Landesregierung muss endlich handeln – Herkunftssprachen an Schulen in Hessen aufwerten!

Wir fordern, dass Sie endlich ein Konzept vorlegen, um die Voraussetzungen für die Einführung der Herkunftssprache als Wahlpflichtfach an hessischen Schulen zu schaffen!

An die Hessische Landesregierung

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Bouffier,
sehr geehrter Herr Staatsminister Prof. Lorz, sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie mit dieser Petition auffordern, die Herkunftssprachen als Fremdsprachen an hessischen Schulen aufzuwerten, um die sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern sowie ihre spezifischen Fähigkeiten zu fördern.

Wir fordern die Landesregierung auf, dass sie endlich ein Konzept vorlegt, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Herkunftssprache als zweite oder dritte Fremdsprache als Wahlpflichtfach an hessischen Schulen angeboten wird. Eine Reform ist dringend geboten und ein wichtiges Signal an die Kinder aus Familien mit Einwanderungsgeschichte, dass ihre Mehrsprachigkeit vom Land Hessen als eigener Wert anerkannt und gefördert wird.

Mit freundlichen Grüßen Hessische Initiative für Fremdsprache

Begründung

In der Familie erworbene Fremdsprachenkenntnisse sind keine Belastung für Kinder und Jugendliche. Sie sind eine Stärke und eine zu fördernde individuelle Fähigkeit. Mehrsprachigkeit ist in einer heterogenen Einwanderungsgesellschaft und einer international verflochtenen Wirtschaft von großer Bedeutung und dient sowohl der persönlichen Emanzipation als auch der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung.

Die Beherrschung der deutschen Sprache ist sehr wichtig und zentral in vielen Lebenslagen. Die im Elternhaus erworbenen Sprachkompetenzen sind aber ebenso zu fördern und zu unterstützen.

Die Herkunftssprachen müssen daher als zweite oder dritte Fremdsprache ein noten- und versetzungsrelevantes Wahlpflichtfach an allgemeinbildenden Schulen im Regelunterricht werden. Gängige Fremdsprachen wie Arabisch, Griechisch oder Türkisch können so aufgewertet werden, während Deutsch als Kommunikationssprache für Kinder aus Familien mit einer Einwanderungsgeschichte als wichtiger Faktor für den Zugang zum Arbeitsmarkt und zur gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe gestärkt wird.

Obwohl die schwarz-grüne Landesregierung bereits eine Aufwertung der Herkunftssprachen in Aussicht gestellt hatte, hat sich nichts an der bestehenden Vernachlässigung des herkunftssprachlichen Unterrichts geändert. Mit dieser Petition fordern wir ein erweitertes Bildungsangebot für die hessischen Schülerinnen und Schüler. Wir fordern, die Potenziale der Hessinnen und Hessen mit Fremdsprachenkenntnissen, die sie aus ihrem Elternhaus mitbringen, zu fördern und zu stärken - beispielsweise im Türkischen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Hessische Initiative für Fremdsprache aus Frankfurt am Main
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Pro

Besonders Kinder aus den Generationen der ersten Einwanderer, die von außerhalb Europas kamen, haben niemals eine Gleichstellung ihrer Sprache erfahren. Während Sprachen wie Englisch, Französisch, und weitere europäische Sprachen als wertvoll und bildend angesehen wurden, wurden Sprachen wie Türkisch oder Arabisch als Rückschritt angesehen und unter gewissen Umständen sogar verboten. Eine Anerkennung durch die Einführung als Wahlpflichtfach ist ein Meilenstein für die gewollte Eingliederung in der Gesellschaft und für die Bildung starker Identitäten.

Contra

Zunächst mal halt ich das Vorhaben als wenig realisiebar, da der Staat unmöglich für jede Sprache einen Lehrer für jede Schule abstellen kann. Das könnte dann wiederum Nachteile für Schüler bedeuten, die das Angebot nicht nutzen können und sich benachteiligt fühlen. Auch die Herkunftsprache als Versetzungsrelevant zu etablieren halte ich für Fatal, da die Englische Sprache als globale Sprache zu wichtig ist als jetzt Beispielweise meine Herkunftsprache Kroatisch. Daher muss das Erlernen der englische Sprache in der Schule vorrang haben.