Noch 6 Tage

Für ein faires Rentensystem – ALLE müssen endlich in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen

Petition richtet sich an:
Deutscher Bundestag

42.118 Unterschriften

100 %
41.183 von 30.000 für Quorum in Deutschland Deutschland

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  1. Gestartet Dezember 2025
  2. Sammlung noch 6 Tage
  3. Einreichung
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung
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Neuigkeiten

14.08.2026, 14:06

Liebe Renten Community,

Seit Jahren hören Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dieselbe Botschaft:

Die Rente wird zu teuer. Wir müssen länger arbeiten. Die „Rente mit 63“ muss weg. Das Rentenalter muss steigen.

Und wieder diskutiert die Politik.
Über 63. Über 65. Über 67. Über 70.
Über Übergangsfristen von zwei, drei oder fünf Jahren.
Was mir in dieser Debatte zunehmend fehlt, ist eine ganz andere Frage:

Wie glaubwürdig ist eine Politik, die den Menschen ständig erklärt, für ihre Altersvorsorge sei nicht genügend Geld vorhanden, während sie an anderer Stelle kaum dieselbe Konsequenz bei der Verwendung von Steuergeldern erkennen lässt?

Aktuell wird beispielsweise über 612 Millionen Euro für Entwicklungsprojekte mit Gleichstellung als Hauptziel diskutiert. Man kann und sollte über den gesellschaftlichen Nutzen solcher Projekte differenziert sprechen. Aber man muss genauso darüber sprechen dürfen, welche Prioritäten ein Staat setzt, der gleichzeitig seinen eigenen Bürgern erklärt, jahrzehntelange Beitragsleistungen seien finanziell kaum noch darstellbar.

Das ist für mich der eigentliche Kern des Problems.

Die Erzählung vom angeblich unbezahlbaren Rentensystem ist zu einfach.
Ein aktueller Faktencheck zur gesetzlichen Rentenversicherung verweist auf bemerkenswerte Zahlen:

1997 entsprachen die Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung rund 10,0 % des BIP, 2003 waren es 10,4 %.
2024: 9,3 %.
Der Beitragssatz liegt heute bei 18,6 % und damit unter früheren Höchstständen von über 20 %.
Auch der Anteil der Bundesmittel an den Einnahmen der Rentenversicherung ist laut dieser Auswertung nicht explodiert, sondern von rund 34 % im Jahr 2003 auf 29 % im Jahr 2024 gesunken.
Natürlich kommt der demografische Wandel. Natürlich brauchen wir Reformen.
Aber diese Zahlen passen nicht zu einer Debatte, in der teilweise der Eindruck entsteht, unsere gesetzliche Rente stehe unmittelbar vor dem finanziellen Kollaps.

Und jetzt soll ausgerechnet die Lebensarbeitszeit wieder die Stellschraube sein?
Besonders kritisch sehe ich die Diskussion über die sogenannte „Rente mit 63“.
Schon der Begriff führt inzwischen in die Irre.
Wer 45 Versicherungsjahre erreicht, kann keineswegs generell mit 63 abschlagsfrei in Rente gehen. Für jüngere Jahrgänge steigt die Altersgrenze bereits schrittweise – für ab 1964 Geborene liegt sie bei 65 Jahren.
Trotzdem wird nun darüber diskutiert, auch diese Möglichkeit abzuschaffen.
Man muss sich einmal vor Augen führen, worüber wir reden:

45 Jahre.
45 Jahre arbeiten.
45 Jahre Beiträge zahlen.
45 Jahre dieses Land wirtschaftlich mittragen.
Und anschließend erklären wir diesen Menschen, dass selbst das möglicherweise nicht mehr reicht?

Gleichzeitig bleibt eine zentrale Strukturfrage nahezu unangetastet.
Warum zahlen Arbeitnehmer selbstverständlich in die gesetzliche Rentenversicherung ein, während große Gruppen weiterhin außerhalb dieses gemeinsamen Systems stehen?
Warum diskutieren wir zuerst darüber, wie lange Arbeitnehmer noch länger arbeiten müssen, bevor wir ernsthaft darüber entscheiden, wer überhaupt in dieses System einzahlen sollte?

Genau deshalb fordert meine Petition:
ALLE Erwerbstätigen müssen perspektivisch in ein gemeinsames gesetzliches Alterssicherungssystem einzahlen.
Arbeitnehmer.

Was mich inzwischen am meisten stört: Es wird diskutiert – aber nicht entschieden.

Rentenniveau.
Bundeszuschuss.
Rente mit 63.
Rente mit 67.
Rente mit 70.
Aktivrente.
Kapitaldeckung.
Beamtenpensionen.

Kommissionen werden eingesetzt. Vorschläge werden präsentiert. Parteien widersprechen sich. Neue Übergangsfristen werden diskutiert.

Aber wo ist endlich die große strukturelle Entscheidung?
Deutschland braucht keine 25. Rentendebatte. Deutschland braucht den politischen Mut, das System grundsätzlich neu zu ordnen.
Und dazu gehört für mich auch eine ehrliche Diskussion über Staatsausgaben.
Wer Arbeitnehmern erklärt, dass für ihre Rente nach 45 Beitragsjahren das Geld knapp wird, muss gleichzeitig überzeugend erklären können, warum jeder andere Euro staatlicher Ausgaben wichtiger und richtig eingesetzt ist.

Das ist keine Forderung nach einem Ende von Entwicklungshilfe.

Es ist eine Forderung nach Prioritäten, Transparenz und Glaubwürdigkeit.
Denn die gesetzliche Rente ist kein Geschenk des Staates.

Millionen Menschen finanzieren sie jeden Monat aus ihrem Arbeitseinkommen.
Bevor wir diesen Menschen immer neue Belastungen zumuten, sollten wir endlich über das sprechen, was seit Jahren politisch umgangen wird:

Wer trägt unser Alterssicherungssystem eigentlich – und warum tragen es nicht alle gemeinsam?
Genau deshalb habe ich meine Petition gestartet:

„Für ein faires Rentensystem – ALLE müssen endlich in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.“
Bereits mehr als 41.700 Menschen unterstützen diese Forderung - herzlichen Dank

Vielleicht ist das eigentliche Problem unserer Rente nicht, dass Deutschland keine Lösungen hätte.

Vielleicht fehlt schlicht der politische Mut, sie umzusetzen.

In diesem Sinne bleiben Sie positiv - wie Ich

Herzliche Grüße

Ihr Tobias / #rententobi


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