Neuigkeiten
-
Änderungen an der Petition
am 30.07.2026 -
Bürgerinitiative gegründet - Schreiben an OB
am 30.07.2026Bürgerinitiative „Rettet unseren Bürgerwald“
am Oberstdorfer Knoten in Kempten/AllgäuKempten, den 29.07.2026
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
es ist uns eine Freude, Ihnen heute mitteilen zu können, daß sich die Bürgerinitiative „Rettet unseren Bürgerwald“ erfolgreich gegründet hat. Gleichberechtigte Sprecher dieser Initiative sind Fritz Dubbert und Manfred Wirtz.
Ziel dieser Bürgerinitiative ist der Erhalt des Bürgerwaldes am Oberstdorfer Knoten zwischen Immenstädter Straße, Bahnhofstraße, Heussring und Hochvogelstraße in seiner jetzigen Form und Größe, welcher durch die Aktion der Stadt „Kempten - Baum 2000 – 2000 Bäume für das neue Jahrtausend“ geschaffen wurde. Die Fakten dürften Ihnen sicherlich bekannt sein.
Bei der Präsentation der Aktion „Kempten – Baum 2000“ betonte Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer: Im Vordergrund der Aktion stehe der Gedanke, am Beginn des neuen Jahrtausends etwas Zukunftbezogenes zu tun, an dem sich auch künftige Generationen noch erfreuen. Außerdem wolle man ein nachhaltiges Zeichen setzen für die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt.
Wir möchten trotzdem nochmal betonen, daß die Stadt Kempten damals das Gelände und die Bäume zur Verfügung gestellt hat und sogar die Pflanzlöcher ausgehoben hat. Wir als Baumpaten konnten nur die Art des Baumes wählen, der Standort wurde uns vorgegeben. Von den am 31. März 2000 mit einem Bürgerfest gepflanzten 120 verschiedenen Bäumen sind durch das jetzt geplante Bauvorhaben der Bahnhofsapotheke 60 bis 70 Bäume betroffen. 30 bis 40 Bäume könnten bei einer Überlebenschance von maximal 50 % umgesetzt werden. Diese Zahlen variieren allerdings bisher in den verschiedenen Gremien.
Den bisherigen Bauwerbern für dieses Gelände hat die Stadt immer abgesagt. Deswegen ist es jetzt um so erstaunlicher, daß es die Stadt von sich aus dem jetzigen Bauwerber angeboten hat und zur Verfügung stellen will. Meine Interventionen bisher, dieses Gebiet endlich von Verkehrsfläche in Grün- oder Waldfläche umzuwidmen, wurden immer wieder als „nicht notwendig“ abgewiesen. Leider nie schriftlich. Ich habe auch nicht darauf gedrängt, weil ich es mir nicht vorstellen konnte, daß auf einem Gelände erst Bäume gepflanzt und diese bereits eine Generation später wieder abgeholzt werden.
In der Sitzung des Gestaltungsbeirats am 30. Juni haben Sie, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, vom „fast blindem Vertrauen in das Unternehmen“ und von der „Verlässlichkeit der Darstellung“ gesprochen. Was ist mit dem damaligen Vertrauen der 120 Baumspender in Oberbürgermeister, Stadtrat und Stadtverwaltung, welches mit einer unterschriebenen Urkunde besiegelt wurde ? Kann dies nur 25 Jahre später einfach so weggewischt werden?
Bei dieser ganzen Problematik wurde das nicht zu verleugnende Thema Klimawandel noch gar nicht angesprochen. Dabei fällt in jüngster Zeit Ihr Baumspaziergang mit dem Bund Naturschutz ins Gewicht: einerseits Stadtbäume erhalten und neu pflanzen – andererseits einen bestehenden Schutzwald teilweise abholzen ?
Wir als Bürgerinitiative bitten Sie ganz herzlich darum, in einem Gespräch miteinander die Möglichkeiten auszuloten, die es für den Erhalt des Bürgerwaldes in seiner jetzigen Form gibt. Dabei gilt es, das Vertrauen der Baumspender zu erhalten und die Identifikation mit ihrer Stadt zu bewahren. Gerne können Sie dazu auch die Stadträtin und die Stadträte einladen, die damals für den Bürgerwald votiert haben und im jetzigen Gremium ihren Sinneswandel gegen die Bäume kundgetan haben.
Herzlichen Dank für Ihre Zeit für ein Gespräch,
Freundliche Grüße
Manfred Wirtz Fritz Dubbert
-
Was passiert mit den Bäumen ?
am 26.07.2026Antwort auf Artikel und Kommentar von Frau Brock im Kreisbote Kempten 25.7.26
Klar ist mit jedem Baum eine emotionale Geschichte verbunden, wie Frau Brock in ihrem Artikel im Kreisbote Kempten vom 25.Juli 2026 schreibt. Meine ist der 18. Geburtstag meines Sohnes Andreas. Aber auch sachliche Entscheidungen wie die in der Stadtratsperiode 1996 bis 2002, an der Frau Brock als Stadträtin der Frauenliste beteiligt war, auf diesem Gelände Bürger Bäume pflanzen zu lassen, haben eine emotionale Komponente wenn ich schon bei der Entscheidung daran denke, daß diese von Bürgern spendierten Bäume ja jederzeit für eine Bebauung der Kettensäge zum Opfer fallen können.
Und wenn es stimmt, daß Maria Lancier schon 1981 als damalige Stadträtin der SPD zwei Bäume auf diesem Gelände pflanzen konnte, obwohl dort damals schon fertige Pläne für einen höhenfreien Oberstdorfer Knoten in der Diskussion waren, erscheinen die Abstimmungen im Stadtrat noch fragwürdiger. Und ihre Emotionen zu den Bäumen sind scheinbar frühzeitig erloschen, wenn sie heute nicht mal mehr weiß wo diese Bäume stehen.
Ich jedenfalls stehe zu „meiner“ Eiche auf diesem Gelände und hoffe, daß sie mich lange überlebt. Nicht nur, weil es der erste Baum meines Lebens war, an dessen Pflanzung ich beteiligt gewesen bin und dessen Startphase an diesem exponierten Ort ich mit Kanisterladungen Gießwasser unterstützt habe, sondern weil ich auch heute noch für jedes noch so kleines Mittel gegen den scheinbar unaufhaltsamen Klimawandel eintrete. Und da gehört für mich diese Eiche dazu und ich werde alles in meiner Macht stehende dafür tun, daß sie überleben darf.
Manfred Wirtz
NahErholung vor Ort ist essentiell für die Menschen und es muss ja nicht noch eine Wald/wiesen/Freifläche gerodet werden wo es so viele leerstehende Gebäude gibt welche saniert oder renoviert werden können.