Stoppt den Rückbau der Wasserstofftankstellen - Erhalt der H₂-Infrastruktur in Deutschland

Petition richtet sich an
Bundesministerium für Verkehr (BMV), European Commission - Directorate-General for Mobility and Transport (DG MOVE), H2 Mobility Deutschland GmbH & Co. KG

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Neuigkeiten

01.04.2026, 04:50

Die nächste Wasserstofftankstelle in Deutschland steht vor der Schließung: Der Standort in Münster wird nach aktuellen Informationen zum 30.04.2026 außer Betrieb genommen.

Die Tankstelle in Münster war bislang ein wichtiger Versorgungsstandort in Nordrhein-Westfalen und verfügte sowohl über eine 700-bar- als auch eine 350-bar-Betankungsmöglichkeit. Damit gehörte sie zu den wenigen Anlagen, die sowohl Pkw als auch Nutzfahrzeuge bedienen konnten.

Besonders bemerkenswert ist, dass es sich um einen öffentlich geförderten Standort handelt: Für das Projekt "WestfalenHy" in Münster-Amelsbüren war eine Fördersumme von 1.547.235 Euro vorgesehen. Zugleich war die Tankstelle bereits in der Planung mit 700-bar-Betankung für Pkw und 350-bar-Betankung ausgestattet.

Nach der Reaktivierung der Tankstelle in Siegen zeigt sich damit erneut ein widersprüchliches Bild: Während einzelne Standorte gerettet werden können, fallen gleichzeitig andere wichtige Stationen weg. Für Nutzer und Unternehmen bedeutet dies weiterhin fehlende Planungssicherheit und zunehmende Lücken im Netz.


06.03.2026, 19:36

Der Rückbau zahlreicher öffentlich zugänglicher Wasserstofftankstellen in Deutschland wirft weiterhin Fragen zur zukünftigen Infrastrukturstrategie auf. Betreiber H2 MOBILITY Deutschland begründet die Schließungen unter anderem mit einer stärkeren Ausrichtung auf Nutzfahrzeuge und entsprechende 350-bar-Betankungssysteme. Zugleich betont das Unternehmen, dass neue Stationen künftig stärker nachfrage- bzw. bedarfsorientiert entstehen sollen.

Gleichzeitig zeigen aktuelle Entwicklungen aus Industrie und Fahrzeugentwicklung, dass auch 700-bar-Betankung weiterhin eine wichtige Rolle spielt. So arbeiten mehrere Hersteller an Brennstoffzellen-Lkw für den Logistikbetrieb. Der deutsche Entwicklungsdienstleister FES GmbH Zwickau setzt bei seinem Brennstoffzellen-Lkw gezielt auf ein 700-bar-Tanksystem, da dieses Vorteile bei Reichweite, Bauraum und Nutzlast bietet. Nach Angaben des Unternehmens können entsprechende Fahrzeuge bereits heute an bestehenden 700-bar-Tankstellen betankt werden. Auch kommunale Nutzfahrzeuge - etwa Müllfahrzeuge im Raum Ostwestfalen - wurden bislang über die 700-bar-Infrastruktur versorgt.

Hinzu kommt, dass die europäische AFIR-Verordnung (EU) 2023/1804 beim Aufbau neuer Wasserstofftankstellen ausdrücklich eine 700-bar-Betankungsmöglichkeit vorsieht und den Aufbau eines Netzes entlang zentraler europäischer Verkehrsachsen verlangt.

Vor diesem Hintergrund stellt sich zunehmend die Frage, ob sowohl der Rückbau bestehender 700-bar-Tankmöglichkeiten als auch eine einseitige Schwerpunktsetzung der Infrastruktur auf 350-bar-Betankung mit den langfristigen Zielen des europäischen Infrastrukturaufbaus vereinbar sind. Während H2 MOBILITY Deutschland den Ausbau künftig stärker nachfrageorientiert gestalten möchte, verfolgt die europäische Infrastrukturpolitik ausdrücklich den Aufbau eines verlässlichen Netzes entlang der Hauptverkehrskorridore. Unsere Initiative hat diese Punkte daher in einem Schreiben an europäische und nationale Stellen zur Prüfung gestellt.


06.03.2026, 18:16

Nach Angaben des Entsorgungsunternehmens PreZero, das unter anderem auch in Rheda-Wiedenbrück tätig ist, musste ein dort stationiertes Wasserstofffahrzeug nach dem Rückbau der Wasserstofftankstelle abgezogen werden.

Ein Einsatz an anderen Standorten sei ebenfalls nicht mehr möglich gewesen, da auch alternative Wasserstofftankstellen - unter anderem in Lohfelden (Kassel) sowie im Raum Heilbronn - inzwischen geschlossen worden seien.

Nach Angaben des Unternehmens "helfe diese Entwicklung überhaupt nicht" beim Ausbau der betriebseigenen H2-Aktivitäten.


06.03.2026, 17:56

Im Rahmen unserer Initiative zum Erhalt der Wasserstofftankstellen haben wir eine weitere Rückmeldung aus der Politik erhalten. Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum bestätigt in seinem Antwortschreiben, dass viele Wasserstofftankstellen derzeit mit einer geringen Auslastung zu kämpfen haben und ein wirtschaftlicher Betrieb daher häufig schwierig sei.

Gleichzeitig verweist das Ministerium auf einen neuen Förderaufruf des Bundes vom 28.01.2026. Mit einem Fördervolumen von rund 220 Millionen Euro sollen der Aufbau von bis zu 40 Wasserstofftankstellen sowie die Anschaffung von bis zu 400 wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeugen unterstützt werden.

Nach Angaben des Ministeriums liege der Schwerpunkt der aktuellen Infrastrukturentwicklung zunehmend im Bereich schwerer Nutzfahrzeuge. Die weitere Entwicklung der Wasserstoffinfrastruktur werde unter anderem durch die bundeseigene NOW GmbH fachlich begleitet.


30.01.2026, 10:14

Die Europäische Kommission (DG MOVE) hat auf unsere mehrfachen Schreiben zur Schließung öffentlich zugänglicher Wasserstofftankstellen in Deutschland offiziell reagiert.

In ihrer Antwort bestätigt die Kommission, dass sie den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur EU-weit beobachtet, unter anderem über das European Alternative Fuels Observatory (EAFO). Während die Zahl der Wasserstoff-Pkw in Deutschland zuletzt leicht zurückgegangen ist, ist der Bestand an wasserstoffbetriebenen Bussen und Lkw leicht gestiegen. Gleichzeitig verweist die Kommission darauf, dass neue, leistungsfähigere Tankstellen entstehen - teils mit EU-Kofinanzierung.

Zugleich räumt die Kommission ein, dass öffentlich geförderte Tankstellen derzeit geschlossen werden, weil die erwartete Nachfrage bislang ausgeblieben ist. Diese Entscheidungen lägen formal in der Verantwortung der Betreiber. Wichtig: Die Kommission hält ausdrücklich fest, dass eine Weiterführung durch neue Betreiber grundsätzlich wünschenswert sei - auch wenn dies von der Bereitschaft Dritter abhänge, wirtschaftliche Risiken zu übernehmen.

Mit Blick auf die AFIR-Verordnung stellt die Kommission klar, dass die verbindlichen Vorgaben für ein flächendeckendes Wasserstofftankstellennetz erst bis 2030 greifen. Die aktuell geschlossenen Stationen erfüllten nach Einschätzung der Kommission meist nicht die künftigen Kapazitätsanforderungen und würden daher formal nicht gegen AFIR verstoßen.

Aus Sicht unserer Initiative bleibt jedoch eine strukturelle Lücke:
Zwischen dem heutigen Rückbau bestehender Infrastruktur und den geplanten AFIR-Zielen bis 2030 fehlen verbindliche Übergangslösungen. Genau hier drohen Versorgungslücken, Vertrauensverlust bei Nutzerinnen und Nutzern sowie die Entwertung bereits eingesetzter öffentlicher Fördermittel.

Die Europäische Kommission kündigt an, die AFIR-Verordnung bis Ende 2026 zu überprüfen. Unsere Initiative setzt sich deshalb weiterhin dafür ein, bestehende Wasserstofftankstellen nicht vorschnell und irreversibel zurückzubauen, solange keine verlässliche Anschlussversorgung gesichert ist - insbesondere an zentralen Verkehrsachsen und TEN-T-Korridoren.







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