• Änderungen an der Petition

    05.08.2014 16:20 Uhr

    überflüssiges Leerzeichen entfernt
    Neue Begründung: Anforderungen steigen – Rahmenbedingungen bleiben
    Die Arbeit von Erzieher/innen ist äußerst komplex und wandelt sich ständig: Sie sind Bezugsperson für die Kinder, dokumentieren den Bildungserfolg, fördern Inklusion sowie Zwei- und Mehrsprachigkeit und führen individuelle Elterngespräche, um nur einen Teil der Aufgabengebiete zu nennen. Der Umfang der Anforderungen, denen heute Erzieher/innen gerecht werden müssen, steigt ständig.

    Trotzdem werden die Rahmenbedingungen nicht entsprechend angepasst, sondern verschlechtern sich zum Teil sogar. In einigen Bundesländern bzw. Kommunen können Kitas nicht eröffnen oder bestehende Gruppen werden geschlossen. Dadurch gehen Kindern elementarste Bildungschancen verloren, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist instabil, Frauen kehren später in den Beruf zurück, der Fachkräftemangel für Arbeitgeber verschärft sich. Das hat Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft!

    Gleiche Bildungschancen unserer Kinder
    Um diesen Folgen für die Gesellschaft entgegenzuwirken, ist ein uneingeschränkter Zugang zu früher Bildung gerade in Deutschland dringend notwendig: Im Vergleich zu fast allen anderen OECD-Ländern hängt in Deutschland der erreichte Bildungsgrad stark vom sozialen Status der Eltern ab (= geringe soziale Mobilität).

    Weiterhin gibt es hierzulande einen hohen Grad von Bildungsarmut: 6,5 Prozent der Schüler haben keinen Schulabschluss und rund 7,5 Millionen sind funktionale Analphabeten, haben also nur begrenzte Lese- und Schreibkenntnisse. Eine hohe Qualität in den Kitas kann hier entgegenwirken und einen wichtigen Beitrag für bessere Bildungschancen leisten. Zur Sicherstellung der Qualität gehören unabdingbar die Verbesserung der oben genannten Rahmenbedingungen.

    Frühe Bildung wirkt Kinder- und Familienarmut entgegen
    Bildung, Beschäftigung und Wohlstand sind eng miteinander verknüpft – so auch ein Ergebnis der OECD-Studie (2012). Um Kinder- und Familienarmut entgegenzuwirken und die gesellschaftliche Ungleichheit zu bekämpfen, führt kein Weg an früher Bildung vorbei. Um diese in der notwendigen Qualität sicherzustellen, ist vor allem die Fachkraft-Kind-Relation ein wichtiger Faktor (Quelle: Viernickel/Schwarz: Expertise: Schlüssel zu guter Bildung, Erziehung und Betreuung, 2009).

    Frühe Bildung bedeutet: Kinder erreichen bessere kognitive Fähigkeiten, haben in der Regel eine höhere soziale Kompetenz, sind emotional stabiler und können eigenverantwortlicher handeln. Weiterhin sind Kinder gesünder, wenn sie in Kitas gut betreut werden: Sie erkranken seltener an Mittelohrentzündung und Neurodermitis (DIW-Studie April 2014). Frühkindliche Bildung legt also einen wichtigen Grundstein für eine faire Verteilung von Lebenschancen und beugt so auch späterer Armut vor.

    Vereinbarkeit von Familie und Beruf
    Die Fachkräftegewinnung und damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind in Zeiten niedrigster Geburtenraten zu Schlüsselfragen für die deutsche Wirtschaft geworden ist. Der weitere Ausbau an Plätzen und die erforderliche Qualität werden nur gelingen, wenn der Beruf der pädagogischen Fachkraft deutlich attraktiver gestaltet wird.

    Solange allerdings die Rahmenbedingungen für frühe Bildung und Kinderbetreuung unzureichend sind,
    • schränken wir wissentlich die Zukunftschancen unserer Kinder ein
    • ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht stabil
    • nehmen wir Kinder- und Familienarmut bewusst in Kauf
    • lassen wir Kinder und Familien in der Armut zurück

    Dies alles schränkt die Zukunftsfähigkeit Deutschlands ein.

    Machen Sie mit und helfen Sie uns, gemeinsam zur Verbesserung der Situation beizutragen, damit frühe Bildung nicht baden geht!

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