26.09.2026, 05:36
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, liebe Baumfreunde,
leider ist der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung zur Herausgabe der geforderten Kontrollberichte für den Siemenspark – den ich dank Eurer sofortigen Unterstützung im Crowdfunding stellen konnte – nicht durchgegangen. Selbst gegenüber dem Verwaltungsgericht beruft sich das Baureferat (Gartenbau) auf formalrechtliche Gründe, nämlich die Vorwegnahme der Hauptsache im Eilverfahren (die Hauptsache wäre hier die endgültige Herausgabe der Kontrollberichte). Das Gericht ist dieser Argumentation gefolgt und hat die inhaltlichen Gründe nicht geprüft. Es wurde somit nicht untersucht, dass hier Abteilungsleiter und Rechtsbeistände des Referates nur Scheinangebote machen und ihr Wort brechen.
Das ist ein weiterer beängstigender Baustein unter den vielen Rechts- und Pflichtverletzungen der Referate beim Baumschutz auf öffentlichen Grünflächen in München.
Wir werden nun dennoch versuchen, das Scheinangebot einer Videokonferenz zu nutzen, um Einblick in diese (anzunehmenderweise nicht korrekten) Kontrollberichte zu erhalten.
Die restlichen Mittel aus dem Crowdfunding werde ich für weitere anstehende gerichtliche Schritte bereithalten (auch wenn sie nicht vollumfänglich ausreichen werden). Zudem stehe ich im Austausch mit weiteren Umweltorganisationen in der Hoffnung, hier zusätzliche Unterstützung zu gewinnen.
Als nächsten Schritt haben Greenpeace München und ich Gespräche mit zahlreichen Stadtratsfraktionen geführt, um Unterstützung zu organisieren, Missstände aufzudecken und baldige Gegenmaßnahmen für mehr Baumschutz einzufordern. Wir haben bisher bei allen Fraktionen Interesse und die Absicht zum Handeln wahrgenommen. Es stehen jedoch noch weitere Termine aus, weshalb ich derzeit noch nicht über konkrete Beschlüsse berichten kann. In diesen Gesprächen machen wir auch unmissverständlich klar, dass es ein untragbarer Zustand ist, dass die Münchner Baumschutzverordnung bislang nur für Privatgrundstücke gilt. Das ist einer der Hebel, der dringend angepackt und umgesetzt werden muss, damit die Stadt bei ihren eigenen Flächen denselben strengen Maßstab anlegt.
Aus den Gesprächen hat sich jedoch klar gezeigt: Das effektivste Mittel gegenüber den Referaten ist es, den öffentlichen Druck unvermindert aufrechtzuerhalten.
Das Gartenbaureferat hat in den von mir beobachteten Gebieten bereits in den Sommerferien begonnen, Bäume mit blauen Punkten zu kennzeichnen – selbst solche, die erst kurz zuvor in das Baumkataster aufgenommen wurden. Hier benötigen wir jetzt dringend Fotos aus dem Frühjahr und Sommer, die belegen, dass sich viele dieser Bäume in einem guten Zustand befinden. Ich habe bereits umfangreiche Fotodokumentationen angefertigt und hoffe, Ihr wart ebenfalls fleißig!
Im Oktober werden die Trupps vermehrt ausrücken, um weitere blaue Punkte zu verteilen. Wir werden für jeden markierten Baum den Nachweis der Standunsicherheit einfordern. Dafür sind Eure Fotos zwingend notwendig.
Wer mir noch Fotos von Bäumen übermitteln möchte – hier zur Erinnerung:
Bitte ladet Eure Fotos zur Baumdokumentation unter dem unten stehenden Link hoch. Die korrekte Dateibenennung ist dabei besonders wichtig für die spätere Zuordnung. Hier einige Beispiele aus meiner Dokumentation:
- Format 1: Fortlaufende Nummer_Straße_Hausnummer (oder Laterne)_Datum_Name
- Beispiel: 01_Schön_90_L805_18062026_Riszterer.jpg
- (Hinweis: Bei gegenüberliegender Straßenseite gerne gg. vor der Haus- oder Laternennummer angeben. Der Name ist optional, aber hilfreich für spätere Rückfragen).
- Format 2 (falls der Baum ein kleines rechteckiges Nummernschild hat):
- Ort_Straße_Hausnummer_Abschnitt_Baumnummer_Datum_Name
- Beispiel: Waldfriedhof_Solln_G27_B00029_28052026_Riszterer.jpg
Meine Cloud „Baumfotos München 2026“ findet Ihr hier:
https://cloud.wechange.de/s/RbxKLqfrKMoZT5A
Falls Ihr Fragen habt, meldet Euch gerne jederzeit.
So viel zum aktuellen Stand – ich melde mich wieder, sobald es Neuigkeiten gibt.
Bleibt wachsam und laut! Und verbreitet unser Wissen und die Petitionen weiter.
Herbstliche Grüße
Eure Baumschützerin
Rossy Riszterer