• Stellungnahme der Elterninitiative zur Petition:

    at 07 Jun 2015 22:11

    Wenn man den Darstellungen der offiziellen Stellen zuhört, bekommt man den Eindruck: Es ändert sich nichts, es bessert sich eher einiges.

    Warum wehren wir uns dagegen?

    1. Akzeptanz nicht gegeben – sinkende Schülerzahlen – keine reinen Sprachklassen mehr:
    Bundesweit wehren sich Eltern, genau wie in Eisenbach und Miltenberg, gegen die Umwandlung reiner Sprachheilschulen in allgemeine Förderzentren.
    Es wird immer wieder von Seiten der Caritas versichert, dass reine Sprachklassen in jedem Fall erhalten bleiben werden. Aber: Es gibt sowohl in Eisenbach als auch in Miltenberg jeweils nur eine einzige Schulklasse in jeder Jahrgangsstufe. Die Akzeptanz eines Förderzentrums ist bei der Elternschaft nicht gegeben. Das war auch in den vergangenen Jahren die Ursache für die vehemente Ablehnung dieser immer wieder angestrebten Umwandlung. Die Schülerzahlen der Sprachkinder werden stark einbrechen. Niemand von uns glaubt den Beteuerungen, dass längerfristig reine Sprachklassen, in denen dann nur ganz wenige Kinder sind, erhalten bleiben!
    Die Caritas verweist auf die geglückte Umsetzung in ihren Förderzentren. Schaut man jedoch genauer nach, so lässt sich feststellen: Bei den fünf Caritas-Schulen gibt es lediglich bei der Irena-Stedler-Schule den Hinweis auf reine Sprachklassen.
    Bei einer Mischung von Kindern mit Sprach, bzw. Lernschwierigkeiten ist dagegen nachgewiesen, dass Kinder mit Sprachproblemen weniger gut gefördert werden als in reinen Sprachheilklassen! Wir haben dazu eine Stellungnahme von Theo Schaus beigelegt. Er ist 1. Vorsitzender der Landesverbands Rheinland der Deutschen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik e.V. (dgs) .
    Er schreibt hierin u.a.: „Der „Schulversuch Förderschule“, sollte von 1994 bis 2000 abklären, wie lernbehinderte, erziehungsschwierige und sprachbehinderte Schüler/innen gemeinsam gefördert werden können. Die im Abschlussbericht des zuständigen Ministeriums (MSWF) dargestellte Auswertung zeigte erhebliche Nachteile für die Kinder mit Förderbedarf im Bereich Sprache auf (.…) Es ist ausdrücklich festzuhalten, dass die (…) Aussagen aus dem offiziellen Abschlussbericht des Ministeriums für Schule stammen und nicht von einem Verband, einer Gewerkschaft oder einzelnen Autoren. Die dgs kritisiert, dass die Ergebnisse dieses Schulversuchs bei den Neuordnungsüberlegungen einiger Kreise weder von den Verwaltungen und Kreispolitkern noch von der Schulaufsicht berücksichtigt wurden. Die Belange der Schülerinnen und Schüler mit spezifischen Sprachentwicklungsstörungen werden zu Gunsten anderer Interessen vernachlässigt.“

    2. Schon sofort keine Möglichkeit der 3. und 4. Klassen mehr für Sprachkinder:
    Keine Veränderungen in Eisenbach und Miltenberg, so die Aussage der Verantwortlichen?
    Bereits sofort nach der Umsetzung des Vorhabens wird es keine 3. und 4. Klasse für Sprachkinder mehr geben! Bis jetzt wurden aus den zwei 2. Klassen in Eisenbach und Miltenberg eine 3. Klasse in Eisenbach gebildet. Diese Möglichkeit wird wegfallen…

    3. Sprachheilpädagogik braucht Professionalität:
    Dies ist eine wichtige Forderung der dgs. Diese Professionalität zeigt sich in der fachspezifischen, wissenschaftlichen Qualifikation, präventiv Bedingungen zu erkennen, die die kindliche Sprachentwicklung gefährden können sowie Unterricht und Therapie so gestalten zu können, dass Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Teilhabe an Erziehung und Bildung und am gesellschaftlichen Leben ermöglicht wird.
    Die langjährigen und erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben das Angebot, weiterhin bei der dann verkleinerten Liebmann-Schule zu bleiben. Das bedeutet, sie werden eben nicht mehr hier mit unseren Kindern arbeiten. Besondere Auswirkungen haben wird das besonders für die Kräfte, die für die Beratung oder die zusätzliche Sprachtherapie zuständig sind, die unsere Kinder neben dem Alltag in SVE und dem Unterricht erhalten.
    Dies gilt auch für die professionelle Weiterbildung in der Sprachheilpädagogik. In der Liebmann-Schule wird das Personal von der Schulleitung, der Fachschaft Sprache, den schulhausinternen, sich 2jährig wiederholenden, Ringvorlesungen sowie z.T. wirklich hochkarätigen Referenten ständig auf dem aktuellen Stand gehalten wird!
    Aktuelles Beispiel ist Frau Dr. Anke Buschmann. Sie hat das Heidelberger Elterntraining zur frühen Sprachförderung für Kinder mit verzögerter Sprachentwicklung mitentwickelt. (Siehe Flyer... www.heidelberger-elterntraining.de/ )
    An der Schule sind darin ausgebildete Fachkräfte, die Eltern dieses Heidelberger Elterntraining anbieten. Frau Dr. Buschmann war und ist immer wieder Referentin, die das an der Schule vorhandene Personal gezielt und auf hohem Niveau weiterbildet!
    Diejenigen, die in der Stötzner-Schule oder Korzcak-Schule dieses Feld übernehmen müssten, besitzen nicht diesen aktuellen und hoch professionellen Wissenstand, wie die Kollegen der Liebmann-Schule!

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