Umwelt

Der Wald gehört den Bürgern! Gegen die Rodung von 30.000 m² Wald in Saarbrücken-Gersweiler

Petent/in nicht öffentlich
Petition richtet sich an
OberbürgermeisterIn Landeshauptstadt Saarbrücken, Stadtrat Saarbrücken, Regionalverband Saarbrücken
4.444 Unterstützende 2.737 in Regionalverband Saarbrücken

Dialog abgeschlossen

4.444 Unterstützende 2.737 in Regionalverband Saarbrücken

Dialog abgeschlossen

  1. Gestartet 2019
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog
  5. Beendet

02.01.2021, 20:18

Liebe Unterstützern, lieber Unterstützer,
anbei möchten wir euch gerne über den aktuellen Stand der Dinge informieren:

Der Monat Dezember war - nicht nur wegen Corona- kein guter Monat für unseren 3 Hektar großen Wald, seine Flora und Fauna und für die Menschen, die jetzt und in Zukunft hier leben.
Erst hat das zuständige Gremium des Regionalverbandes der Umwandlung des Waldes in ein Gewerbegebiet zugestimmt. Dann hat die Jamaika-Koalition den Saarbrücker Bürgerinnen und Bürgern mit der Veröffentlichung des Bebauungsplans kurz vor Weihnachten ein mehr als zweifelhaftes Geschenk unter den Tannenbaum gelegt.

Es scheint so, als wären die kritischen Stimmen und Appelle hier im Gersweiler Wald einfach so verhallt. Deswegen haben wir (gemeinsam mit vielen MitstreiterInnen)
eine Mahnwache organisiert. Und wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass der Wald und die Natur hier und insgesamt in Saarbrücken und im Regionalverband besser geschützt werden.

Weder die mehr als 4400 Unterschriften, noch die zahlreichen Stellungnahmen und Einwendungen gegen den Bebauungsplan „Krughütter Straße“ haben offensichtlich zu einem Umdenken bei den verantwortlichen Köpfen von Politik und Wirtschaft geführt. “Vertretbar” sei eine geplante Abholzung, so konnte man es stattdessen immer wieder aus dem Saarbrücker Schloss und aus dem Rathaus hören. Wer eine solche Haltung vertritt, verweigert sich, aus welchen Gründen auch immer, weiterhin der Realität!
Denn Fakt ist und bleibt: der Verlust der naturnahen Waldfläche an der Krughütterstrasse wird erhebliche Negativauswirkungen auf die Natur und auf die Gesundheit der Anwohner haben!

Und der Verlust des gewachsenen, historischen Waldes kann auch nicht an anderer Stelle ausgeglichen werden: denn was weg ist, ist weg! Bis ein Wald gewachsen ist, der nur annähernd die Ökoleistung (CO2-Speicher, Brutraum und Winterquartier, Produzent von kühler und frischer Luft etc.) erbringt, vergehen mindestens 70 Jahre!

Um es noch einmal ganz deutlich zu sagen: für die BI Pro Wald steht außer Frage, dass die aktuelle Situation durch Corona einen besonnenen Umgang mit Wirtschaftsinteressen nötig macht. Aber das muss nachhaltig und innerhalb der ökologischen Grenzen geschehen. Von einem Ausgleich zwischen wirtschaftlichen Interessen und Belangen der Natur und Umwelt kann indes an der Krughütter Straße keine Rede sein. Darüber können einige kleine „kosmetischen Veränderungen“ an den Plänen nicht hinwegtäuschen.

Was hier womöglich demnächst auf Biegen und Brechen umgesetzt werden soll, ist weder ökologisch noch sozial nachhaltig und auf mehreren Ebenen ein Versagen in Sachen Umweltpolitik:

• Nicht nur auf der großen weltpolitischen Bühne oder auf Bundesebene, sondern auch auf der lokalen Ebene (in unserer Stadt/in unserem Regionalverband) sind die Politiker zum Schutz der Umwelt nicht nur berechtigt, sondern sogar verpflichtet (Art 20a GG). Dieser Verantwortung werden sie hier in diesem Wald nicht gerecht!

• Statt nachhaltige Bauplanung zu betreiben, wird viel zu oft der Weg des geringsten Widerstandes gewählt. Natürliche Flächen werden geopfert werden, statt Brachflächen oder Baulücken zu nutzen.

• Unsere Mitstreiterinnen in den verschiedenen BI's in Riegelsberg, Dudweiler, Scheidt oder Kleinblittersdorf machen in den letzten Monaten genau wie wir immer wieder die Erfahrung, wie ungleich der Zugang zu den politischen Entscheidungsprozessen ist…und dass, obwohl sich die Jamaika-Koalition zu Beginn ihrer Zusammenarbeit darauf festgelegt hat, dass Saarbrücken eine "echte Mitmachkommune" (Originalzitat von S.29) werden soll. Wie sieht die Realität stattdessen aus?? Historisch gewachsene Netzwerke zwischen der Wirtschaft und der Politik verhindern, dass die Interessen des Gemeinwohls wirklich wahrgenommen und wirksame Umweltpolitik betrieben wird!

Aber wie die Mahnwache gezeigt hat: WIR KÄMPFEN WEITER! BIS DER LETZTE BAUM GEFÄLLT IST, GEBEN WIR NICHT AUF!


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