23.01.2026, 15:59
Herr OB Marco Steffens erklärt uns Bürgern, dass einzig ein Gewerbegebiet
„Flugplatzareal“ die wirtschaftliche Prosperität der Stadt absichern kann.
Ja, die Wirtschaft ist wichtig. Und wie wichtig sind uns solch seltener werdende Güter
wie ein schutzwürdiges Flora-Fauna-Gebiet oder das kühlende Potential des
Kaltluftsees auf dem Flugplatzareal?
In einem Gutachten von GEO-NET wird (möglicherweise theoretisch berechnet) eine
nur mäßige Abkühlung durch nächtliche Windströmungen über den Königswald für
Hildboltsweier und Uffhofen aufgeführt. Nach Ihren Aussagen würde eine Bebauung
des Flugplatzes keine negative Rolle spielen. Jeder Offenburger kennt allerdings den
frischen „Kinzigtäler“ Abendwind, der bis ins Zentrum hinein die aufgewärmte Stadt
abkühlt. Er vermag dies unter anderem, weil er noch einigermaßen ungehindert durch
das Kaltluftbecken des Flugplatzareals hindurchstreichen und die Stadt durchlüften
kann. In der stadtklimatischen Analyse von GEO NET spielt der „Kinzigtäler“ jedoch
keine Rolle. Wir denken allerdings, dass dessen Bedeutung im Hinblick auf kommende
Sommer und der Lebensqualität von Kleinkindern, Kranken und älteren Menschen
immer gewichtiger wird.
Ein Gewerbegebiet „Flugplatzareal“ wird trotz gutgemeinter Begrünung nie den Verlust
einer Intakten Naturlandschaft ausgleichen können. Es wird Jahrzehnte dauern, bis
Ausgleichsmaßnahmen, so sie gelingen, ihr berechnetes Potential erreichen können.
Auch wird nichts über die zusätzliche Verkehrsbelastung auf den Zu- und
Abfahrtsstraßen verlautet. Doch der Stau auf B3/33 würde zu Stoßzeiten zunehmen
und auch den Südring stärker belasten. Darunter wird auch die Gesundheit der
betroffenen Bewohner leiden.
Aber wenn doch Raum für Industrie geschaffen werden muss, wieso nicht in einem
verringerten, erträglichen Maße, quasi als Kompromiss? Da böte sich auf Grund des
Standortvorteils die flugaffine Zukunftsbranche an. Avionik mit ihren wissenschaftlich
experimentellen Forschungs- und Start-Up Unternehmen, Simulationszentren, Drohnen-
Dienstleistungen und Lufttaxiverkehr ist ein wachsender Wirtschaftszweige, welcher der
Stadt Zukunftschancen eröffnen könnten.
Und die Weinbauern würden sich über den Erhalt der Hagelflieger freuen, die hier bei
Bedarf jederzeit, wie bisher schon, aufsteigen und schnell Hagelabwehr leisten könnten.
Die Stadt darf ihre Natur nicht preisgeben, solange nicht alle Firmen ihr Potential an
Höhewachstum ausgeschöpft haben oder über Parkplätzen auf zweier Ebene und mehr
Gewerberäume gebaut worden sind.
Mit freundlichen Grüßen, Karl Bäuerle
für den „Arbeitskreis Autobahnzubringer-Süd“