Stoppt den Rückbau der Wasserstofftankstellen - Erhalt der H₂-Infrastruktur in Deutschland

Petition richtet sich an
Bundesministerium für Verkehr (BMV), European Commission - Directorate-General for Mobility and Transport (DG MOVE), H2 Mobility Deutschland GmbH & Co. KG

608 Unterschriften

Sammlung beendet

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  1. Gestartet Dezember 2025
  2. Sammlung beendet
  3. Einreichung vorbereiten
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung

Petition richtet sich an: Bundesministerium für Verkehr (BMV), European Commission - Directorate-General for Mobility and Transport (DG MOVE), H2 Mobility Deutschland GmbH & Co. KG

Wir fordern:

1. Den sofortigen Stopp der geplanten Schließungen und Rückbauten von Wasserstofftankstellen, bis alle Förderauflagen vollständig geklärt sind.

2. Die Veröffentlichung aller relevanten Förder- und Nutzungsdaten (Zweckbundungsfristen, Förderhöhe, Absatzmengen).

3. Die Prüfung alternativer Betreiber- und Finanzierungsmodelle (kommunal, öffentlich-privat, Genossenschaften).

4. Die Entwicklung eines langfristigen, verlässlichen, bundesweiten Erhaltungskonzepts im Einklang mit der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) und der EU-AFIR-Verordnung (Alternative Fuels Infrastructure Regulation)

Begründung

Problemlage
Bis Ende 2025 sollen bundesweit laut H2-Mobility mindestens 14 Wasserstofftankstellen geschlossen werden - darunter auch die Station in Rheda-Wiedenbrück, die erst 2019 mit EU-Mitteln errichtet wurde. Dies führt zu erheblichen Versorgungslücken und gefährdet die Mobilität von Kommunen, Unternehmen und Bürgern, die bereits heute Brennstoffzellentechnologie nutzen.

Auch ich persönlich bin betroffen:
Auf Basis der bislang geschaffenen Infrastruktur habe ich ein Brennstoffzellenfahrzeug von Toyota gekauft - und war von der Technologie begeistert.
Mit der nun angekündigten Schließung kann ich mein Fahrzeug jedoch nicht mehr regulär betreiben. Die nächste funktionstüchtige Tankstelle befindet sich 70 Kilometer entfernt (Münster).
Damit wird ein klimafreundliches Fahrzeug faktisch unbrauchbar, obwohl es technisch einwandfrei ist.

Anfrage beim Bundesministerium bereits eingeleitet
Beim Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV), Referat G25 "Erneuerbare Energien, Kraftstoffe, Wasserstoff", wurde bereits eine formelle Auskunft zu Zweckbindungsfristen, Mindestlaufzeiten und Förderauflagen beantragt. Das Ministerium hat bestätigt, dass hierzu ein Vorgang eröffnet wurde.

Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) und EU-AFIR-Verordnung fordern Ausbau - nicht Abbau
DIe Nationale Wasserstoffstrategie (NWS 2023) definiert Wasserstoff als strategische Zukunftstechnologie. Ein Rückbau bestehender Infrastruktur widerspricht den darin klar formulierten Ausbauzielen für ein bundesweites Tankstellennetz.
Auch die EU-Verordnung AFIR verpflichtet alle Mitgliedstaaten, ein flächendeckendes Netz von Wasserstofftankstellen aufzubauen. Europa fordert Ausbau - doch vor Ort erleben wir Abbau.

Beispiel Rheda-Wiedenbrück und Duisburg: Müllfahrzeuge sind auf diese Stationen angewiesen
Die Wasserstofftankstelle in Rheda-Wiedenbrück wird regelmäßig von Brennstoffzellen-Müllfahrzeugen der Unternehmen PreZero International (Rheda-Wiedenbrück) und REMONDIS OWL GmbH (Bielefeld) genutzt. Ohne die Tankstelle sind diese Fahrzeuge nicht mehr einsetzbar, da laut Medienberichten die nächstverfügbare Wasserstofftankstelle 70 km entfernt in Müster liegt. Für kommunale Entsorgungsbetriebe ist das nicht praktikabel.
Auch in Duisburg wird die einzige öffentliche Wasserstofftankstelle zum Jahreswechsel geschlossen. Betroffen sind sieben Müllfahrzeuge der Wirtschaftsbetriebe Duisburg (WBD). Hier müssten die Fahrzeuge zwei- bis dreimal pro Woche nach Düsseldorf oder Herten fahren, was ebenfalls wirtschaftlich nicht praktikabel ist. Somit ist das Thema der Schließung von Wasserstofftankstellen von überregionaler, bundesweiter Bedeutung.

Unzuverlässige Infrastruktur zerstört Vertrauen
Wenn die Tankstellen schließen verlieren zahlreiche bereits angeschaffte Fahrzeuge ihren Nutzen. Unternehmen und Kommunen werden keine neuen Fahrzeuge mehr beschaffen. Gleiches gilt für private PKW Besitzer. Ein instabiles Netz verhindert Investitionen - und der Markt bricht zusammen.

"Grüner" Wasserstoff braucht Infrastruktur - jetzt
Die Produktion von grünem Wasserstoff wird derzeit schrittweise hochgefahren und ausgebaut. Viele Produktionsanlagen entstehen erst jetzt. Damit dieser klimafreundliche Energieträger überhaupt in die Fläche gelangen kann, braucht es eine stabile Infrastruktur.
Wenn Tankstellen jetzt schließen, bevor grüner Wasserstoff breit verfügbar ist, wird die Energiewende aktiv behindert.

Deutschland ist führend in neuen Wasserstoff-Speichertechnologien
Innovative Entwicklungen wie LOHC, Metallhydridspeicher und MOF-Materialien zeigen großes Potenzial für sichere und kosteneffiziente Wasserstoffspeicherung. Während China den globalen Elektroautomarkt zunehmend dominiert, könnte Deutschland im Wasserstoffsektor führend sein.
Der Erhalt der Infrastruktur ist dafür eine entscheidende Voraussetzung.

Serienreife Wasserstofffahrzeuge sind verfügbar
Hersteller wie Toyota oder Hyundai produzieren bereits serienreife Wasserstoff-PKW und arbeiten an Nutzfahrzeugkonzepten. Ohne die H₂-Infrastruktur wird diese Technologie jedoch nicht weiterentwickelt und ein potenziell wachsender Markt bricht frühzeitig ein.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Frank Stuckstedte, Rheda-Wiedenbrück
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 06.12.2025
Sammlung endet: 05.06.2026
Region: Deutschland
Kategorie: Verkehr

Neuigkeiten

  • Das Fachmagazin auto motor und sport berichtet aktuell über einen neuen wasserstoffbetriebenen Suzuki Swift, den Suzuki gemeinsam mit AVL auf dem Wiener Motorensymposium vorgestellt hat. Der Prototyp nutzt einen Wasserstoff-Verbrennungsmotor und zeigt: Selbst im Kleinwagensegment wird weiter an wasserstoffbasierten Fahrzeugkonzepten gearbeitet.

    Diese Entwicklung steht nicht allein. BMW hält am Brennstoffzellen-Serienfahrzeug ab 2028 fest und entwickelt neue 700-bar-Hochdruckspeicher mit Reichweiten von bis zu 750 Kilometern. Das Projekt „HyPowerDrive“ wird mit öffentlichen Mitteln gefördert.

    Auch Toyota, die FES GmbH Fahrzeug-Entwicklung Sachsen und weitere Industrieakteure investieren weiterhin in wasserstoffbasierte Pkw- und Nutzfahrzeuglösungen.

    Gleichzeitig entstehen in Deutschland immer größere Lücken im öffentlich zugänglichen Wasserstofftankstellennetz. Seit Ende 2024 wurden bundesweit mehr als 40 öffentlich zugängliche Standorte geschlossen. Nutzer verkaufen Fahrzeuge, Unternehmen ziehen Wasserstofffahrzeuge aus dem Betrieb zurück und Kommunen müssen Übergangslösungen organisieren. Beispiele dafür sind Hasbergen, Rheda-Wiedenbrück, Lohfelden, Münster und zuletzt die Übergangslösung für die wasserstoffbetriebenen Müllfahrzeuge in Bielefeld.

    H2 MOBILITY Deutschland trifft als Betreiber betriebswirtschaftliche Entscheidungen. Politik und Fördergeber stehen gleichzeitig in der Verantwortung, ein verlässlich erreichbares Netz zu erhalten und weiter auszubauen. Die europäische Alternative Fuels Infrastructure Regulation verfolgt genau dieses Ziel: eine verlässliche Wasserstoffversorgung entlang zentraler Verkehrsachsen in Europa.

    Für den Hochlauf der Wasserstoffmobilität braucht es vor allem eines: ein verlässlich erreichbares, öffentlich zugängliches Tankstellennetz. Ohne diese Grundlage verlieren selbst technisch einsatzfähige Fahrzeuge ihre Alltagstauglichkeit.

    Genau hier setzt unsere Initiative an: Wir fordern Übergangslösungen, Betreiberwechsel und Reaktivierungen, damit bestehende Wasserstofftankstellen so lange verfügbar bleiben, bis regionale Versorgungslücken tatsächlich geschlossen sind. Ohne ein verlässlich erreichbares, öffentlich zugängliches Tankstellennetz verlieren selbst technisch einsatzfähige Fahrzeuge ihre Alltagstauglichkeit.

  • Die Neue Osnabrücker Zeitung hat am 11.05.2026 unter der Überschrift „Bohmter gab Wasserstoff-Pkw auf: Sieht das Verkehrsministerium eine Zukunft für diese Autos?“ die Folgen der Schließung der Wasserstofftankstelle in Hasbergen aufgegriffen. Seit dem 1. Januar 2026 ist der Standort an der A30 außer Betrieb. Für viele Nutzer war es die einzige Wasserstofftankstelle im Landkreis Osnabrück.

    Gegenüber der NOZ bestätigt das Bundesverkehrsministerium, dass neue geförderte Wasserstofftankstellen entsprechend der europäischen AFIR-Vorgaben weiterhin auch eine Betankungsmöglichkeit für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge vorsehen müssen.

    Gleichzeitig erklärt das Ministerium, ältere Standorte seien teilweise zu Demonstrationszwecken errichtet worden und könnten nach Erfüllung dieses Zwecks geschlossen oder zurückgebaut werden.

    Genau hier bleiben Fragen offen: Wer legt fest, wann ein Demonstrationszweck erfüllt ist? Welche technischen oder wirtschaftlichen Daten liegen dieser Bewertung zugrunde? Und wie passt der Rückbau bestehender 700-bar-Standorte zu laufenden Fahrzeugprojekten, öffentlichen Förderungen und der angekündigten Unterstützung neuer Wasserstofffahrzeuge?

    Der Fall zeigt: Hinter jeder geschlossenen Tankstelle stehen konkrete Menschen und Entscheidungen. Ludger Jansen aus Bohmte hat sein Wasserstoffauto verkauft, die Polizeidirektion Osnabrück hat zwei Fahrzeuge abgegeben.

  • Die nächste Wasserstofftankstelle in Deutschland steht vor der Schließung: Der Standort in Münster wird nach aktuellen Informationen zum 30.04.2026 außer Betrieb genommen.

    Die Tankstelle in Münster war bislang ein wichtiger Versorgungsstandort in Nordrhein-Westfalen und verfügte sowohl über eine 700-bar- als auch eine 350-bar-Betankungsmöglichkeit. Damit gehörte sie zu den wenigen Anlagen, die sowohl Pkw als auch Nutzfahrzeuge bedienen konnten.

    Besonders bemerkenswert ist, dass es sich um einen öffentlich geförderten Standort handelt: Für das Projekt "WestfalenHy" in Münster-Amelsbüren war eine Fördersumme von 1.547.235 Euro vorgesehen. Zugleich war die Tankstelle bereits in der Planung mit 700-bar-Betankung für Pkw und 350-bar-Betankung ausgestattet.

    Nach der Reaktivierung der Tankstelle in Siegen zeigt sich damit erneut ein widersprüchliches Bild: Während einzelne Standorte gerettet werden können, fallen gleichzeitig andere wichtige Stationen weg. Für Nutzer und Unternehmen bedeutet dies weiterhin fehlende Planungssicherheit und zunehmende Lücken im Netz.

Aus einem insgesamt wasserstoffkritischen Beitrag des Merkur geht hervor, dass BMW gemeinsam mit Toyota weiterhin an Brennstoffzellenfahrzeugen festhält. BMW betont darin, dass eine einzige Technologie nicht ausreichen werde. um klimaneutrale Mobilität weltweit zu ermöglichen". Dies unterstreicht die Bedeutung von Technologievielfalt - und stellt den vorzeitigen Rückbau bestehender Infrastruktur in einen politischen Widerspruch.

Im ganzen Jahr 2025 bis einschließlich November sind in ganz Deutschland gerade mal 49 Brennstoffzellen PKW neu zugelassen worden, mehr als 69% weniger als 2024, 94% weniger als 2022 Sehr es doch endlich ein, Wasserstoff im Landgestützen Verkehr ist ein totes Pferd, hat gegen den technisch in allen Belangen besseren Batterieelektrischen-Antrieb keine Chance. Physik ist nun mal keine Glaubensfrage.

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