05.02.2026, 05:47
Rolf Leonhardt ist eine der Speerspitzen im Kampf für den Erhalt des Offenburger Flugplatzes. Sein Einsatz begann im Jahr 2000, als er in den "Bumerang" eingezogen ist. "Ich konnte von der dortigen Penthouse-Wohnung wunderbar auf das Flugplatz-Areal sehen, und es wollte mir nicht in den Kopf gehen, wieso die Stadt diese wunderbare Infrastruktur zunichtemachen will", erzählt er. Der 76-Jährige begann Gespräche mit Fliegern, Vertretern der Firmen am Flugplatz und Flugfreunden zu führen und gründete seine Bürgerinitiative Pro Flugplatz Offenburg (www.proflog.de). Er startete eine Unterschriftensammlung und bekam rund 7000 Unterschriften von Offenburgern für den Erhalt zusammen.
Aktuell läuft eine weitere "Open Petition", an der sich rund 4200 Menschen, auch über Offenburg hinaus, beteiligt hätten. Insgesamt habe er somit mehr als 11.000 Unterschriften für den Erhalt des Flugplatzes zusammenbekommen.
"Ich bin gebürtiger Offenburger und sehe in den letzten 20, 30 Jahren die ganzen Fehlentscheidungen in Offenburg", begründet Leonhardt seinen Einsatz für den Flugplatz, dessen Wegfall er für einen Fehler hält. Er sei übrigens nicht gegen ein Gewerbegebiet, merkt er an. Nur müsse man dieses eben mit dem Erhalt des Flugplatzes verbinden: "Machbar ist alles, wenn man etwas Wille zeigt."
Es ärgert ihn, dass der OB "das letzte Tafelsilber der Stadt Offenburg verkaufen will". So manches Argument, das dafür vorgebracht wird, gefällt ihm nicht: "Ein umweltfreundliches Gewerbegebiet gibt es in 100 Jahren nicht." Von einem Flugplatz mit grünem Erlebnispark hätten hingegen alle etwas.
Dass am 8. März ein Bürgerentscheid stattfindet, wertet der 76-Jährige als "Etappensieg". Er selbst habe diesen Vorschlag über die Freien Bürger Offenburg (FBO) eingebracht und freue sich, dass OB Steffens dies aufgegriffen habe. "Es ist wichtig, dass der Bürger die Entscheidung trifft", betont er. Und wie geht es aus? "Die Chancen stehen 50:50", rechnet er mit einem knappen Ausgang. ⇒cw
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