministerium für Ernährung
    und Landwirtschaft – zur Erwägung zu überweisen und den Fraktionen des
    Deutschen Bundestages zur Kenntnis zu geben, wurde mehrheitlich abgelehnt.Begründung (pdf)

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.