Bis zur Wahl wird es einen Blog geben. Er beschreibt die Entwicklung der Johannisfreiheit von 1011 bis heute. An jedem Wochenende wird ein neues Kapitel hinzugefügt. Er ist vor allem an diejenigen gerichtet, die Geschichte bislang als langweilige und staubtrockene Archivarbeit angesehen haben ;-). Geschichtserzählung etwas anders, hier geht's zum Blog
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer der Petition gegen die Neumarktumfahrung über die Johannisfreiheit, eine Gruppe Osnabrücker Historiker hat beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege eine Erweiterung des Denkmalschutzes an der Johannisfreiheit beantragt. Konkret handelt es sich um
die Erweiterung der unter Denkmalschutz stehenden Gruppe baulicher Anlagen „Johannisfreiheit“ um das Neustädter Rathaus und um Teile der Wegeverbindung „Johannisfreiheit“ und
die Anerkennung der Wegeverbindung Johannisfreiheit als Einzeldenkmal.
Die Wegeverbindung Johannisfreiheit ist die Raumkante der ersten Siedlungsfläche der Neustadt. Es ist einzigartig in Osnabrück und auch überregional bedeutungsvoll, dass man diese Siedlungsfläche im heutigen Stadtbild noch als multifunktionalen mittelalterlichen Zentralort erkennt. Damit wird nicht in Frage gestellt, dass die Altstadt von Osnabrück älter ist. Der Marktplatz mit dem Rathaus des Westfälischen Friedens entstand jedoch wesentlich später. Auch die Domsfreiheit wurde im Laufe der Geschichte umgestaltet. Nur die Johannisfreiheit zeigt die Raumaufteilung aus der Zeit um 1011, als das Stift St. Johann gegründet wurde. Die Antragsteller verweisen in ihren Anträgen auf den Bebauungsplan B-73, der 1994 grundlegend geändert wurde. Er schreibt bis heute die Verkehrsberuhigung und das Durchfahrtsverbot als Grundkonzeption für diesen Bereich fest. Diese planungsrechtliche Festschreibung sichert den Schutz der Krankenhäuser vor den Einflüssen des Verkehrs und den historischen Kern der Neustadt als kulturgeschichtliches Erbe im Stadtbild langfristig ab. Im Gegenzug wurden die mittelalterlichen Strukturen im weiteren Umfeld der Johanniskirche für die Bebauung durch die Krankenhäuser freigegeben. Dieser heute noch rechtlich gültige Kompromiss wurde vom damaligen Stadtrat mit großer Mehrheit verabschiedet. Er wird nach Ansicht der Antragsteller im aktuell diskutierten Ratsbeschluss nicht berücksichtigt. Denn die Umwidmung zu einer Bustrasse verändert die Verkehrssituation an der Johannisfreiheit grundsätzlich. Auch die derzeit gültige Freigabe für den Buslinienverkehr bezieht sich auf Ersatzrouten bei Baumaßnahmen und nicht auf eine dauerhafte Nutzung. Der Ratsbeschluss widerspricht damit nach Ansicht der Antragsteller dem planungsrechtlich langfristig festgeschriebenen Schutz der Johannisfreiheit und der Krankenhäuser. Die Johannisfreiheit wurde vor 25 Jahren mit Hilfe von Planungswettbewerben neu gestaltet. Trotz erkennbarer Alterung wird sie bis heute von Bürgerinnen und Bürgern, von Besuchern der Stadt und der Krankenhäuser als schöner und historisch wertvoller innerstädtischer Rückzugsort wahrgenommen. Das soll so bleiben. Die Zustimmung zu unserer Petition wächst kontinuierlich. Aber die Anzahl der Unterschriften reicht noch immer nicht aus. Die Politik verfolgt ihre Pläne zur Verlagerung von 730 Bussen täglich vom Neumarkt auf die Johannisfreiheit weiter. Je mehr Menschen von unseren Anträgen wissen, desto stärker wird unser Anliegen wahrgenommen. Bitte leiten Sie diese Information gerne weiter. Mit freundlichen Grüßen Marius Meinert Für Ihr/Euer Petitionsteam Kernstadt-OS
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer der Petition gegen die Neumarktumfahrung,
die Argumente gegen eine Bustrasse durch die Johannisfreiheit haben auch viele Ärzte und Ärztinnen überzeugt, die eine Belastung der Krankenhäuser Marienhospital und Christliches Kinderhospital ablehnen. Geplant ist nach aktuellem Stand, unmittelbar an beiden Krankenhäusern entlang bis zu 800 Busse täglich zu führen - das wäre ca. ein Bus pro Minute!.
Welche Gefahren und medizinischen Folgen zu befürchten sind, haben jetzt vierzehn Ärzte in einem Offenen Medizinerbrief zusammengefaßt. Potenziell betroffen wären viele Tausend Patienten, darunter die jährlich über 5000 besonders schutzbedürftigen Patienten im Kindesalter im Kinderhospital. Ebenso betroffen ist das Hospiz.
Bitte leiten Sie diese Information auch in Ihrem Umfeld weiter, wenn Sie eine Möglichkeit sehen!
Die Zustimmung zu unserer Petition wächst kontinuierlich und wir wissen, dass die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker das aufmerksam beobachten. Aber es gibt immer noch zu viele Menschen in Osnabrück, denen diese Planung und ihre negativen Folgen nicht bekannt sind. Jede Weiterleitung und jede zusätzliche Unterschrift ist wertvoll, um den Druck auf die Politik weiter zu erhöhen und diese Planung zu verhindern!
Freundliche Grüße von Ruth Hammerbacher Initiative Zukunft Kernstadt Osnabrück
Jedem Mitglied des Parlaments wird hiermit die Möglichkeit gegeben, sich direkt an seine Bürger und Bürgerinnen zu wenden. Aufgrund der relevanten Anzahl an engagierten und betroffenen Bürgern aus einer Region, steht das jeweilige Parlament als repräsentative Instanz in einer politischen Verantwortung und kann durch Stellungnahme zu einem offenen Entscheidungsfindungsprozess beitragen.
Öffentliche Stellungnahmen des Parlaments ergänzen das geordnete Verfahren der Petitionsausschüsse der Länder und des Bundestags. Sie sind ein Bekenntnis zu einem transparenten Dialog auf Augenhöhe zwischen Politik und Bürgern.
Was können Sie tun?
Bleiben Sie auf dem Laufenden, verfolgen Sie in den nächsten Tagen die eintreffenden Stellungnahmen.
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