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Bild zur Petition mit dem Thema: Zulassung bayerischer Schulpsychologen zur Ausbildung zum Kinder- und Jugendpsychotherapeuten Zulassung bayerischer Schulpsychologen zur Ausbildung zum Kinder- und Jugendpsychotherapeuten
  • Von: Nicht öffentlich
  • An: Staatsministerium für Gesundheit und Pflege
  • Region: Bayern mehr
    Kategorie: Gesundheit mehr
  • Status: Die Petition wurde vom Petenten zurückgezogen bzw. wird nicht weiter verfolgt
    Sprache: Deutsch
  • Gescheitert
  • 5.434 Unterstützende
    Sammlung abgeschlossen

Zulassung bayerischer Schulpsychologen zur Ausbildung zum Kinder- und Jugendpsychotherapeuten

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Anlass unserer Petition, die ich stellvertretend und im Namen der Fachschaft Schulpsychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Fachschaft Psychologie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt stelle, ist das Schreiben des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege vom 16.12.2013 bezüglich des Vollzugs des Psychotherapeutengesetzes und der zugehörigen Ausbildungs- und Prüfungsordnung.

Demnach werden ab dem 01.01.2014 Absolventen des Ersten Staatsexamens für Lehramt an bayerischen Schulen, eingeschlossen derer mit dem Hauptfach Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt nicht mehr zur Aufnahme einer Ausbildung zum Kinder- und Jugendpsychotherapeuten zugelassen. Eine notwendige Differenzierung zwischen den unterschiedlichen Lehramtshauptfächern und des vertieft studierten Hauptfaches der Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt blieb hierbei bedauerlicherweise aus. Zudem wurden die von der Änderung akut betroffenen Parteien (Ausbildungsinstitute, Universitäten und insbesondere Studierende) zu keinem Zeitpunkt in den Prozess der Gesetzesänderung einbezogen und auch über dessen Vollzug nicht hinreichend informiert.

Um langfristig die bayerische Gesundheitsversorgung, insbesondere die psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen zu gewährleisten, fordern wir im Namen aller bayerischen Absolventen des Staatsexamens in Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt, dass diese, die für diesen Bereich fachlich hochqualifiziert sind, weiterhin zur Ausbildung zum Kinder- und Jugendpsychotherapeuten zugelassen werden. Folglich müssen die Zulassungsvoraussetzungen vor dem Hintergrund psychologischer Hochschulqualifikation dringend überprüft und angepasst werden.

Wir fordern im Sinne des erweiterten Vertrauensschutzes, alle derzeit immatrikulierten Studierenden der Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt, die ihr Studium mit der Annahme begonnen haben, im Anschluss die Möglichkeit zur Aufnahme der Ausbildung zum Kinder- und Jugendpsychotherapeuten zu haben, weiterhin zuzulassen.

Begründung:

Studierende der Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt sind in besonderem Maße für die Ausbildung zum Kinder- und Jugendpsychotherapeuten qualifiziert und geeignet. Das Studium der Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt beinhaltet 144 ECTS-Punkte in Bereichen der Psychologie, darunter 18-20 ECTS Punkte in klinischer Psychologie. Das rund zehnsemestrige Studium wird durch schriftliche Staatsexamensprüfungen in den Bereichen Erziehungswissenschaften, Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt (Klinische und Pädagogische Psychologie und Diagnostik) abgeschlossen. Studierende der Schulpsychologie erreichen während des Studiums, je nach studierter Schulart, insgesamt ca. 300 ECTS-Punkte. Aufgrund der Regelstudienzeit, der hierbei zu erbringenden Studienleistungen und der Anforderungen des bayerischen Staatsexamens, darf der vorliegende Abschluss nicht mit dem eines Bachelor of Science in Psychologie gleichgesetzt werden, sondern muss wie ein Diplom- bzw. Master-Abschluss angesehen werden.

Die Besonderheit in der Ausbildung der bayerischen Schulpsychologen liegt darin, dass die psychologischen Studieninhalte das Kindes- und Jugendalter fokussieren. Weder im Studium der Pädagogik noch der Sozialpädagogik werden klinisch-psychologische Inhalte des Kindes- und Jugendalters thematisiert. Im Gegensatz dazu werden diese im Studium der Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt im Umfang von bis zu 20 ECTS Punkten studiert und sogar durch eine Staatsexamensprüfung abgeschlossen.

Ein weiterer Punkt, der die schulpsychologische Ausbildung auszeichnet, ist die umfangreiche Praxiserfahrung, die sowohl in der Schule als auch in psychologischen Einrichtungen gesammelt wird. Studierende der Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt leisten neben den für das Lehramt vorgesehenen Praktika drei weitere sechswöchige Praktika im Umfang einer Vollbeschäftigung ab. Eines dieser Praktika wird von einem erfahrenen Schulpsychologen betreut. Die beiden weiteren Praktika erfolgen in psychologischen oder psychotherapeutischen Einrichtungen, wie beispielsweise Erziehungsberatungsstellen oder in Kinder- und Jugendpsychiatrien.

Das Studium der Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt und des Lehramts an bayerischen Schulen bildet die Studierenden sowohl als Lehrer, als auch als Psychologen aus. In der praktischen Tätigkeit unterliegen Schulpsychologen nach §203 StGB der Schweigepflicht und nicht nur der Amtsverschwiegenheit nach Art. 69 BayBG. Hierdurch wird die Tätigkeit der Schulpsychologen nicht als Tätigkeit einer Lehrkraft ausgewiesen, sondern als die eines Psychologen.

Diplom- oder Masterabsolventen der Fächer Pädagogik und Sozialpädagogik (Soziale Arbeit) werden auch weiterhin zur Ausbildung zum Kinder- und Jugendpsychotherapeuten zugelassen. Bei einem Vergleich der geltenden Studien- und Prüfungsordnungen der Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt mit diesen beiden Studiengängen, kann diese Zulassungsregelung nicht nachvollzogen werden. Insgesamt erreichen Schulpsychologen mit 123 ECTS-Punkten in psychologischen Fächern ein Vielfaches im Vergleich zu pädagogischen Studiengängen (10 bzw. 24 ECTS-Punkte). Für eine Ausbildung zum Kinder- und Jugendpsychotherapeuten sind vor allem psychologische Kenntnisse grundlegend und werden höchstens durch pädagogische Kenntnisse ergänzt.

Es besteht kein Zweifel, dass Studenten der Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt sowohl theoretisch als auch praktisch intensiver auf die Ausbildung zum Kinder- und Jugendpsychotherapeuten vorbereitet werden als Studenten der Pädagogik / Sozialpädagogik.

Dabei sollen die Studiengänge Pädagogik und Sozialpädagogik keinesfalls abgewertet werden, sondern die Absolventen der Schulpsychologie fordern eine Gleichberechtigung neben diesen Studiengängen bezüglich der Zulassung zur Ausbildung zum Kinder- und Jugendpsychotherapeuten.

Neben den hier auf die Hochschulausbildung bezogenen Begründungen wird Absolventen der Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt von Seiten der bayerischen psychotherapeutischen Ausbildungsinstitute eine besondere Qualifikation zur Ausbildung zum Kinder- und Jugendpsychotherapeuten zugesprochen. Diese fachlich fundierte schulpsychologische Ausbildung bietet somit ein großes Potential, durch das Lücken in der kinder- und jugendpsychologischen Versorgung in Bayern geschlossen werden können. Aktuell gibt es in Deutschland ca. 2,3 Mio. Kinder und Jugendliche, die unter einer psychischen Erkrankung leiden, wobei jährlich ca. 161 000 Neuerkrankungen registriert werden (Quellen: BPtk, 2009). Kliniken und Privatpraxen können den akuten Bedarf an Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten nicht decken. In Folge dessen treffen Patienten auf lange Wartezeiten von mehreren Monaten. Durch eine Begrenzung der Zulassung zur Psychotherapeutenausbildung können diese Versorgungsdefizite in Zukunft erst gar nicht geschlossen werden.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

München, 22.06.2014 (aktiv bis 21.08.2014)


Neuigkeiten

Es ist Seiten des Petenten keine Abwertung der Studiengänge (Sozial-)pädagogik gewünscht, daher wurde das im Text deutlich gemacht. Neue Begründung: Studierende der Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt sind in besonderem Maße für die Ausbildung ...

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Debatte zur Petition

PRO: Das Studium der Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt ist die ideale Voraussetzung für eine Ausblidung zum Kinder- &Jugendtherapeuten! In diesem Studium werden vertiefte Kenntnisse über Klinische Psychologie, Pädagogische Psychologie &Diagnostik ...

PRO: Studenten die Möglchkeit zu nehmen ihren geplanten zu gehen und diese Option fast über Nacht ihnen weg zu nehmen ist eine Frechheit. Die Übergangsphase dauert bis zum 30.9.2014 an, also nur Studenten die jetzt ihren Abschluss machen habe eine Chance noch ...

CONTRA: An dieser Petition stört insbesondere ihre abwertende Argumentation auf Grundlage (teils) falscher Fakten über den Umfang von klinisch-therapeutischen Fächern im Studium der Sozialen Arbeit. Es ist nicht unüblich im Bachelor 20-30 ECTS (bei entsprechendem ...

CONTRA: Ein Bachelor-Psychologie Student und ein Schulpsychologe haben (bis auf wenige Ausnahmen) die gleiche psychologische Ausbildung. Zum Beispiel hat man auch 20 ECTS in klinischer Psychologie. Warum muss man aber als normaler Bachelor-Student noch einen ...

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