01.08.2026, 09:08
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, liebe Baumfreunde,
nach intensiven Recherchen und der Auswertung mühsam erwirkter Akteneinsichten zu den massenhaften Fällungen auf öffentlichen Grünflächen, Friedhöfen sowie in Landschaftsschutzgebieten (LSG) und Biotopen in München liegen nun handfeste Beweise für systemische Willkür und Rechtsverstöße vor. Diese Belege liefern eine solide Basis für gerichtliche Schritte!
Die Auswertung offenbart folgende Hauptprobleme:
- Rechts- & Transparenzverstöße: Unvollständige Akteneinsicht nach dem BayUIG, fehlerhafte Meldeberichte an die BAs, Missbrauch der Pflege-Ausnahme (§ 4 BaumSchV) und rechtswidrige Eingriffe auf Fremdgrund.
- Fehlender Naturschutz & Artenschutz: Unberechtigte, genehmigungsfreie Fällungen in LSGs/Biotopen, Verstöße gegen die Vogelbrutzeit und vorgeschobene Verkehrssicherungspflichten in Waldarealen.
- Fachliche Mängel & manipulierte Befunde: Regelwidrige FLL-Kontrollen sowie mutmaßlich fiktive Angaben zum Kronenzustand zur Rechtfertigung von Eschenfällungen.
- Fragwürdige Praxis & irreführende Bilanzen: Hohe Dunkelziffer bei Fällungen, Schönfärberei der Baumbilanz durch die Einberechnung von Sämlingen und die Vergabe exzessiver Rückschnitte an reine Fällfirmen.
Der nächste Schritt: Eilantrag bei Gericht
Besonders eklatant: Die geforderten Kontrollberichte – wie etwa für den Siemenspark – werden mir trotz Dienstaufsichtsbeschwerde bis heute vorenthalten; andere Unterlagen wurden nur unter enormen Hürden herausgegeben.
Um diesen Zustand zu beenden und Fällungen zu stoppen, ist als nächster Schritt ein Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung (Eilantrag) beim Verwaltungsgericht erforderlich.
Da auch später weitere juristische Schritte dringend notwendig sind, habe ich – wie von einigen von Euch vorgeschlagen – ein Crowdfunding ins Leben gerufen, um die anfallenden Verfahrenskosten zu stemmen:
Transparenzversprechen: Jeder Cent fließt direkt in die Gerichtskosten dieses Eilverfahrens. Sollten wir gewinnen und die Stadt zur Kostenerstattung verpflichtet werden, werden alle überschüssigen Spenden zweckgebunden für den lokalen Baumschutz und zukünftige Naturschutz-Aktionen in unseren Vierteln verwendet.
Professionelle Hilfe & Politische Initiative
Zwar könnte ich den Eilantrag theoretisch selbst einreichen, juristischer Beistand verleiht der Sache jedoch deutlich mehr Gewicht und Nachhaltigkeit. Wenn Ihr selbst im Umweltrecht tätig seid oder Anwälte seid oder kennt, die uns unterstützen möchten, meldet Euch bitte direkt bei mir!
Parallel dazu habe ich mit Unterstützung von Greenpeace damit begonnen, Mitglieder des Münchner Stadtrats zu kontaktieren. Unser Ziel: Nach den Sommerferien muss das Thema auf die Tagesordnung des Stadtrats, damit noch in diesem Herbst verbindliche Änderungen zum Schutz unseres alten Baumbestands beschlossen werden.
Erste Erfolge & Aufruf zur Fotodokumentation!
Unsere Arbeit zeigt bereits Wirkung: Das Gartenbaureferat beginnt derzeit (z. B. in der Schönstraße, im Siemenspark und im Waldfriedhof), Bäume in ein Baumkataster aufzunehmen – eine Praxis, die bisher stets verweigert wurde.
Doch Vorsicht: Wir müssen genau hinschauen, ob dies nur eine Beruhigungspille ist. Nummerierte Bäume dürfen im Herbst keinesfalls einfach mit einem blauen Punkt zur Fällung freigegeben werden!
Bitte helft weiterhin mit:
- Bitte beobachtet die Grünflächen und Schutzgebiete in Eurer Umgebung aufmerksam.
- Macht Fotos von Kennzeichnungen, Baumzuständen und Fällungen (mit Datum und genauer Ortsangabe).
Vielen Dank für Euren großartigen Einsatz und Eure Unterstützung – für die Münchner Bäume und unsere Lebensqualität in der Stadt!
Herzliche Grüße
Eure Baumschützerin
Rossy Riszterer