Petition richtet sich an:
Bundesregierung
Lieferengpässe bei Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln dürfen nicht zur Normalität werden. Immer mehr Menschen erleben, dass wichtige Arzneimittel oder Hilfsmittel plötzlich nicht verfügbar sind.
Ich bin Katharina Schneider-Bodien, 34 Jahre alt, und lebe seit mehr als 20 Jahren mit Typ-1-Diabetes. In den vergangenen Jahren habe ich selbst erlebt, wie die Versorgung immer schwieriger geworden ist. Zunächst gab es Engpässe bei lebensnotwendigem Insulin, inzwischen kommt es immer wieder zu Lieferschwierigkeiten bei Insulinpumpenkathetern und anderen Hilfsmitteln. Telefonate mit Apotheken und Hilfsmittelversorgern gehören mittlerweile zum Alltag.
Doch je mehr ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, desto deutlicher wurde mir: Das Problem betrifft längst nicht nur Menschen mit Diabetes. Es geht nicht um einzelne Produkte oder einzelne Hersteller. Es geht um ein Gesundheitssystem, in dem Lieferengpässe immer häufiger zur Normalität werden – und in dem die Folgen vor allem von den Patientinnen und Patienten getragen werden. Allein zu Beginn des Jahres 2026 waren beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) 546 Lieferengpässe gemeldet. Mehr als 500 Arzneimittel waren zeitweise nicht oder nur eingeschränkt verfügbar. (Quelle: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/pharmazie/2026-start-mit-knapp-550-arzneimittel-engpaessen/)
Betroffen sind Menschen mit den unterschiedlichsten Erkrankungen. Aus Apotheken wird nicht nur ein Mangel an Hustensäften oder Fiebermitteln für Kinder, sondern weiterhin auch von Schwierigkeiten bei Schilddrüsenmedikamenten wie Thyronajod berichtet. Bei Asthmamedikamenten wie Allergospasmin oder Aarane kommt es immer wieder zu längeren Ausfällen, obwohl es für manche Wirkstoffe kaum Alternativen gibt. Selbst lebenswichtige Krebsmedikamente wie Cyclophosphamid und Ifosfamid sind von Lieferengpässen betroffen.
Begründung
Für die Betroffenen bedeutet die aktuelle Situation weit mehr als eine Unannehmlichkeit. Es bedeutet Unsicherheit, Therapieumstellungen und die ständige Sorge, ob eine notwendige Behandlung überhaupt fortgeführt werden kann. Es kann nicht sein, dass kranke Menschen und ihre Angehörigen regelmäßig selbst recherchieren, Apotheken abtelefonieren und um ihre Versorgung bangen müssen.
Ich starte diese Petition, weil Gesundheit nicht von persönlichen Kontakten oder Glück abhängen darf. Eine zuverlässige Versorgung mit Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln muss selbstverständlich sein. Deshalb fordere ich die Bundesregierung auf, die Versorgungssicherheit im Gesundheitswesen nachhaltig zu stärken und wirksame Maßnahmen gegen Lieferengpässe zu ergreifen.
Niemand sollte Angst haben müssen, ob lebenswichtige Medikamente oder medizinische Hilfsmittel rechtzeitig verfügbar sind. Gesundheit darf kein Glücksspiel sein.
Eine Krise verstärkt die Engpässe.