10.10.2026, 06:06
https://www.openpetition.de/petition/online/alten-baumbestand-im-sollner-waldfriedhof-erhalten
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, liebe Baumfreunde,
in den letzten Wochen haben wir intensive Überzeugungsarbeit geleistet: Wir konnten persönliche Gespräche mit 5 Stadtratsfraktionen führen und 2 weitere schriftlich über unsere Erkenntnisse informieren.
Die Realität vor Ort: Behördliche Blockade
Gegenüber dem Stadtratskollegium haben wir offengelegt, wie das Baureferat und das Referat für Klima- und Umweltschutz (RKU) Transparenz systematisch erschweren: Anträge auf Akteneinsicht nach dem Umweltinformationsgesetz (BayUIG) werden verschleppt, Kontrolllisten unvollständig vorgelegt und Fotodokumentationen bei Einsichtsterminen verwehrt. Auch die rechtlichen Hürden im Eilrechtsschutz (wie beim Siemenspark) nutzt das Baureferat gezielt aus.
Ernüchternd war: Im Stadtrat löste diese Blockadehaltung kaum Erstaunen aus – man ist das Gebaren des Baureferats schlichtweg gewohnt. Dennoch konnten wir anhand unserer bisherigen Aufdeckungen belegen, dass geschützte Altbäume in großem Stil und meist ohne Rechtsgrundlage gefällt werden und dass Naturschutzgesetze und Artenschutz nicht beachtet werden.
Unsere 5 Kernforderungen an die Politik
Um diese Missstände zu beenden, haben wir den Fraktionen ein konkretes Maßnahmenpaket vorgelegt, hier kurz:
1. Baumerhalt vor Neupflanzung: Priorität für Altbäume und ein sofortiges Fällmoratorium zur Abdeckung versäumter Kontrollen (komplementär zum Münchner Baumentscheid).
2. Umschichtung der Mittel: Verbindliche Verwandlung von 65 % des bisherigen Fällbudgets in ein reines Pflegebudget.
3. Unabhängige Kontrolle: Wiederherstellung der Aufsichtsfunktion des RKU sowie Schaffung einer Baumanwaltschaft und externen Umweltanwaltschaft.
4. Pflege nach Standards & Satzungsanpassung: Strikte FLL-Regelkontrollen und Pflege nach ZTV-Standards statt schneller Kettensägeneinsätze sowie Ausweitung der Baumschutzverordnung auf städtische Flächen.
5. Vergabe & Qualifikation: Abkehr von reinen Fällbetrieben hin zu zertifizierten Baumpflege-Fachbetrieben und Pflichtschulungen für städtische Mitarbeiter.
Aufruf: Initiative „Ehrenamtliche Baumschutzwächter“
Bei diesem Punkt hat sich in den Gesprächen eine echte Chance für eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe eröffnet! Wir können der Stadt damit zeigen: Wir Bürgerinnen und Bürger stellen nicht nur berechtigte Forderungen an die Verwaltung, sondern nutzen auch die Gelegenheit, Hand in Hand mit der Stadt Verantwortung für den Erhalt unserer Bäume zu übernehmen.
Bevor die Stadt die Einführung von ehrenamtlichen Baumschutzwächterinnen und Baumschutzwächtern auf öffentlichen Grünflächen und Friedhöfen offiziell prüft, möchte die Politik von uns wissen: Wie viele Engagierte können wir ad hoc auf die Beine stellen?
Deshalb brauchen wir jetzt genau Euer Signal!
Wie könnte Dein Engagement als Baumschutzwächter/-in aussehen?
• Konkrete Hilfe vor Ort: Unterstützung bei Kontrollen und Pflegeaufgaben im eigenen Viertel (z. B. bedarfsgerechtes Wässern in Hitzeperioden).
• Schulung & Wissen: Praxisnahe Vorbereitung durch Schulungen (in Kooperation mit Naturschutzvereinen wie dem Bund Naturschutz oder Greenpeace).
• Rahmenbedingungen: Kostenfreie Bereitstellung von Material, Erstattung von Fahrt- und Wasserkosten sowie eine vorgesehene Aufwandsentschädigung (analog zu bestehenden Naturschutzwächtern).
(Der zeitliche Aufwand richtet sich stark nach dem Wetter: Bei Regen ist es ruhig, in heißen Sommerphasen brauchen die Bäume Unterstützung).
Hast Du Interesse? Sag mir jetzt unverbindlich Bescheid!
Um der Politik zu beweisen, dass die Bürgerinnen und Bürger bereitstehen, sammeln wir ab sofort alle Rückmeldungen. Bitte gib mir baldmöglichst Bescheid, ob Du Dir eine solche Aufgabe vorstellen kannst.
Deine Rückmeldung ist im ersten Schritt völlig unverbindlich und dient als Nachweis gegenüber der Politik, um das Projekt ins Rollen zu bringen. Sobald die Initiative startet, informiere ich Dich über die weiteren Details.
Ich freue mich sehr auf Eure Rückmeldungen und Euer Engagement für unsere Stadtbäume, weil wir schnell handeln müssen!
Herzliche Grüße
Eure Baumschützerin
Rossy Riszterer