Gerechte Menstruationspolitik

Petent/in nicht öffentlich
Petition richtet sich an:
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

1.586 Unterschriften

5 %
1.516 von 30.000 für Quorum in Deutschland Deutschland

1.586 Unterschriften

5 %
1.516 von 30.000 für Quorum in Deutschland Deutschland
  1. Gestartet 12.08.2026
  2. Sammlung noch > 4 Monate
  3. Einreichung
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung
Persönliche Daten
 

Ich bin einverstanden, dass meine Daten gespeichert werden. Diese Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.

Neuigkeiten

21.08.2026, 01:40

Die bisherigen Forderungen bekämpfen die alltäglichen Folgen und Symptome der Benachteiligung. Für eine nachhaltige Lösung müssen wir das Problem jedoch an der Wurzel packen: der eklatanten Wissenslücke in der Medizin bezüglich des weiblichen Körpers (Gender Data Gap). Ursachenbekämpfung statt Symptomverwaltung: Ausgleichstage und Freistellungen sichern die akute Lebensqualität. Ohne staatliche Investitionen in die Erforschung von Erkrankungen wie Endometriose oder PMDS bleiben Betroffene jedoch dauerhaft auf bloße Schmerzlinderung angewiesen, statt echte Therapien zu erhalten. Gleichberechtigung in der Wissenschaft: Der weibliche Körper wurde in der medizinischen Forschung jahrzehntelang vernachlässigt. Eine gezielte Forschungsförderung ist das notwendige Fundament, um Fehldiagnosen zu beenden und rechtliche sowie soziale Maßnahmen wissenschaftlich abzusichern.


Neuer Petitionstext:

Kostenlose Bereitstellung im öffentlichen Raum & am Arbeitsplatz: Binden, Tampons und nachhaltige Menstruationsprodukte müssen in allen öffentlichen Gebäuden, Bildungseinrichtungen, Behörden und an allen privaten Arbeitsstätten kostenfrei, anonym, leicht zugänglich und geschlechtsinklusiv auf den Sanitärräumen bereitgestellt werden.

Staatliche Preisdeckelung & Subventionen im Einzelhandel: Zur wirksamen Bekämpfung von Periodenarmut ("Period("Period Poverty")Poverty") im Alltag soll der Staat gezielte Handelssubventionen einführen, um die Verkaufspreise für Menstruations- und Hygieneartikel im Einzelhandel dauerhaft und verlässlich zu deckeln.

Bezahlte, attestfreie Ausgleichstage bei Beschwerden: Schaffung eines gesetzlichen Anspruchs auf bis zu 12 bezahlte, stundenweise nutzbare Ausgleichstage pro Kalenderjahr bei physischen (z. B. Dysmenorrhö, Endometriose) oder mentalen (z. B. PMDS, angst- oder depressionsfördernde hormonelle Schwankungen) Beschwerden. Für die Inanspruchnahme der Ausgleichstage muss eine unverzügliche Selbsterklärung genügen. Ein ärztliches Attest darf auch bei bestehenden Tag-1-AU-Pflichten im Betrieb nicht verlangt werden. Es dürfen keinerlei Diagnosen, Symptom- oder Zyklusdaten erfasst werden.

Staatlicher Umlageausgleich (Anti-Diskriminierungsschutz): Die Lohnfortzahlung an Ausgleichstagen wird für Arbeitgeber vollständig über ein bundesweites Erstattungsverfahren (analog zum Aufwendungsausgleichsgesetz / U2-Umlagesystem) ausgeglichen. Dadurch entstehen Unternehmen keine direkten Mehrkosten, was Arbeitsmarktnachteile für Betroffene wirksam verhindert.

Enttabuisierende Schulaufklärung: Verbindliche Verankerung von umfassender Zyklus- und Menstruationsgesundheit in allen schulischen Lehrplänen für alle Geschlechter – inklusive der Aufklärung über Erkrankungen (Endometriose, PMDS), den Umgang mit Produkten sowie den Abbau von Stigmata und Mobbing.

Gezielte Forschungsförderung & Beseitigung des „Gender Data Gap“: Auflegung eines bundesweiten, langfristigen Sonderforschungsfonds für Frauengesundheit und geschlechtersensible Medizin. Der Staat muss die universitäre und klinische Erforschung frauenspezifischer Erkrankungen (wie Endometriose, Adenomyose, PMDS, PCOS) sowie zellulärer, hormoneller und pharmakologischer Besonderheiten des weiblichen Körpers massiv ausbauen. Zudem sind gender-spezifische Wirkungsanalysen bei Medikamentenzulassungen und klinischen Studien verpflichtend gesetzlich vorzuschreiben.



Neue Begründung:

Menstruation ist ein biologischer Prozess, der jeden Monat Millionen Menschen in Deutschland betrifft. Dennoch begegnet die Gesellschaft dem Thema noch immer mit Tabus, ungleicher finanzieller Belastung und rechtlicher Unschärfe am Arbeitsplatz und in Schulen.

1. Periodenarmut und fehlende Infrastruktur bekämpfen: Menstruationsartikel sind keine Luxusgüter, sondern unverzichtbare Hygieneartikel des täglichen Grundbedarfs. Dass Tampons und Binden auf öffentlichen und betrieblichen Toiletten im Gegensatz zu Toilettenpapier oder Seife meist fehlen, ist eine Benachteiligung. Zudem führen gestiegene Lebenshaltungskosten dazu, dass einkommensschwache Haushalte an notwendiger Hygiene sparen müssen. Kostenlose Angebote in öffentlichen Gebäuden und staatlich subventionierte, gedeckelte Preise im Handel schaffen verlässliche Abhilfe und sichere Teilhabe am öffentlichen Leben.

2. Medizinische Realität anerkennen – Physisch und Mental: Schwere menstruations- und zyklusbedingte Beschwerden schränken die Arbeits- und Leistungsfähigkeit vorübergehend erheblich ein. Neben starken körperlichen Schmerzen (wie bei Endometriose) führen hormonelle Schwankungen bei Erkrankungen wie der Prämenstruellen Dysphorischen Störung (PMDS) zu schweren mentalen Belastungen, Panikattacken oder Erschöpfungszuständen. Wer unter solchen Symptomen leidet, braucht keine Krankschreibung wegen "Arbeitsunfähigkeit""Arbeitsunfähigkeit" im klassischen Sinne, sondern flexible, unbürokratische Ausgleichsmöglichkeiten ohne den Zwang, stundenlang in Arztpraxen auf ein Attest zu warten.

3. Arbeitnehmerinnen schützen, Arbeitgeber entlasten: Ohne gesetzliche Regelung melden sich Betroffene entweder regulär krank, arbeiten trotz starker Schmerzen unter Leistungsabfall (Präsentismus) oder fürchten Benachteiligungen bei Beförderungen und Einstellungen. Durch die Einbindung der Lohnfortzahlung in ein staatliches Umlagesystem (analog AAG) werden Arbeitgeber finanziell geschützt. Das verhindert, dass menstruierende Personen auf dem Arbeitsmarkt als "Kostenrisiko""Kostenrisiko" eingestuft werden.

4. Entstigmatisierung durch Bildung von klein auf: Fehlendes Wissen an Schulen führt zu Scham, unsachgemäßem Hygienegebrauch und Mobbing. Erst wenn junge Menschen aller Geschlechter frühzeitig und umfassend über körperliche und mentale Zyklusabläufe aufgeklärt werden, schaffen wir eine solidarische und verständnisvolle Gesellschaft.Diese Petition fordert eine moderne, geschlechtergerechte und gesundheitsorientierte Politik, die biologische Realitäten anerkennt, Barrieren abbaut und die Lebensqualität von Millionen Menschen nachhaltig verbessert.

5. Systematische Untererforschung des weiblichen Körpers beenden (Gender Data Gap): Die medizinische Forschung und Wirkstoffentwicklung orientierten sich jahrzehntelang primär am männlichen Körper als „Standard-Mensch“. Das hat zu gravierenden Wissenslücken geführt: Erkrankungen wie Endometriose, von der Millionen Menschen betroffen sind, bleiben im Schnitt jahrelang unentdeckt, und für hormonelle Leiden wie die Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS) mangelt es an zielgerichteten Therapien. Selbst bei Medikamenten, die täglich eingenommen werden, fehlen häufig fundierte Daten darüber, wie sie in den unterschiedlichen Phasen des weiblichen Zyklus wirken. Diese Wissenslücken führen regelmäßig zu Fehldiagnosen, Fehlbehandlungen und unnötigem Leid. Erst durch gezielte, staatlich finanzierte Grundlagen- und Versorgungsforschung schaffen wir eine Medizin, die den weiblichen Körper und seine biologischen Eigenheiten gleichberechtigt versteht, diagnostiziert und therapiert.


Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 437 (412 in Deutschland)


Helfen Sie mit, Bürgerbeteiligung zu stärken. Wir wollen Ihren Anliegen Gehör verschaffen und dabei weiterhin unabhängig bleiben.

Jetzt fördern