09.10.2026, 03:57
Hallo Leute
Die NRZ hat bereits am Dienstag ausführlich über unser Treffen mit Bürgermeister Haarmann und der Verwaltung berichtet. Da ich, wie die meisten von uns, beruflich stark eingebunden bin und diese Initiative in meiner Freizeit stemme, melde ich mich erst heute mit einem transparenten Update dazu.
Zuerst das Positive: Es war ein sachlicher Austausch auf Augenhöhe. Wir konnten unsere kaufmännische Sichtweise und die existenziellen Nöte der Familien glasklar platzieren.
Der Bürgermeister zitiert mich in der Presse damit, dass wir für die Petition bewusst polarisierende Formulierungen gewählt haben. Absolut richtig, dazu stehe ich zu hundert Prozent! Wenn eine Kommune Familien mit massiven OGS-Steigerungen von 66 Prozent konfrontiert und im Extremfall – wie von der FDP offiziell errechnet – Mehrbelastungen von bis zu 7.000 Euro jährlich im Raum stehen, hilft kein leises Flüstern mehr. Wir mussten laut sein. Unsere mittlerweile über 1.300 Unterschriften zeigen mehr als deutlich, dass dies kein Selbstzweck war, sondern ein echter Notruf der Mitte.
Wir sind uns mit Herrn Haarmann in einem zentralen Punkt völlig einig: Bund und Land lassen die Kommunen im Stich und verletzen das Konnexitätsprinzip. Sie bestellen teure Leistungen, bezahlen sie aber nicht. Dennoch bleibt unsere Haltung klar: Es kann nicht die Lösung sein, dieses politische Versagen am Ende immer beim schwächsten Glied abzuladen. Wie fatal das System ist, sehen wir genau heute. Während wir noch über explodierende Kita- und OGS-Gebühren streiten, titelt die NRZ bereits den nächsten Hammer und kündigt an, dass die Grundsteuer B auf über 1000 Prozent steigen soll.
Ob über Kita-Gebühren für Familien oder über die Grundsteuer für alle Eigentümer und Mieter – am Ende ist der Bürger immer der Ausfallbürge für alles. Es ist ein Teufelskreis, der das Leben in Voerde Stück für Stück weniger attraktiv macht.
Genau diese finanzielle Not untermauert unsere Kernforderung. Wenn die Kassen so leer sind, dass man Familien existenziell belastet und die Grundsteuer in solche Höhen jagen muss, dann ist es eine wirtschaftliche Selbstverständlichkeit, dass alle freiwilligen Millionen-Investitionen zwingend auf den Prüfstand müssen. Gesetzliche Pflichtaufgaben wie die Kinderbetreuung gehen vor freiwilligen Bauprojekten wie dem geplanten 20-Millionen-Kombibad. Wenn das Geld nicht reicht, gilt eine klare Priorisierung der Daseinsvorsorge.
Der Ball liegt nun bei der Politik. Ein kleiner Teilerfolg durch den Kompromiss der Fraktionen ist zwar da, aber die Belastung für die arbeitende Mitte ist nach wie vor viel zu hoch. Wir werden die anstehenden Ratsentscheidungen ganz genau beobachten. Wir bleiben sachlich, wir bleiben kaufmännisch und vor allem: Wir bleiben dran.
Danke für Euren massiven Rückenwind!
Euer Basti